Erstmals haben die führenden Industriestaaten abgestimmt auf die Krise reagiert - und die Börse honoriert das. Doch die Rettungspakete werden nicht reichen.
Die Börsen sind dieser Tage ein Platz für starke Nerven. Die Kursverluste der vergangenen Woche waren die schlimmsten in der Geschichte der Wall Street. Am Montag legte der Dow Jones 11,08 Prozent zu, der höchste prozentuale Anstieg seit Ende der Weltwirtschaftskrise.
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Erst der Blick in den Abgrund, dann irrationaler Überschwang - auch das ist ein Aspekt der Krise. Die Geschichte lehrt Vorsicht: Am 30. Oktober 1929 gewann der Dow Jones 12,34 Prozent - eine Woche nach dem Schwarzen Donnerstag, der die Depression einleitete.
Im Prinzip haben die Anleger recht, wenn sie die Rettungsaktion für das globale Finanzsystem feiern. Erstmals haben die Industriestaaten abgestimmt auf die Krise reagiert. Die Europäer haben erkannt, dass es nicht darum geht, den Amerikanern beizuspringen, sondern die eigene Haut zu retten.
Die Amerikaner haben den ursprünglichen Plan von Finanzminister Paulson aufgegeben, als klar war, dass er die Lage nicht stabilisieren würde. Nun steigt Washington als Kapitalgeber bei den Banken ein, so wie die Europäer das vorgemacht haben. Jeder einzelne Schritt ist eine Sensation, zusammen sind sie epochal.
Aber es bleibt sehr viel zu tun. Das amerikanische Krisenteam, Finanzminister Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke, wirkten zuletzt unsicher. In Europa ist die Frage der Haushaltspolitik ungelöst.
Die Bankenrettung in Kombination mit dem Abschwung wird alle bisherigen Pläne über den Defizitabbau obsolet machen. Notwendig ist eine klare Aussage der Politik, dass die neuen Defizite notwendig sind und akzeptiert werden. Bis alle Maßnahmen Realität sind, wird es noch viele Anlässe für extreme Kursausschläge an den Börsen geben.
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- Rettungspaket für Banken Länder wollen nicht zweimal zahlen 14.10.2008
(SZ vom 15.10.2008/hgn)
Gysi gegen Lafontaine
wenn das seriöse Bankengewerbe schon meint, mit Gaukler- und Glücksspiel die großen Gewinne machen zu können, warum soll man dafür eine konzertierte Aktion planen und Tausende Milliarden riskieren? Ist das Kreditwesen ein unverzichtbarer Bestandteil der Volkswirtschaften, und die Banken aufgrund plötzlich aufkommenden internen Mißtrauen nicht mehr in der Lage, ihre Arbeit zu tun, was hindert uns, den Staat daran, hier in die Bresche zu springen und beispielsweise unter Benutzung der Landesbanken und Sparkassen das System wieder zum Laufen zu bringen? Ich könnte mir vorstellen, daß Volkswirtschaftler hier sehr schnell wesentlich geringere Risiken ausmachen würden.
Zitat:aus dem Artikel:
Nun steigt Washington als Kapitalgeber bei den Banken ein, so wie die Europäer das vorgemacht haben. Jeder einzelne Schritt ist eine Sensation, zusammen sind sie epochal.
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Zusammen sind sie epochal, fragt sich nur welche Epoche?Schon wieder der ungezügelte Taumel aus dem Desaster , dabei besteht noch nicht mal ein minimaler Beweis, dass es funktioniert. Der Taumel ende der 20er Jahre lässt sich damit vergleichen.
Unser System ist in einen Tunnel mit Vollgas gerast, dieser Tunnel hat noch keinen Ausgang. Noch sitzen sie fest.
Die Wahnsinnsgelder , die verbraten werden- Steuergelder, das ist doch nicht mehr nachzuvollziehen, Das alles , um die Spekulationswirtschaft zu retten. Wo bleibt die Realwirtschaft? Auf der Strecke natürlich. Der Tanz um das "Goldenen Kalb", die Verblendung, dass Geld Geld erzeugt bis in alle Ewigkeit, macht sie alle zu grenzenlosen Narren.
Die Akteure der Welt sind nur noch Verwalter eines Bootes, das gerade sinkt. Sie verwenden den letzten Groschen für die Kapitäne, während das Volk auch noch die Rettungsboote mit ebenfalls ihren letzten Groschen bezahlt.
Das ist also der Kapitalismus., oder das , was einige darunter verstehen. Nicht mal Adam Smith hat ihn so verstanden.
Die Menschen und deren Führer haben jedes Maß an Realität, an Machbarkeit, an sinnvoller und notwendiger Realwirtschaft verloren. Das kann nur scheitern. Das wird es auch.Niemand kann auf Dauer so viel Geld aufbringen, um Finanzkreisläufe zu erhalten, die nicht der Wirtschaft dienen, sondern rein zur Spekulation erfunden wurden. Dass das Volk diese auch noch bezahlt , ist ungeheuerlich.
Es wird unerträglich.
http://www.radio-utopie.de/2008/10/14/betrug-im-rettungspaket-verschuldung-von-mehreren-hundert-mrd-euro-moeglich/
Da gibt es noch eine Lösung: Die Welt zahlt die Schulden der Amis. hihihi :o))
So wie jetzt schon praktiziert.
Die Ursache der Krise liegt meines Erachtens tiefer. Derzeit gibt jeder US-Amerikaner durchschnittlich 5 $ pro Tag aus, die er nie verdiente. Das macht ca. 1800 $ im Jahr. Dies entspricht umgerechnet dem Handelsbilanzdefizit der USA. Dieser Zustand dauert nun, wenn auch nicht in dieser Höhe, schon 40 Jahre an.
Es gibt zwei Lösungen für das Problem:
1. Die USA produzieren mehr und verkaufen diese Güter im Ausland. Das scheint aber nicht möglich zu sein, da selbst eine Halbierung des $ keinen Effekt hatte. Vermutlich deshalb, weil die Infrastruktur und die industrielle Basis des Landes nicht mehr ausreichen.
2. Die Amerikaner reduzieren ihren Verbrauch um mindestens 10% (selbst das würde noch keine Rückzahlung der Schulden ermöglichen!). Ob das freiwillig möglich ist kann sich jeder überlegen.
Egal, welche Möglichkeit sich durchsetzt - die Auswirkungen für unsere exportorientierte Wirtschaft wären fatal. Die dauernde Verletzung des "magischen Vierecks" der Volkswirtschaft durch immerwährende Handelsbilanzüberschüsse ist eben auch ein Verstoß gegen die Regeln.
Auf die Dauer sollte nur das produziert werden, was in der eigenen Volkswirtschaft verbraucht wird. Um dieses Problem zu lösen sind die dauernden Kostenrunter-Propheten wohl nicht geeignet,
Paging