Ein Kommentar von Stefan Braun

Die US-Regierung hat ihre deutschen Kollegen beim Opel-Gipfel maßlos düpiert. Doch die deutschen Politiker sind an dem Desaster nicht unschuldig.

Eigentlich mag Angela Merkel solche Konstellationen. Konstellationen in denen eine Entscheidung von vielen Variablen abhängt; in denen viele Spieler mit sehr eigenen Interessen aktiv sind; und in denen die allermeisten den Überblick verlieren. Die Meisterin der Komplexität könnte sich deshalb beim Versuch, den Fall Opel zu lösen, auch sehr wohl fühlen.

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Die vergangene Nacht hat fürs Erste das Gegenteil bewiesen. Der Versuch, Opel zu retten, droht der Kanzlerin über den Kopf zu wachsen.

Kampf um GM

Schon lange ist eine Regierung von einer befreundeten Regierung nicht mehr so düpiert worden wie in diesen Nachtstunden. Ein mittlerer Beamter der US-Regierung war in der Lage, die Spitze der Koalition mit überraschenden Volten zu ärgern.

Man kann sich darüber ärgern - ohne daraus eine antiamerikanische Stimmung zu machen. Vor allem muss man aber fragen, wie so etwas geschehen konnte. In den USA kämpft die Regierung derzeit um die Rettung von General Motors. Das ist, kurz gesagt, eine ganz andere Hausnummer. Es ist deshalb kein Wunder, dass die US-Regierung pokert. Es ist überraschend und peinlich, dass eine Bundesregierung zu einem Gipfel lädt, ohne sich auf derlei Eventualitäten vorbereitet zu haben.

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(SZ vom 28.05.2009/tob/cmat)