Panik fehl am Platz: Berater Roland Berger über die Folgen der globalen Finanzkrise, die Zukunft der CSU in Bayern und wachsende Ungerechtigkeit in Deutschland.
Highlight Towers in München-Schwabing, 32. Etage. Roland Berger, 70, Deutschlands bekanntester Unternehmensberater, hat es an diesem Morgen nicht eilig. In der Aufregung um die globale Finanzkrise warnt er vor Dramatisierung. Und er lässt keinen Zweifel daran, dass er weiterhin Kontakt hält zu Konzernchefs und Spitzenpolitikern.
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sueddeutsche.de: Herr Berger, die Landtagswahl in Bayern endete spektakulär. Sie selbst waren lange Jahre Berater des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Wie hat er Ihnen gegenüber auf den Wahlausgang reagiert?
Roland Berger: Er war natürlich entsetzt, wenn auch durchaus davon überzeugt, er hätte es besser gemacht. Im Wahlergebnis sieht er naturgemäß eine Bestätigung dafür, dass es falsch war, ihn zum Rücktritt zu bewegen. Ich bin allerdings der Meinung, dass in einem Jahr wie diesem selbst Edmund Stoiber kaum ein 50-plus-Ergebnis hätte erzielen können, aber drei oder vier Prozentpunkte mehr hätte er wohl schon geholt.
sueddeutsche.de: Wie haben Sie den Wahlabend erlebt?
Berger: Ich war im Bayerischen Landtag. Dort gab es manch deprimierte Miene zu sehen. Man darf ja nicht vergessen, dass so eine Wahl auch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Politiker darstellt. Deshalb ist es für die Parteien wichtig, dass Kandidaten an der Spitze stehen, die möglichst viele Stimmen und damit gutbezahlte Abgeordnetenmandate holen.
sueddeutsche.de: Glauben Sie denn, dass die Zeit der herausragenden Persönlichkeiten mit Stoiber vorbei ist?
Berger: Nein, besonders in Krisenzeiten entwickeln sich in der Politik immer wieder große Persönlichkeiten. Und für die Parteien sind solche Persönlichkeiten unabdingbar. Das zeigen die Umfragewerte von Angelika Merkel und Frank-Walter Steinmeier, die teils beim Doppelten ihrer jeweiligen Partei liegen. Deshalb ist es auch etwas unglücklich, dass nicht zuletzt Frau Merkels Personalpolitik einige sehr profilierte Politiker in der Union, wie etwa Friedrich Merz, dazu veranlasst hat, außerhalb der Politik ihr Geld zu verdienen.
sueddeutsche.de: Horst Seehofer ist nun der neue starke Mann in der CSU. Was muss er tun?
Berger: Er ist meiner Ansicht nach ein sehr fähiger Politiker und wird die erfolgreiche Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften in Bayern fortsetzen und die Interessen Bayerns und der CSU in Berlin wirksam vertreten. Wesentlich wird aber sein, dass er parteiintern schnell einen Konsens in der Parteiführung herstellt und gleichzeitig fähige Nachwuchsleute in Führungspositionen bringt. Das wurde in der Vergangenheit vernachlässigt.
Lesen Sie im zweiten Teil, warum Roland Berger eine wachsende Gerechtigkeitslücke in Deutschland befürchtet und warum er sich in der Bildungsförderung engagiert. In Teil drei geht es um hohe Managergehälter und die Vorbildfunktion der US-Wirtschaft. Die Ursachen und Folgen der globalen Finanzkrise sind Thema des vierten Teils.
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Demonstrationen in Hamburg
Der Herr Berger weiß alles, kennt alles, erklärt alles, tut alles.
Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich k..ot...z...en möchte.
"Was mir Sorgen macht, sind die Freien Waehler"
Verdammt noch eins. Man kann sie nicht schmieren und nach meiner Pfeife tanzen wollen sie auch nicht.
man ist dabei aber beileibe nicht allein - auch die Fusssoldaten der deutschen Banken - in diesem Falle der Commerzbank - sind auf beiden Feldern tätig. Der erst kürzlich medienwirksam in die Öffentlichkeit getretene Armutspropagandist Theissen, Honorarprofessor auf einem von der Commerzbank gestifteten Lehrstuhl zum Investmentbanking, der der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit vorführen wollte, wie man als Hartzler von 132 Euro locker überleben kann, ist zur Zeit allerdings abgetaucht, ob er noch übt, mit 132 Euro zurechtzukommen oder seine Lehrtätigkeit als Investmentbankguru ihn angesichts des Finanzdesaster derart erschöpft hat, ist nicht bekannt.
Bekannt aber ist, dass seine Förderer aus Bankenkreisen - die sich selbstverständlich zu den Eliten der Nation zählen - ähnlich wie die Bertelsmänner das Militär zur Unterstützung ihrer Ziele angemessen in Einsatz gebracht sehen wollen:
....Am 16. Januar 2007 suchte der gegenwärtige Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Müller als damals noch Vorstandsvorsitzender der Commerzbank die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese auf zu einer vertraulichen Besprechung mit dem Nationalen Lehrgang Generalsstabs-/Admiralstabsdienst (LGAN) über die Sicherung der deutschen Rohstoffbasis durch verstärkte Auslandseinsätze der Bundeswehr. Besonders wichtig aber war für den Commerzbankchef, die Vormachtstellung der USA durch militärische Unterstützung ihrer Satelliten in aller Welt zu halten. .....
Da weiss man doch gleich, warum Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muss.....
www.jungewelt.de/2008/10-10/040.php
@ troptard
... das die deutschen Eliten einer gewissen Tradition nicht abgeneigt sind - und zwar in doppelter Hinsicht, nämlich die eigene Bereicherung auf Kosten der Bevölkerung voranzutreiben und militaristisch dementsprechend Flagge zu zeigen - beweisen die Nachfahren des Kriegspropagandabroschüren für den Führers druckenden Beraterhauses Bertelsmann, die schon Agenda 2010-Ausarbeiter und damit zum Wohle der deutschen Unternehmerschaft die Lohndumpingspirale in Gang bringende Politik mit initiierten... und man geht auch gerne einen Schritt weiter:
Die Bertelsmann-Stiftung fordert eine harte Anpassung der Wirtschafts- und Sozialpolitik Venezuelas und verlangt dafür externe Unterstützung durch die USA und die Europäische Union. Die dezidiert antimarktwirtschaftliche Politik des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez bedrohe nicht nur die Stabilität Lateinamerikas, erklärt der einflussreiche Thinktank und Mehrheitseigner des Bertelsmann-Medienkonzerns; sie schüre auch in anderen Armutsregionen der Welt die Versuchung, gleichgerichtete radikale Maßnahmen zu ergreifen. Die Aussagen entstammen dem soeben in aktualisierter Fassung publizierten Bertelsmann Transformation Index, der die Staaten außerhalb der westlichen Wohlstandszentren hinsichtlich ihrer Bereitschaft beurteilt, eine Transformation gemäß deren Vorgaben durchzusetzen. Das Dokument wird unter anderem von der deutschen Regierung zur Bewertung ihrer Außenpolitik genutzt. Die Bertelsmann-Stiftung fordert darin eine Gegenstrategie gegen Maßnahmen des gewählten venezolanischen Staatspräsidenten und seiner südamerikanischen Bündnispartner.
Quelle: German-Foreign-Policy
Anmerkung: Man fühlt sich an die Zeiten des Putsches von Pinochets mit Hilfe der Amerikaner gegen Allende in Chile zurückversetzt. www.nachdenkseiten.de/?p=3500
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