Rettung in der Finanzkrise Commerzbank zahlt die Steuerzahler aus

In der Krise musste der Staat die Commerzbank mit Milliarden Euro raushauen. Jetzt zahlt das Geldhaus seine Schulden zurück. Auf die angekündigte Kapitalerhöhung reagieren Anleger panisch, der Aktienkurs bricht dramatisch ein.

In der Finanzkrise musste der deutsche Staat die Commerzbank mit Milliarden stützen. Seither ist die Entwicklung der Bank auch für die deutschen Steuerzahler von Interesse, denn der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin hält nach wie vor ein Viertel der Anteile an Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus. Nun, fast fünf Jahre später, will die Commerzbank den Staat ausbezahlen.

Mit Hilfe einer Kapitalerhöhung sollen die restlichen Staatshilfe getilgt werden, teilte das Institut mit. Die von Mai auf April vorgezogene Hauptversammlung soll den Plan für eine Erhöhung von 2,5 Milliarden Euro absegnen. Der Bankenrettungsfonds Soffin soll dann das restliche Rettungsgeld in Höhe von 1,63 Milliarden Euro zurückerhalten. Auch die Einlagen des Versicherungskonzerns Allianz von gut 750 Millionen Euro sollen so zurückgezahlt werden.

Insgesamt hatte der Staat die Bank 2009 mit 16,4 Milliarden Euro in Form von Stillen Einlagen des Bundes gestützt. Davon hatte das Kreditinstitut 2011 bereits 14,3 Milliarden Euro zurücküberwiesen.

Der Soffin selbst werde an der Kapitalerhöhung teilnehmen, allerdings ohne neues Geld zu investieren, erklärte die Bank. In der Folge werde der Staat seine Sperrminorität von 25 Prozent aufgeben und seinen Anteil an der Bank voraussichtlich auf unter 20 Prozent senken. Über die weiteren Details der Kapitalerhöhung - wie die Zahl der auszugebenden neuen Aktien - wolle der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Anleger sehen den Teil-Rückzug des Staates offenbar als Zeichen der Schwäche. Sie reagierten panisch und versuchten, Papiere der Commerzbank loszuwerden. Der Kurs brach um deutlich mehr als zehn Prozent ein.

Das Bundesfinanzministerium begrüßte den Schritt dagegen: "Mit dieser Rückzahlung und durch den infolge der Kapitalmaßnahme verringerten Aktienanteil des Bundes wird nachvollziehbar, aber marktschonend der Einstieg in den Ausstieg vollzogen." Die Bank verbessere ihre Kapitalstruktur deutlich. Dies sei ein wichtiger Schritt, um neue Investoren zu gewinnen und das Vertrauen in das Geschäftsmodell der Commerzbank weiter zu stärken. Und das komme am Ende auch den Steuerzahlern zugute.

Im vergangenen Jahr war der Gewinn der Bank auf sechs Millionen Euro geschrumpft. Im Schlussquartal summierten sich die Verluste auf mehr als 700 Millionen Euro. Commerzbank-Chef Martin Blessing steht wegen der schlechten Ergebnisse unter Druck.

Die Landesbanken, die in der Finanzkrise globale Spieler werden wollten und sich dabei wild verspekulierten, stützt der Bund nach wie vor massiv. In einer Antwort auf eine Frage der Linken gab die Regierung in dieser Woche an, die Stützungsmaßnahmen im Rahmen der Krise würden 2012 geschätzte 264 Milliarden Euro zum deutschen Schuldenstand beitragen (PDF).