Prozess um Schadensersatz Deutsche Bank geht gegen Kirch-Urteil vor

Der verstorbene Medienunternehmer Leo Kirch beschuldigte die Deutsche Bank, die Pleite seines Konzerns verursacht zu haben. Seine Erben sollen nun Schadensersatz erhalten.

(Foto: Frank Leonhardt/dpa)

Bis zu 1,5 Milliarden Euro Schadensersatz soll die Deutsche Bank an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zahlen. Das hatte ein Gericht im Dezember entschieden. Deutschlands größtes Geldhaus will das Urteil nun anfechten.

Die Deutsche Bank will die Niederlage im Kirch-Prozess nicht hinnehmen. Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wird das Institut das Urteil des Oberlandesgerichts München anfechten. "Wir haben nach Analyse des Urteils Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt", sagte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses. "Wir halten die Entscheidung aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen für falsch."

Am 14. Dezember 2012 hatten die Richter die Bank dazu verurteilt, Schadenersatz an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu zahlen. Deren ehemaliger Chef, Rolf Breuer, hatte 2002 in einem Fernsehinterview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt und damit nach Ansicht der Kläger die Pleite seines Konzerns wenig später ausgelöst.

Die Schadensersatzssumme soll in einem Gutachten ermittelt werden - das Gericht hatte sie auf 120 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro beziffert. Die Kirch-Erben fordern zwei Milliarden Euro.

Die Bank hatte einen Zusammenhang zwischen dem Interview und der Pleite stets bestritten. Ihre Anwälte argumentierten, dass der hoch verschuldete Kirch-Konzern auch ohne Breuers Aussagen in die Insolvenz geschlittert wäre.