Rückkehr an den Kapitalmarkt Griechenland will von Euro-Zone Garantien für Staatsanleihen

Die Regierung in Athen will sich wieder selbst finanzieren - zumindest fast. Die Euro-Partner sollen für die griechischen Anleihen garantieren, um sie für Investoren attraktiver zu machen. Neue Reformen lehnt das Land allerdings ab.

Von Benjamin Romberg, Berlin

Griechenland will noch im laufenden Jahr an die Kapitalmärkte zurückkehren. Dabei hofft die Regierung in Athen auf die Unterstützung der Euro-Partner, wie die Süddeutsche Zeitung aus Regierungskreisen erfuhr. Diese sollen den Investoren garantieren, dass sie ihr Geld zurückbekommen, wenn sie es dem griechischen Staat leihen.

Die Garantien könnten etwa über den Rettungsschirm ESM laufen, so die Hoffnung in Athen. Außerdem will Griechenland eine Verlängerung der Frist, um seine Schulden bei den internationalen Geldgebern zurückzuzahlen. Auch die Zinsen sollen gesenkt werden.

Neue Reformvorgaben lehnt die Regierung allerdings ab. Sie verweist auf die Fortschritte des Landes. Ende April wird mit positiven Nachrichten der Europäischen Statistikbehörde gerechnet: Diese soll einen Primärüberschuss für den griechischen Haushalt bekanntgeben, also ein Plus vor Abzug des Geldes für Zinszahlungen. Zudem warnt Athen vor möglichen Folgen für die politische Stabilität des Landes, sollten die Geldgeber den Griechen neue Sparvorschriften auferlegen.

Das Bündnis aus Konservativen und Sozialisten steht unter enormem Druck. Oppositionschef Alexis Tsipras vom Bündnis der radikalen Linken will die Europawahl im Mai zu einer Art Stimmungstest machen. In Umfragen liegt er knapp vor den Volksparteien - sollte die Regierung von Ministerpräsident Andonis Samaras schlecht abschneiden, will Tsipras sich für Neuwahlen einsetzen. Für den Fall eines Wahlsieges hat er bereits angekündigt, die Sparpolitik beenden und die von der Troika durchgesetzten Reformen teilweise rückgängig machen zu wollen.

Die Troika aus Internationalem Währungsfonds, EU und Europäischer Zentralbank befindet sich derzeit wieder für Verhandlungen in Athen. Die internationalen Geldgeber bemängeln Verzögerungen bei der Umsetzung von Reformen, vor allem die Privatisierung von Staatskonzernen gehe nur schleppend voran. Die griechische Regierung hofft, dass die Prüfung durch die Troika bis 10. März abgeschlossen ist und die Euro-Gruppe dann die nächste Hilfstranche freigibt. Das könnte sie als positives Signal im Europawahlkampf gebrauchen.