Sie ist aufgewachsen im goldenen Käfig und geriert sich als angehender Hartz-IV-Fall. Dabei ist Madeleine Schickedanz an ihrem Desaster selbst schuld. Ihr öffentliches Jammern ist peinlich.
Ihre Kinder würden ihr vorwerfen, sie hätte sich zu wenig um den Konzern gekümmert, sagt Arcandor-Großaktionärin und Quelle-Versandhauserbin Madeleine Schickedanz.
Madeleine Schickedanz hat Milliarden verloren. (© Foto: dpa)
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Man kann sie nur beglückwünschen zu solch klugen Kindern. Denn für das Desaster des Handelskonzerns trägt zu einem deutlichen Maß sie selbst Verantwortung, vor allem, soweit es um die Arcandor-Tochter Quelle geht.
Aufgewachsen im goldenen Käfig und mit Eltern, die nie Zeit für sie hatten, übernahm die Tochter später nie wirklich selbst Verantwortung für ihr Erbe. Sie schickte stets ihre Ehemänner vor, drei an der Zahl, und das ging schief. Privat wie geschäftlich.
Schickedanz hätte ihre Rolle als Erbin entweder konsequent annehmen und sich dann intensiv um das Unternehmen kümmern müssen. Oder sie hätte den Laden frühzeitig verkaufen und einen Trennungsstrich ziehen müssen. Stattdessen lavierte sie jahrzehntelang herum.
Umso seltsamer ist es, wie die Quelle-Erbin jetzt in ihrem ersten Interview seit Jahren zu Jammern beginnt. Gewiss, sie hat Milliarden verloren. Aber wie sie sich von ihrer abgeschirmten Villa im Fränkischen aus als angehender Hartz-IV-Fall geriert, ist peinlich.
Mit ihrer Klage, beim Discounter einkaufen und beim Italiener um die Ecke Pizza essen zu müssen, verhöhnt sie die Tausenden Quelle-Mitarbeiter, die wirklich um ihre Existenz fürchten müssen. Das sind die Menschen, für die Schickedanz als Arbeitgeberin eine Verantwortung hat, der sie jedoch nicht gerecht geworden ist.
Sie ist kein Opfer. Ihr Gejammer lässt nur einen Schluss zu: Schickedanz hat in ihrer abgekapselten Luxuswelt bis heute nicht begriffen, was Arcandor und seine über 80.000 Beschäftigten wirklich bewegt.
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(SZ vom 20.07.2009/kfa/tob)
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outlet121"Immerhin stand das Unternehmen vor Jahren schon einmal mit dem Rücken zur Wand. Hinzu kommt, dass man bei der Verpflichtung neuer Vorstände doch entsprechende Dossiers hat. Das bedeutet nebenbei aber auch, dass Frau Schickedanz obendrein keine besondere Menschenkenntnis hat."
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so wie ich das herauslese, hat sie doch eh die ganze verantwortung auf ihre ehemänner abgeschoben:"Sie schickte stets ihre Ehemänner vor, drei an der Zahl, und das ging schief."
und auf wikipedia steht ja auch: "Madeleine Schickedanz ist in dritter Ehe mit Leo Herl verheiratet, der sie im Aufsichtsrat vertritt"
THentzschel: Berater?
"Die kommentierte Dame hat entweder gar keine Berater, ist grottenschlecht beraten oder gar beratungsresistent (hört also nicht auf Berater). Deswegen tut sie mir fast schon leid."
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schon alles äußerst mysteriös, nachdem ja sogar der eigene sohn manager bei quelle ist.
benutzer1100:"""h Also was will dieser realitätsentstellte Artikel von Uwe Ritzer eigentlich hier bewirken? Doch nur, dass man sich wieder über die Reichen echauffiert. Für mich ist das reines Gehetze.
In meiner Region kann man die Armen mit den Fingern einer Hand abzählen.
Wo wohnst denn Du? Bei den Armen im Prekariat, hä?
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ich vergaß..
hetzen und sich dabei richtig austoben ohne irgendwelche konsequenzen darf man ja nur gegen sozialschwache... denn die haben ja auch im gegensatz zu den reichen keine lobby und können sich auch nicht zur wehr setzen....deswegen auch beliebtes zielobjekt von rechtskonservativen politkern , um vom eigenen versagen abzulenken.
und was die schickedanz betrifft, so halte ich ich diese hilflose mitleidstour für reine berechnung , damit der staat arcandor doch noch finanziell unter die arme greift.
hier in frankfurt am main gibt's arme mehr als genug. manche viertel verelenden zusehends.
wo lebst du denn?
Es ist in der Tat peinlich, wie das Interview mit Frau Schickedanz in die Medien lanciert wurde. Und was das Ganze soll, ist nicht klar. Sie wird doch nur Hohn und Spott inklusive heftigster Kritik ernten. Und bringen wird es ihr auch nichts. Schließlich ist das Vergangenheitsbewältigung. Allenfalls könnte man es als Hilferuf an die Gläubiger und Interessenten verstehen. Dann ist dieser Weg ab auch nicht besonders klug. Immerhin stand das Unternehmen vor Jahren schon einmal mit dem Rücken zur Wand. Hinzu kommt, dass man bei der Verpflichtung neuer Vorstände doch entsprechende Dossiers hat. Das bedeutet nebenbei aber auch, dass Frau Schickedanz obendrein keine besondere Menschenkenntnis hat.
Die kommentierte Dame hat entweder gar keine Berater, ist grottenschlecht beraten oder gar beratungsresistent (hört also nicht auf Berater). Deswegen tut sie mir fast schon leid.
Ob allerdings manche Kommentatoren hier wirklich durchschauen, wie das Spiel geht, bezweifele ich: Zwar lese ich, M.S habe noch Aktien für 25 Mio und sicher auch andere Werte. Da haben aber mit Sicherheit Banken die Hand drauf und wer sich mit solchen Fällen etwas auskennt, kann nachvollziehen, wie kurz der Weg vom Multi-Millionenvermögen zur Quasi-Armut ist. Ohne kompetente und akzeptierte Beratung ist jemand wie Frau Schickedanz da mit einiger Sicherheit hilflos.
Paging