Reden wir über Geld "Ein Auto ist für mich ein Körperteil, das mir gehorchen muss"

Walter Röhrl

(Foto: imago/Crash Media Group)

Schon sein erstes Auto war ein Porsche. Heute, mit 68, ist Rallye-Legende Walter Röhrl noch immer auf der Rennstrecke unterwegs. Doch er will etwas ändern.

Von Uwe Ritzer und Jan Schmidbauer

Selbst Niki Lauda, der nicht für ausschweifende Lobeshymnnen bekannt ist, bezeichnete ihn einst als "Genie auf Rädern": Walter Röhrl. Zweimal wurde der gebürtige Regensburger Rallyeweltmeister, viermal gewann er die Rallye Monte Carlo. Inzwischen ist Röhrl 68 Jahre alt. Zum SZ-Interview empfängt er die beiden Journalisten in seinem unauffälligen Einfamilienhaus im Bayerischen Wald.

Dort deutet nicht viel darauf hin, dass hier ein weltberühmter Rennfahrer wohnt. Keine Pokale, keine Medaillen - nichts. Nur im Kellerabgang hängen einige Fotos aus einer jahrzehntelangen, einzigartigen Karriere: Röhrl mit Uwe Seeler, mit Grace Kelly, mit Franz Josef Strauß, mit Giovanni Agnelli, mit Ferdinand Piëch und zahlreichen anderen Prominenten aus Sport, Politik und Wirtschaft.

Was sich heute in der Welt der Autos tut, beobachtet der in Regensburg geborene Röhrl argwöhnisch. "Ich werde nie in meinem Leben autonom fahren", sagt er. Die Vorstellung, im Auto nicht der Chef zu sein ist für ihn "ein Horror". Am liebsten fährt er heute mit seinen Oldtimern wie dem Porsche 356. Dieses war auch Röhrls erstes Auto. Schon als 21-Jähriger fuhr er Porsche. Den 356er, den er heute besitzt, hat er sich aber vor allem zur Erinnerung an seinen Bruder gekauft. Er hatte auch so einen Wagen - und verunglückte damit tödlich. "Er war mein großes Vorbild", sagt Röhrl. "Beim Skifahren, im Autofahren, in allem."

Aber wieso konnte der Tod des Bruders ihn nicht davon abhalten Rennfahrer zu werden? Wie hielt seine Mutter das aus? Und an was denkt man, wenn man sich mit 160 Sachen überschlägt? Röhrl spricht auch darüber, was ihn innerlich beschäftigt hat in all den Jahren. Er bezeichnet sich als Menschen, der immer "zwischen Größenwahn und Selbstzweifeln" hin und her pendelte.

Noch ist Röhrl gut 200 Tage im Jahr für Porsche unterwegs. Er testet die sportlichen Autos und repräsentiert die Marke. Aber wie lange will er überhaupt noch so intensiv Autofahren? Im Gespräch kündigt Röhrl an, dass er etwas ändern will. "Ich bin gerade in einer neuen Findung", sagt er.

"Ich pendle zwischen Größenwahn und Selbstzweifeln"

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