Rückstellungen wegen Hypo Alpe Adria BayernLB macht 1,3 Milliarden Euro Verlust

  • Die BayernLB hat 2014 einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro gemacht.
  • Einerseits hat die Landesbank eine ungarische Tochter-Bank verlustreich verkauft.
  • Andererseits kalkuliert die BayernLB nun ein, dass die Österreich-Tochter Hypo Alpe Adria Milliarden Euro nicht zurückzahlt.
Von Meike Schreiber

BayernLB-Chef spricht vor allem vom Erfolg

Wenn man Johannes Riegler lange genug zuhört, könnte man denken, dass es für die BayernLB gerade nicht besser laufen könnte. Die Sanierung der Landesbank sei weitgehend abgeschlossen, der EZB-Stresstest als Klassenbester mit Bravour bestanden, das Kerngeschäft deutlich gewachsen. "Sie werden sich wundern, wenn ich sage, ich freue mich, diese Zahlen vorzustellen", sagte Riegler - seit einem Jahr Chef der Bank - auf seiner ersten Bilanzpressekonferenz.

Im Kerngeschäft - unter anderem der Finanzierung von Immobilienkunden und Großunternehmen - habe die Bank vor Steuern 679 Millionen Euro und damit 41 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Für 2015 peilt Riegler ein Ergebnis in ähnlicher Höhe an, zudem die von der EU-Kommission auferlegte Ausschüttung an den Freistaat von 430 Millionen Euro. "Wir wollen wieder Geschäfte abschließen", sagte er. Riegler positioniert die BayernLB inzwischen als "Bayerische Bank für die deutsche Wirtschaft", will zum Beispiel in anderen deutschen Städten wieder präsenter werden.

Die Landesbank kalkuliert nun ein, dass die Österreicher nicht mehr zahlen

So weit die guten Nachrichten. Doch unter dem Strich bot sich eine weit düstere Lage. Als Folge ihrer Altlasten im Ausland musste Riegler für 2014 einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro ausweisen. Verantwortlich dafür waren der verlustreiche Verkauf der ungarischen Tochter MKB sowie der Schuldenschnitt bei der Abwicklungseinheit der Österreich-Tochter Hypo Alpe Adria. Die BayernLB wartet seit Jahren vergeblich auf die Rückzahlung von 2,4 Milliarden Euro von der Hypo Alpe Adria und hat nun in ihrer Bilanz vorgesorgt, für den Fall, dass sie das Geld aus Österreich nicht mehr erhalten wird - Rieglers Vorgänger Gerd Häusler hielt dies lange Zeit für unnötig.

Durch den seit Anfang März aber sehr realistischen Zahlungsausfall stieg die Risikovorsorge für das Jahr 2014 um mehr als eine Milliarde Euro auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Allerdings betrifft die bisherige Vorsorge nur etwa die Hälfte der Forderungen an Österreich - ein Zahlungsausfall birgt also weiterhin ein Risiko für die Landesbank.

"Wir werden alles tun, das zurückzuzahlen, was wir versprochen haben"

Die Rückzahlung der Kredite werde weiterhin auf allen juristischen Wegen vor Gericht geltend gemacht, hieß es von der BayernLB. "Da sind wir noch nicht ganz am Ende", sagte der Bank-Chef. Im Mai beschäftigt sich das Münchner Landgericht erneut mit dem Streit.

Die BayernLB stand nach Milliardenverlusten im Jahr 2008 vor der Pleite und musste mit Hilfe des Freistaats Bayern gerettet werden. Bis 2019 muss die Bank auf Druck der EU-Kommission fünf Milliarden Euro Staatshilfe an den Freistaat Bayern zurückzahlen. Etwa 2,7 Milliarden Euro davon sind nach Angaben der Bank bereits geschafft. "Wir werden alles tun, das zurückzuzahlen, was wir versprochen haben", sagte Riegler.