Die US-Regierung hat ihre deutschen Kollegen beim Opel-Gipfel maßlos düpiert. Doch die deutschen Politiker sind an dem Desaster nicht unschuldig.
Eigentlich mag Angela Merkel solche Konstellationen. Konstellationen in denen eine Entscheidung von vielen Variablen abhängt; in denen viele Spieler mit sehr eigenen Interessen aktiv sind; und in denen die allermeisten den Überblick verlieren. Die Meisterin der Komplexität könnte sich deshalb beim Versuch, den Fall Opel zu lösen, auch sehr wohl fühlen.
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Die vergangene Nacht hat fürs Erste das Gegenteil bewiesen. Der Versuch, Opel zu retten, droht der Kanzlerin über den Kopf zu wachsen.
Kampf um GM
Schon lange ist eine Regierung von einer befreundeten Regierung nicht mehr so düpiert worden wie in diesen Nachtstunden. Ein mittlerer Beamter der US-Regierung war in der Lage, die Spitze der Koalition mit überraschenden Volten zu ärgern.
Man kann sich darüber ärgern - ohne daraus eine antiamerikanische Stimmung zu machen. Vor allem muss man aber fragen, wie so etwas geschehen konnte. In den USA kämpft die Regierung derzeit um die Rettung von General Motors. Das ist, kurz gesagt, eine ganz andere Hausnummer. Es ist deshalb kein Wunder, dass die US-Regierung pokert. Es ist überraschend und peinlich, dass eine Bundesregierung zu einem Gipfel lädt, ohne sich auf derlei Eventualitäten vorbereitet zu haben.
(SZ vom 28.05.2009/tob/cmat)
Vor Energiegipfel in Berlin
... die zudem auch nicht der Realität entspricht. Der Kommentator hat offensichtlich keine Erfahrung in der Verhandlungsführung mit US-Konzernen. Daß diese selbst die eigene Regierung regelmäßig über den Tisch ziehen, ist ihm wohl unbekannt. Es ist kein desaster, sonden ein ganz normaler Ablauf.
So gesehen hat, nach allem was nach außen dringt, nur einer eine gute Figur gemacht: Hr. Guttenberg (eines der sehr wenigen Male, daß ich das von einem Politiker sagen kann). Die Kleingeister, die ihm ständig in den Rücken fallen, weil er sich alle Optionen offenhalten will, sollten sich raushalten oder nachschulen lassen.
Vielleicht lernt Merkel ja etwas aus der Affäre über ihre atlantischen Freunde. Die Amis sind so arrogant und egoistisch wie ehedem. Wir Europäer sind für sie nur "whimps" und man macht sich niemals die Mühe, auch die Interessen des anderen zu verstehen.
Angie sollte sich an diesen Charakterzug der Amerikaner erinnern, wenn diese demnächst versuchen, ihre Folteropfer in Guantanamo bei uns in die Reha zu schicken.
Da ist GM gut beraten, dafür zu sorgen, daß Opel nicht bankrott geht, denn sonst ist es die Pflicht cdes Konkursverwalters, sich ziu bemühen, diese Forderungen einzutreiben! Und das kann GM im Augenblick, wo man sich gerade mit den Gläubigern geeinigt hat, nun gar nicht gebrauchen: Ein neuer Großgläubiger, der Stücke ins Getriebe der Restrukturierung werfen kann! Abegesehn davon, daß man noch so verzahnt ist, das ein völliger Wegfall der Europäer schwere Probleme verursachen würde.
Also, wenn Sie mal selbst das Gehirn eingeschaltet und mit Nachrichten gefüttert hätten, dann hätten Sie auch selbst drauf kommen können daß sich GM gar nicht leisten kann, keine Regelung für Opel zu finden. Und übrigens geht es beim chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes darum, die Firma zu sanieren, nicht darum, die Konkursmasse zu maximieren. Lesen Sie mal die Story über den SCO-Konkurs nach bei groklaw.net.
Das man in Detroid,nicht mit offenen Karten spielt weiss man doch. Die Schuld allein dem Wirtschaftsminister zu geben ist sehr leicht. Die Finessen der Interessenten sind grundverschieden,ob man bei GM will, dass Opel Erfolgreich wird,weiss man nicht. Das Beamte oder was auch immer,im sogenannten Mittleren Dienst,unserioese Offerten machen ist nicht neu.Man sollte mit der selben Keule zurueckhauen und nicht vergessen,Opel gehoert GM und nicht der Kanzlerin. Auch ein Leichtmatrose wie G. Schroeder,haette in Detroid kein leichtes Spiel gehabt. Siehe Holzmann,wo auch er ueber den Tisch gezogen wurde. GM haengt Patentrechtlich und Forschungsmaessig mehr an Ruesselsheim als umgekehrt,wer hier wie Intregiert und warum was man noch nicht.Ich weiss einige Seuddeutsche Leser haben grundsaetzlich etwas gegen Konseratieve Politiker,zumal er auch noch zu Guttenberg heisst,aber hier geht es nicht um Empfindlichkeiten,sondern um Arbeitsplaetze. Nachtrag: Wie waehre es wenn Frau Wagenknecht sich der Sache Opel annaehme? Meint etwa ein Leser die koenne es besser? Ich glaube nicht,die wuerde noch nicht einmal ein Visum fuer die USA bekommen.
Opel gehört immer noch GM - und weder der deutschen noch der amerikanischen Bundesregierung - und auch nicht den Gewerkschaftsbonzen die sich so gerne publikumswirksam vor jede Kamera drängen.
Und GM hat nach deutschem wie auch nach amerikanischem Recht die Pflicht auch und gerade im Falle eines Konkurses die Konkursmasse so groß wie irgend möglich zu halten.
Also einfach Opel verschenken oder von einer Regierung verschenken oder verscherbeln lassen - das geht halt einfach nicht.
Also einfach mal wieder öfter das Hirn und den Realomodus auf ON schalten.
Paging