Ranking der Suchmaschine Google nimmt Handys ernster

Weil immer mehr Menschen unterwegs ins Netz gehen, zeigt Google Seiten, die auf Smartphones gut aussehen, in der Trefferliste nun oben.

Von Franziska Schwarz

Google ändert an diesem Dienstag den Algorithmus für seine Suche auf mobilen Geräten wie Smartphones. Internetseiten, die für diese Geräte optimiert sind, weil die Schrift beispielsweise groß genug ist und Links so gesetzt sind, dass man sie bequem mit einem Finger antippen kann, werden in der Trefferliste nun bevorzugt. Nach dieser Neuerung sollen auch Informationen aus Apps, die der Suchende auf seinem Smartphone installiert hat und die von den Entwicklern mit gewissen Schlagworten versehen worden sind, in den Ergebnissen gezeigt werden.

Ob die neuen Kriterien auch Auswirkungen auf die Suche an klassischen Computern haben, war zunächst noch unklar. Der Algorithmus der Suchmaschine, eine mathematisch gefasste Abfolge von Anweisungen, gehört zu den am besten gehüteten Geheimnissen von Google. Das Unternehmen versichert stets, dass die Suchergebnisse nicht von kommerziellen Interessen beeinflusst sind. Die Reihenfolge der Treffer hänge davon ab, wie relevant diese für die Suchenden sind. Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche ein Wettbewerbsverfahren gegen Google eingereicht. Der Verdacht: Der Konzern ziehe bei der Suche nach Produkten den hauseigenen Preisvergleichsdienst "Google Shopping" vor und platziere diesen in der Trefferliste prominenter als die Konkurrenz.

An der Qualität der Suchergebnisse hängt letztlich das Geschäft des Internetkonzerns. Würden die Menschen die Treffer nicht hilfreich finden, würden sie zur Konkurrenz gehen - und dann würden Unternehmen auch dort ihre Anzeigen schalten. Google macht fast 90 Prozent seines Umsatzes mit Werbung. Zugleich steigt die Zahl der Menschen, die über ihr Smartphone ins Netz gehen. Das ist für Google aus zweierlei Gründen eine Herausforderung: Zum einen sind die Anzeigenpreise auf den kleinen Bildschirme niedriger, zum anderen tasten sich die Menschen auf dem Smartphone nicht durchs offene Web, sondern durch diverse Apps.

Neuerungen des Suchalgorithmus benannte Google in der Vergangenheit oft nach Tieren: Penguin, Panda oder Kolibri. Das Kolibri-Update fand 2013 statt. Seither soll die Suchmaschine nicht nur einzelne Worte, sondern auch den möglichen Kontext erkennen. Im Hinterkopf hatte man bei Google damals bereits die Suche auf Smartphones, bei der viele ihre Fragen auch per Spracheingabe stellen. Das tun sie dann oft in ganzen Sätzen.

Die Frage, wie man in der Google-Trefferliste möglichst weit oben landet, beschäftigt etliche Betreiber von Internetseiten. Auf einer speziellen Webseite gibt Google ihnen nun Auskunft, wie Smartphone-freundlich das Angebot gerade eingestuft wird.