Suche nach der schnellen Lösung: Schon jetzt im Sommer soll die Übernahme von Opel durch Magna perfekt gemacht werden - doch die Muttergesellschaft General Motors torpediert die Verhandlungen.
Die Führung des US-Autobauers General Motors (GM) hat den Zeitplan für den Abschluss eines Investorenvertrags für die bisherige Europa-Tochter Opel im Sommer bestätigt.
Der US-Konzern General Motors will offenbar eine Rückkaufoption für die deutsche Tochter erhalten. (© Foto: dpa)
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Das berichtete der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach einem Gespräch mit GM-Chef Fritz Henderson in Detroit. "Deshalb wird mit Hochdruck verhandelt." Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna sei in dem Verfahren der bevorzugte Bieter, eine Einigung sei möglich: "Ich sehe im Augenblick keine wirklichen Stolpersteine."
Opel liege beim laufenden Finanzbedarf genau im Rahmen der staatlichen Bürgschaft, sagte der Chef von Opel in Europa, Carl-Peter Forster, nach Kochs Angaben bei dem Treffen. Koch drang auf einen möglichst schnellen Vertragsabschluss. Jeden Monat fielen bei Opel Verluste von etwa 100 Millionen Euro an, die derzeit vom deutschen Steuerzahler getragen würden.
Bei Opel in Rüsselsheim bereite Magna mit einem Team von 40 bis 50 Spezialisten den Investorenvertrag vor, sagte Koch. Mit anderen Interessenten werde nur Kontakt gehalten. "Fiat ist an diesen Gesprächen nicht beteiligt." Auf einen Termin für den Vertrag wollte sich Koch nicht festlegen.
Er dringe darauf, das nicht eine Woche verschwendet werde. "September ist schon herbstlich." Wenn der Abschluss die bei dem Spitzentreffen im Kanzleramt vereinbarten Zusagen beim Erhalt von Arbeitsplätzen einhalte, würden Bürgschaften von weiteren drei Milliarden Euro erteilt.
Drei weitere Interessenten
Unterdessen torpediert GM den Sanierungsprozess von Opel weiter. Der US-Konzern will einem Zeitungsbericht zufolge eine Rückkaufoption für die deutsche Tochter erhalten. Dies habe GM als Vorgabe für den Verkauf von Opel durch die staatlich kontrollierte Treuhandgesellschaft gemacht, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus gut informierten Kreisen.
Für den favorisierten Bieter Magna würde dies die angestrebte Übernahme von Opel deutlich unattraktiver machen, weil GM sich dann eines Tages die Früchte einer erfolgreichen Sanierung von Opel sichern könnte, schreibt das Blatt. "Magna wird sich deshalb auf eine solche Rückkaufoption keinesfalls einlassen", berichteten die Kreise. Es handele sich aber voraussichtlich um kein unüberwindliches Hindernis für einen Abschluss der geplanten Transaktion.
Seit kurzem gehört Opel zu 65 Prozent der Treuhandgesellschaft. Diese arbeitet auf Basis eines Vertrages mit Vorgaben der Bundesregierung und von GM. Der amerikanische Konzern selbst, der nach der Insolvenz gerade neu geordnet wird, hält noch 35 Prozent der Anteile. Bis Mitte Juli soll ein verbindlicher Kaufvertrag über 55 Prozent mit dem Automobilzulieferer Magna und seinen russischen Partnern, der staatlichen Sberbank sowie dem Autohersteller GAZ, unterzeichnet werden. Weitere zehn Prozent wollen die Beschäftigten von Opel erwerben.
Neben Magna gibt es aber noch drei weitere Interessenten, die jeder Zeit wieder als ernsthafte Rivalen in den Bieterprozess eintreten könnten. Es handelt sich um den chinesischen Autohersteller BAIC, der in dieser Woche mit einer Delegation Rüsselsheim besucht und parallel dazu die Bücher von Opel prüft, sowie um den italienischen Hersteller Fiat und den Finanzinvestor Ripplewood.
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(sueddeutsche.de/dpa-AFX/dpa/tob/hgn)
Demonstrationen in Hamburg
Vielleicht auf den ersten Blick nicht viel billiger (außer, dass das Insolvenzgeld nur 3 Monate bezahlt wird) aber es entkräftet Ihre Argumente vollständig.
Bei einer Insolvenz hier in D wird das Unternehmen erst einmal unter die Kontrolle eines Insolvenzverwalters gestellt. Was der dann damit macht, kann der Eigentümer - so weit ich weiß - nicht mehr beeinflussen. Folglich wären die Probleme mit GM nicht entstanden.
Ob das Insolvenzgeld überhaupt fällig wird, wenn der Betrieb weiterläuft, weiß ich allerdings auch nicht.
@ Python11: des Insolvenzgeldes angeht, gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die Ihnen fremd sein dürften, wenn Sie noch nicht an der Übernahme eines US-Unternehmens unter Chapter 11 mitgearbeitet haben.
Der größte und deutlichste Nachteil ist der enorme Zeitverlust durch die zähen Verhandlungen. Rechnen Sie sich selbst aus, was das alleíne kostet. Hinzu kommt, daß ich keinem deutschen Politiker zutraue, in diesen Verhandlungen alle unsinnigen Forderungen von GM zu beerdigen. Bei einer (europäischen) Insolvenz wäre GM längst die Luft ausgegangen für solche Spielchen.
Das macht es ja nicht billiger oder?
Insolvenzgeld wird nicht von den Arbeitnehmern bezahlt. Insolvenzgeld wird von den Arbeitgebern bezahlt. Hier wird ein jährlicher Beitrag gemeinsam mit den Berufsgenossenschaftsbeiträgen erhoben. Ich habe die Prozentsätze nicht im Kopf aber die Beiträge zur Insolvenzsicherung werden abhängig von der Lohnsumme des Unternehmens erhoben. Insolvenzgeld wird im übrigen auch nur 3 Monate bezahlt.
Mich überzeugen Ihre Argumente in jedem Fall nicht. Auch Bofinger, wie einer der Vorrezensenten schon zitiert hat, ist für die Insolvenz, da diese die Eigentümer erst mal außen vor lässt.
Insolvenz der bessere Weg? Allein für das Insolvenzgeld der Opel-Mitarbeiter, wären monatlich über 100 Millionen Euro fällig, was soll daran besser sein? Kostengünstiger ist es schon mal nicht. Der Unterschied wäre vor allem, dass Arbeitnehmer und Angestellte die Suppe allein auslöffeln dürften(Insolvenzgeld wird aus Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung bezahlt), so aber werden die 100 Millionen auf alle Steuerzahler verteilt. Ganz zu schweigen von dem Chaos dass durch sechs oder sieben verschiedene Insolvenzrechte in diversen Ländern der EU entstünde, sowie dem gravierenden Unterschied zum US-Insolvenzrecht. Argumentativ untermauern konnte bisher noch niemand die These das Insolvenz die bessere Lösung gewesen wäre. Nicht einmal Superstar und Heiße-Luft-Produzent Guttenberg.
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