Quartalszahlen Amazon begeistert die Anleger

  • US-Konzern Amazon konnte im vierten Quartal 2014 seinen Umsatz um 15 Prozent auf knapp 30 Milliarden Dollar steigern. Analysten hatten mit mehr gerechnet.
  • Die Zahl der Kunden, die den Zusatzdienst Amazon Prime nutzen, ist um 53 Prozent gestiegen.
  • Im nachbörslichen Handel stiegen die Amazon-Aktien um neun Prozent.
  • Für das Gesamtjahr 2014 verzeichnet der Konzern einen Verlust von 241 Millionen Dollar.

Amazon steigert Umsatz

Der US-Internet-Händler Amazon hat im vergangenen Weihnachtsgeschäft zwar weniger verdient, konnte dank seines Prime-Dienstes im vierten Quartal seinen Umsatz dennoch steigern.

Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 29,3 Milliarden Dollar, wie der Konzern an diesem Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten mit 30 Milliarden Dollar etwas mehr erwartet.

Den Gewinn bezifferte Amazon auf 45 Cent je Aktie, was deutlich über den Expertenschätzungen von 17 Cent lag. Der Nettogewinn betrug 214 Millionen Dollar nach 239 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Im nachbörslichen Handel sprangen die Amazon-Aktien um etwa zwölf Prozent in die Höhe.

Investitionen in Prime-Kunden

Der Onlinehändler investiert traditionell viel in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. So wurden allein im vergangenen Jahr 1,3 Milliarden Dollar in den hauseigenen Video-Streamingdienst gesteckt, wie Amazons Chef und Gründer Jeff Bezos erklärte. Für die Versandkosten im Abo-Service Prime habe Amazon Milliarden ausgegeben.

Prime-Kunden zahlen keine Versandgebühren und bekommen Zugang zu ausgewählten Musik- und Video-Inhalten. Analysten diskutieren darüber, ob Amazons Kosten für das Prime-Programm zu hoch sind. Amazon verweist darauf, dass Prime-Kunden mehr Umsatz bringen. Der Konzern nennt keine genauere Zahl der Prime-Mitglieder. Bezos gab nun lediglich bekannt, das sie im vergangenen Jahr um 53 Prozent gestiegen sei - auf einer Basis von Dutzenden Millionen.

Mehr als 240 Millionen Dollar Verlust in 2014

Im dritten Quartal hatte eine Abschreibung auf das gefloppte erste eigene Smartphone Fire Phone die Bilanz verhagelt. Das Ergebnis war ein Verlust von 437 Millionen Dollar, der die Investoren schockierte.

Im gesamten Jahr gab es trotz der schwarzen Zahlen zum Jahresausklang einen Verlust von 241 Millionen Dollar. Das Jahr 2013 hatte Amazon noch mit einem Gewinn von 274 Millionen Dollar abgeschlossen.

Verhaltene Prognose

Die Prognose für das laufende Quartal fiel verhalten aus. Amazon rechnet mit einem operativen Ergebnis zwischen einem Verlust von 450 Millionen Dollar und einem Gewinn von 50 Millionen Dollar.

Amazon ist neben dem Einzelhandels-Geschäft einer der weltgrößten Anbieter von Cloud-Infrastruktur. Auch dieses Geschäft braucht hohe Investitionen etwa in Rechenzentren. Die Investoren bekamen bisher kaum Einblick in die Entwicklung dieses Amazon-Bereichs. Nun soll künftig der Umsatz des Cloud-Geschäfts einzeln ausgewiesen werden. Zudem hieß es, die Sparte habe eine Million Kunden.