Prozess wegen Kreditbetrugs Geldstrafe für Ex-Porsche-Finanzchef Härter

Juristische Aufarbeitung der Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche: Der frühere Finanzchef von Porsche ist wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe von 630.000 Euro verurteilt worden. Er hatte eine Bank falsch informiert.

Porsches früherer Finanzchef Holger Härter ist wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe von insgesamt 630.000 Euro verurteilt worden. Das Stuttgarter Landgericht sah es als erwiesen an, dass Härter im Zuge der Übernahmeschlacht mit VW eine Bank falsch informiert hat (Az: 11 KLs 159 Js 77250/11).

Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, Härter habe das Geldhaus BNP Paribas getäuscht, als die Bank Porsche einen 500 Millionen Euro schweren Kredit gewährte. Er habe den Finanzbedarf und Risiken des Autokonzerns zu gering angegeben.

Das Gericht blieb hinter dem von den Strafverfolgern geforderten Strafmaß zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr gefordert, die bei einer Bewährungsauflage von einer Million Euro zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe hätte ausgesetzt werden können. Kreditbetrug kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden.

Der 57-Jährige bestritt vor Gericht die Vorwürfe. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Er will Revision gegen das Urteil einlegen, sagten seine Anwälte nach der Urteilsverkündung.

Härter steht ein weiterer Prozess bevor: Er und der damalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking müssen noch mit einem Prozess wegen Marktmanipulation rechnen. Die Anklage ist bereits erhoben.