Reden wir über Geld "Menschliche Zuwendung wird halt nicht bezahlt"

"Ich selbst hatte bei der Stellensuche keine Nachteile, trotz meiner großen Klappe", sagt Natalie Stoß.

(Foto: Regina Schmeken)

Krankenschwester Natalie Stoß spricht über Misstände im Klinikalltag, moralische Grauzonen und warum Streiks nichts Verwerfliches sind.

Interview von Thomas Öchsner und Hannah Wilhelm

Natalie Stoß, 25, bewegt auf dem Kurznachrichtendienst Twitter viele Menschen. Fast 6000 Nutzer folgen der Krankenschwester, die seit gut sechs Jahren den Alltag in der Pflege kommentiert. Stoß liebt ihren Beruf - und macht trotzdem den Mund auf.

SZ: Frau Stoß, reden wir über Geld, Pflegekräfte verdienen zu wenig, heißt es. Fühlen Sie sich unterbezahlt?

Natalie Stoß: Ich verdiene jetzt als Single auf einer Intensivstation in einer Berliner Klinik etwa 2100 netto im Monat. Damit komme ich in Berlin gerade ...