Die Doppelfunktion des Christdemokraten Reinhard Göhner als Parlamentarier und Arbeitgeber-Geschäftsführer hat ihm zuletzt viel Kritik eingebracht. Nun kündigt er an, er werde einen seiner Posten abgeben - im Jahre 2009.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Arbeitgeber-Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner will seine Doppelfunktion nur noch bis zum Ende der laufenden Wahlperiode ausüben.
Mann des Volkes und der Wirtschaft: Reinhard Göhner im Gespräch mit seiner Parteivorsitzenden. (© Foto: dpa)
Anzeige
Das geht aus einer persönlichen Erklärung Göhners hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.
Zugleich betont der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) darin, dass seine Kandidatur bei der Bundestagswahl 2005 mit der Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU) abgesprochen gewesen sei.
Gespräch mit Angela Merkel
Die damalige Entscheidung "habe ich aufgrund eines Gesprächs mit Angela Merkel getroffen", schreibt Göhner. Darin habe sie versichert, "dass sie kein Problem darin sieht, meine berufliche Tätigkeit neben dem Abgeordnetenmandat auch in dieser Legislaturperiode fortzusetzen".
Göhner reagierte damit auf ein Interview Merkels, in dem sich die Kanzlerin kritisch über weitere Tätigkeiten von Volksvertretern geäußert hatte: "Herausgehobene Stellungen" würden sich nach ihrer Einschätzung auf Dauer nicht mit einem Bundestagsmandat vertragen, hatte Merkel der Bild am Sonntag gesagt.
"Keine Reaktion auf Druck von außen"
Göhner ist seit 1983 CDU-Abgeordneter und seit 1996 BDA-Hauptgeschäftsführer. In seiner Erklärung vom Montag legt er jedoch Wert darauf, dass seine Pläne keine Reaktion auf Druck von außen seien: Schon 2005 sei er überzeugt gewesen, "dass die Doppelbelastung über die Legislaturperiode hinaus nicht verkraftbar ist", schreibt Göhner.
Merkel habe ihm "auch jetzt noch einmal" versichert, dass sie die Doppelfunktion bis zum Ende der Legislaturperiode für vertretbar halte. Welche seiner Funktionen er künftig aufgeben will, ließ Göhner auf Nachfrage ausdrücklich offen.
Bekannt ist, dass er schon 2005 mit dem Gedanken gespielt haben soll, sein Mandat abzugeben.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stärkte indessen seinem Präsidenten Jürgen Thumann trotz der Querelen um die Absage von CDU- Politiker Norbert Röttgen den Rücken.
Die BDI-Vizepräsidenten schlugen den 64-jährigen Thumann am Montag einstimmig für eine zweite Amtszeit für die Wahl am 20. November vor, teilte der Verband nach einer Sitzung in München mit.
Bitte um Verlängerung
BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg wurde einstimmig gebeten, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Röttgen hatte nach Kritik an seiner künftigen Doppelrolle auf diesen Posten verzichtet. Anschließend war auch Göhner in die Kritik geraten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Gysi gegen Lafontaine