Psychologie des Schenkens Der Kreative

Der Kreative von heute ist der Bastler von gestern.

(Foto: Illustration: Stefan Dimitrov)

Der Kreative

Die Gattung der kreativen Schenker wächst. Das könnte daran liegen, dass Bastler im Internetzeitalter nicht mehr auf sich allein gestellt sind. Sie können ihre persönlichen Fotos von Profis zu einem Kalender binden oder T-Shirts individuell bedrucken lassen. So riskieren sie keine peinlichen Pannen mit Schere und Kleber. Wer selber bastelt, signalisiert dem Beschenkten, dass er sich Zeit für ihn genommen hat. Doch Vorsicht: "Nicht jeder freut sich über etwas Selbstgemachtes", warnt Diplom-Psychologe Peter Wiblishauser aus München. "Manchen Menschen ist ein DVD-Player einfach lieber."

Zudem sollten es Schenker bei der Kreativität nicht übertreiben. Ein Wettlauf um die originellste Gabe dient allein dazu, den Geber in ein gutes Licht zu rücken. "Dabei geht es häufig um die Selbstverwirklichung des Schenkenden. Ob der Beschenkte daran Freude hat, ist fraglich", sagt Ulrich von Hecker, Psychologie-Professor an der Cardiff Universität.