Es geht ums pure Überleben: Der Opel-Aufsichtsrat berät in Rüsselsheim die Zukunft des in Not geratenen Unternehmens - und schon kochen Gerüchte hoch.

Banges Warten und Hoffen: In Rüsselsheim legt Opel den Plan für die eigene Zukunft vor. Der Aufsichtsrat wird sich mit dem Konzept befassen. Am Nachmittag dann wollen der Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster sowie sein Stellvertreter Klaus Franz und Opel-Chef Hans Demant eine Stellungnahme abgeben und die Beschlüsse des Kontrollgremiums mitteilen.

Opel, dpa

Auf der Suche nach einem tragfähigen Konzept: Der Aufsichtsrat berät über den Rettungsplan für Opel. (© Foto: AP)

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Der Opel-Aufsichtsrat berät ein Konzept, mit dem das Überleben des Unternehmens mit mehr als 25.000 Beschäftigten in Deutschland gesichert werden soll. Von dem Plan macht die Bundesregierung eine etwaige Unterstützung abhängig. Am Samstag will Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bereits Gespräche mit den Regierungschefs der Bundesländer führen, in denen Opel Standorte unterhält.

Kein Geld für Detroit

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers macht staatliche Hilfen für Opel vom Erhalt aller vier Standorte in Deutschland sowie mehr Eigenständigkeit von der Konzernmutter General Motors abhängig. "Ich kann mir kein Konzept vorstellen, das von der Schließung eines Opel-Werks in Deutschland ausgeht", sagte der CDU-Politiker kurz vor der entscheidenden Sitzung.

Die Zukunft von Opel hänge auch davon ab, dass das Management den Aufsehern ein Konzept vorlege, "mit dem sichergestellt ist, dass Opel langfristig wirtschaftlich arbeiten kann". Der Staat könne der deutschen GM-Tochter des Weiteren nur helfen, "wenn Opel ein eigenes Konto bekommt". Damit solle verhindert werden, dass staatliche deutsche Mittel zur Konzernmutter in die USA durchgereicht würden, forderte der Düsseldorfer Regierungschef. Wenn alle Opel-Einnahmen über die Konzernzentrale in Detroit verbucht würden, "ist das Geld schneller weg als uns guttut".

Rüttgers widersprach Presseberichten, denen zufolge das Opel-Werk Bochum in seinem Bundesland von der Schließung bedroht ist. "Bochum ist überhaupt kein Problem, sondern eines der effizientesten Werke innerhalb des Konzerns." Auch glaube er nicht, dass es einen Käufer für das Fertigungswerk im thüringischen Eisenach gebe. Der Financial Times Deutschland zufolge ist Daimler als Interessent im Gespräch. Daimler hatte bislang allerdings bestritten, an Opel interessiert zu sein.

Der Betriebsrat des Bochumer Opel-Werks geht im Zuge der Neustrukturierung vom Erhalt der Astra-Produktion in der Ruhrgebietsstadt aus. "Nach dem Stand der bisherigen Gespräche wird man sich an die Verträge halten", sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel kurz vor Beginn der entscheidenden Aufsichtsratssitzung.

Die Verträge, auf die sich Einenkel bezog, sehen demnach vor, dass in Bochum auch künftig die Modelle Astra und Zafira gebaut werden. Im Zuge von Planspielen für die Zukunft von Opel seien verschiedene Modelle diskutiert worden, sagte Einenkel. Alles sei geprüft worden. "Man hat sich jedes einzelne Werk angesehen." Dabei sei auch über die Rolle von Bochum diskutiert worden, unter anderem in einer Variante, in der Rüsselsheim auch die Astra- und die Zafira-Fertigung erhalten würde. "Das Modell wird aber nach dem letzten Stand der Gespräche nicht mehr verfolgt", sagte Einenkel.

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(sueddeutsche.de/Reuters/mel)