Reden wir über Geld: Rolf Eden "30.000 Euro Unterhalt im Monat"

Rolf Eden über die Verpflichtungen eines Playboys, Frühaufsteher, Frauen über 30 - und die Fähigkeiten von "Brischiit".

Interview: J. Boie, A. Hagelüken und H. Wilhelm

Rolf Eden war der erste, der in Deutschland den Titel Playboy trug. Er inszenierte sich als Marke und wurde so zum Nachtclub-König. Jetzt empfängt Eden, auch schon fast 80, in seiner Villa im Berliner Nobelviertel Dahlem. Eine seiner Freundinnen, Brigitte, 28 Jahre, schüchtern, serviert Kaffee und Mon Chéri. Die Wänden sind voll mit Fotos der vermeintlich tausend Geliebten, die er beglückt haben will.

Playboy Eden: "Ich mag das frühe Aufstehen nicht. Die ganzen armen Menschen, die arbeiten müssen, die will ich nicht sehen."

(Foto: Foto: Reuters)

SZ: Herr Eden, reden wir über Geld. Sie wurden mit ihren Nachtclubs reich. Wie stellte man das an im Deutschland der fünfziger Jahre?

Eden: 1957 hab ich meinen ersten Laden aufgemacht, das Old Eden. Ich hatte sechs verschiedene Räume und jeder war anders. Einer mit Jazz, einer mit Dias vom Playboy, einer mit Sitzbadewannen mit Kissen. Die Kunden konnten sich alleine unterhalten. Sie mussten nicht viel miteinander reden. Der Laden war jeden Tag ausverkauft.

SZ: Am Ende hatten sie sechs Läden. Woher wussten Sie, wie Clubs Erfolg haben?

Eden: Ich hatte ja viele Jahre als Pianist in Bars gespielt. Sie müssen immer wieder neue Sachen machen. Es gab einen amerikanischen Reiseführer, da stand drin: Old Eden is the most original Bar in the World. Alle Touristen waren mit diesem Buch unterwegs. (Edens 28-jährige Freundin betritt den Raum) Eden: Brigitte! (er spricht es französisch aus: Brischiit!). Sie kann wunderbar Kaffee kochen. Und andere Sachen.

Brischiit: Will jemand noch etwas?

Eden: Also ich hätte nichts dagegen, wenn ich einen Kaffee bekomme. So. Zu den Clubs. Damals mussten Frauen ja noch mit Männern tanzen. Dafür hatte ich, na, wie hießen die, nicht Callboys ...

SZ: Eintänzer?

Eden: Was Ihr alles wisst. Das ist 50 Jahre her.

SZ: Billy Wilder schlug sich vor seiner Film-Karriere als Eintänzer durch.

Eden: Das wusste ich nicht. Aber der war immer bei mir zu Gast.

SZ: Haben die Eintänzer mit den Frauen geschlafen? Den Eindruck hatte man in den Memoiren von Billy Wilder.

Eden: Weiß ich nicht. Jedenfalls waren sie dazu nicht vertraglich verpflichtet. Vielleicht machten sie das freiwillig.