Angetrieben vom Rohstoffboom steht die Bergbaubranche wohl vor ihrer bislang größten Übernahme: Der Weltmarktführer BHP Billiton hat sein bestehendes Angebot für die Nummer zwei Rio Tinto noch einmal deutlich aufgestockt.

Die Offerte BHP Billitons erfolgte trotz Störversuchen vor allem aus China: BHP stockte sein Angebot um 13 Prozent auf und will den Rivalen nun für 147,4 Milliarden Dollar auch gegen dessen Willen übernehmen.

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Dies wäre nach der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone die zweitgrößte Fusion in der Wirtschaftsgeschichte. Allerdings könnte es noch zu einer Bieterschlacht kommen.

Gegenofferte nicht ausgeschlossen

Denn das chinesische Staatsunternehmen Chinalco war zuletzt zusammen mit dem amerikanischen Aluminium-Giganten Alcoa bei Rio Tinto eingestiegen. Experten schließen eine gemeinsame Gegenofferte nicht aus.

Aus einem Zusammenschluss von BHP und Rio Tinto würde ein Bergbaugigant entstehen, der bei einer Reihe von industriell genutzten Rohstoffen wie Eisenerz, Kohle, Kupfer oder Uran die Märkte kontrollieren könnte.

Kunden wie die deutschen Stahlhersteller Thyssen-Krupp und Salzgitter befürchten einen weiteren Druck auf die Preise. Daher lehnen etwa die Stahlverbände in Europa und Asien die Fusionspläne ab.

Auch China sieht seine boomende Stahlindustrie besonders betroffen. BHP besserte seine Offerte vom November nach, die nicht die Zustimmung der Rio-Tinto-Führung fand. Der Konzern bietet nun 3,4 eigene Aktien für jeden Rio-Anteilsschein. Bislang hatte BHP lediglich drei eigene Aktien in Aussicht gestellt.

Nachbesserung schon länger erwartet

Am Markt wurde seit langem über eine Nachbesserung spekuliert. Für eine formelle Offerte war eine Frist bis zum 6. Februar gesetzt.

"Dies ist unser erstes und einziges Angebot", sagte BHP-Chef Marius Kloppers. Später wollte er sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob dies tatsächlich das endgültige Angebot sein soll. Rio erklärte in einer ersten Stellungnahme lediglich, die Offerte zu prüfen. Die Aktionäre sollten erst einmal abwarten.

Rio hatte sich monatelang gegen eine Übernahme durch BHP gestemmt, zuletzt eine Fusion aber nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen.

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