Real unter Druck Brasilien kämpft mit 60 Milliarden Dollar gegen Währungsverfall

Die Notenbank will Investoren gegen weitere Verluste versichern: Brasiliens Währung Real leidet unter der Politik der US-Zentralbank Fed. Auch Indonesien wehrt sich gegen die "weltweiten Turbulenzen".

Die brasilianische Notenbank will mit einer Intervention im Gesamtvolumen von bis zu 60 Milliarden Dollar dem Wertverfall der Landeswährung Real Einhalt gebieten. Mit Bargeld und Derivate-Kontrakten bieten die Währungshüter nach eigenen Angaben den Investoren eine Versicherung gegen weitere Kursverluste.

Die brasilianische Regierung bemüht sich derzeit, die Inflation in Schach zu halten und gleichzeitig der stagnierenden Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen (Hintergründe hier).

Finanzminister Guido Mantega gab bekannt, dass die Regierung in diesem Jahr nur noch ein Wirtschaftwachstum von 2,5 Prozent nach bislang drei Prozent erwartet. Die Prognose für 2014 senkte die Regierung auf vier von zuvor 4,5 Prozent.

Grund für die Abwertung des Real ist der Abfluss von Kapital aus Schwellenländern in die USA, wo im Zuge der Wende der US-Geldpolitik die Zinsen anziehen (Hintergründe hier). Die Federal Reserve dürfte bald damit beginnen, ihre gigantischen Anleihe-Käufe einzudampfen und damit ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik einzuläuten.

Das Stützungsprogramm der Zentralbank in Brasilien begann an diesem Freitag und soll bis mindestens Ende des Jahres laufen. Die Notenbank kauft durch zwei Arten von Transaktionen die eigene Währung und gibt dafür Dollar aus. Das soll den Real, der seit Jahresbeginn fast ein Fünftel an Wert verloren hat, wieder teurer machen. Montags bis donnerstags will die Notenbank jeweils 500 Millionen Dollar ausgeben, freitags sogar eine Milliarde Dollar.

Auch die indonesische Regierung kündigte mehrere Regelungen an, um einer Währungskrise zu begegnen. Finanzminister Chatib Basri sagte, die Regierung "unternimmt alles, um den weltweiten Turbulenzen zu begegnen". An der wichtigsten Börse in Jakarta waren die Kurse allein von Montag bis Donnerstag dieser Woche um neun Prozent gefallen, der Wert der indonesischen Rupiah fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte 2009, und das Außenhandelsdefizit erreichte neue Rekordwerte.

Die Regierung will nun gegensteuern, indem sie die Einfuhrzölle auf bestimmte Luxusprodukte deutlich erhöht und weniger Öl und Gas einführt. Der Export soll durch sinkende Steuern für einzelne Branchen angekurbelt werden. Zudem will Indonesien ausländische Investitionen im Land erleichtern, indem Genehmigungen schneller erteilt werden.