Christian Streiff, Chef von Peugeot-Citroën, über staatliche Hilfen, die Zusammenarbeit mit Konkurrenten und Werksschließungen.
Christian Streiff, 55, ist seit Februar 2007 Chef des französischen Autoherstellers PSA Peugeot-Citroën. Auf dem Genfer Auto-Salon macht er den Unterschied deutlich zwischen Staatshilfen in Europa und Amerika: Hier ersetzen Regierungen handlungsunfähige Banken, dort dient das Geld der Neuausrichtung von Konzernen.
PSA-Chef Christian Streiff freut sich über die Hilfe vom französischen Staat. (© Foto: AP)
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SZ: Herr Streiff, Ihr Kollege von Renault, Carlos Ghosn, sagt, wer schon vor der Krise Probleme hatte, wird die Krise nicht überleben. Was bedeutet das für PSA?
Christian Streiff: Für PSA hat die Krise eine Beschleunigung der Restrukturierungsprogramme bedeutet, die wir in Gang gesetzt hatten. Sie sollten bis 2010 laufen. Jetzt haben wir einen Teil schon früher erledigt. Wir haben 2008 fast zwei Milliarden Euro bei den Kosten eingespart. Das war unser Glück. Wir entwickeln heute ein Auto schneller, wir werden die Kosten für seine Herstellung um 40 Prozent senken.
SZ: Warum hat das Sparprogramm nicht ausgereicht, um ohne Hilfen der französischen Regierung auszukommen?
Streiff: Die Staatshilfen haben damit nichts zu tun. Das Darlehen von drei Milliarden Euro zu einem Zinssatz von sechs Prozent ist nur das, was uns normalerweise eine Bank hätte geben sollen.
SZ: Hätte PSA auch ohne diese Hilfe bestehen können?
Streiff: Schon, wenn die Banken ihre Arbeit geleistet hätten. Der staatliche Fonds stellt keine Finanzhilfe an sich dar, es handelt sich nur um ein Darlehen. Dessen Zins erhöht sich, wenn unsere Geschäftsergebnisse wieder besser werden.
SZ: Nach den Vorstellungen von Staatspräsident Nicholas Sarkozy soll das Geld möglichst in Frankreich bleiben. Muss PSA jetzt Werke aus Osteuropa zurückholen?
Streiff: Überhaupt nicht. Es macht keinen Sinn zu sagen, das Geld soll in Frankreich bleiben. Es ist Geld, das die Firma Peugeot Citroën Automobil bekommen hat. Die Hilfe vom Staat hat eines schon gebracht: Die Banken behandeln uns wieder korrekter. Wir diskutieren jetzt wieder über Darlehen zu einigermaßen normalen Konditionen.
SZ: Wäre es gut, wenn der Staat als Aktionär bei PSA einsteigen würde?
Streiff: Das ist ausgeschlossen, und das gehört auch nicht zu den Aufgaben eines Staates. Der Staat hat bei uns nur vorübergehend die Banken ersetzt.
SZ: Verzerren Staatshilfen wie in den USA für die Opel-Mutter General Motors den globalen Wettbewerb?
Streiff: In Europa gibt es keine Hilfen zur Restrukturierung. Die europäischen Regierungen helfen der Industrie nicht, sie ersetzen die Banken. Das ist in Amerika ganz anders.
SZ: Ein Autohersteller benötigt nicht nur Geld, sondern vor allem auch Kunden. Braucht die Welt Autos von Peugeot und Citroën?
Streiff: (lacht) Oh ja, jede Menge. Die Welt braucht gestern wie morgen schöne Autos. Die Welt braucht auch Autos, die weniger Benzin verbrauchen. Wir bieten genau das. Deshalb ist unser Marktanteil in Europa auf 14,1 Prozent gewachsen.
SZ: Wo steht PSA im Weltmarkt?
Streiff: Wir wollen mehr in die Schwellenländer gehen. Ein Werk in Russland haben wir schon gebaut. In China und Brasilien investieren wir weiter. Diese Länder werden ihren Aufschwung nach der Krise fortsetzen.
Lesen Sie im zweiten Teil, mit welchen Konkurrenten PSA über Zusammenarbeit verhandelt - und wie Christian Streiff auf die Überkapazitäten in der Autobranche reagiert.
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Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten. Das die Franzosen in Blech gebackener Sondermüll seien, ist ja weitestgehend bekannt unter der deutschen vw/bmw/daimler usw. geprägten Autofahrergemeinde. Das Gleiche gilt wohl in regelmäßigen Abständen für Koreaner, Japaner, Italiener. Jedem seine Meinung, würde ich sagen, aber sehen wir das mal nicht zu eng.
Bin seit 15 Jahren Schweber (für die Nichteingeweihten Citroenist) und hatte noch keinen Grund zu Klage.
"Die Welt braucht schöne Autos" - zweifelsohne, stellt sich nur die Frage, wann sie bei Pegeout und Co. endlich beginnen welche zu bauen? Französische Autos sind einfach nur grässlich und haben ungefähr das gleiche Image wie Tütensuppen.