Rohstoffe Irak fürchtet niedrigen Ölpreis

Es ist aber offen, ob das Land die Fördermenge deckelt. Wegen der Talfahrt der Ölpreise kämpfen Förderländer zunehmend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Der Irak dringt auf schnelle Maßnahmen zur Stabilisierung des Ölpreises. Den Öl-Produzenten drohe sonst schwerer Schaden, der erst nach langer Zeit wieder behoben werden könnte, sagte Iraks Opec-Gesandter Falah Alamri. Ob der Irak sich an dem Vorstoß zur Deckelung der Fördermengen beteiligt, ließ das Land jedoch offen. Man sei zur Zusammenarbeit bereit, sagte Alamri. Der Preis-Einbruch sei aber nicht durch den Irak verursacht worden. Die Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Venezuela und Katar hatten sich vor einer Woche darauf geeinigt, die Produktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren. Bedingung ist aber, dass auch andere große Öl-Länder mitmachen. Der Irak ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölexporteur der Organisation Opec. "Wir wollen erst sehen, was andere Länder machen. Dann können wir uns entscheiden, aber wir sind dabei sehr kooperativ", sagte Iraks Ölminister Adel Abdel Mahdi.

Größtes Hindernis für ein Abkommen im Kampf gegen den Ölpreisverfall ist der Iran. Das Land ist nach der Aufhebung der Atomsanktionen gerade erst zurück auf dem Markt und will seine Fördermenge zunächst auf das Niveau von vor den internationalen Strafmaßnahmen anheben. Ölminister Bijan Zanganeh bezeichnete die Initiative zur Deckelung der Ölförderung am Dienstag daher als "lächerlich". "Einige unserer Nachbarn haben die Produktion in den vergangenen Jahren auf zehn Millionen Barrel pro Tag gesteigert und exportieren diese Menge, und jetzt haben sie die Dreistigkeit zu sagen, wir sollten alle zusammen unsere Produktion einfrieren." Das besonders hart vom Ölpreisverfall getroffene Venezuela unternahm unterdessen einen neuen Anlauf zur Stabilisierung des Marktes. Das südamerikanische Land habe mit Russland, Saudi-Arabien und Katar über ein Treffen Mitte März gesprochen, sagte Ölminister Eulogio Del Pino. Venezuela rechne damit, dass mehr als zehn Opec- und Nicht-Opec-Länder an den Beratungen teilnähmen. Ort und Termin müssten aber noch festgelegt werden. Wegen der Talfahrt der Ölpreise kämpfen Förderländer zunehmend mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.