Erstmals seit Jahren wird Milch bald spürbar teurer. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) zeigte Verständnis für den Kampf der Milchbauern um höhere Preise, Discounter-Ketten bestätigen bereits neue Abschlüsse.
"Wir müssen uns auf höhere Milchpreise voraussichtlich ab Juni einstellen", sagte der Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, am Mittwoch der dpa in Berlin.
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Die Verbraucher müssen sich auf steigende Preise für Milchprodukte einstellen. (© Foto: ddp)
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Die Verbraucher würden dies wohl bei allen Milchprodukten spüren. Die Molkereien setzten in den Verhandlungen mit großen Discountern nach Angaben des Deutschen Bauernverbands höhere Milchpreise von zum Teil mehr als 15 Prozent durch.
Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler REWE prüft Preiserhöhungen. Die Butterpreise sind bereits gestiegen. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) zeigte Verständnis für den Kampf der Milchbauern um höhere Preise. "Innerhalb der deutschen Landwirtschaft ist das Thema Milch tatsächlich das größte Problem", sagte er der Mainzer Allgemeinen Zeitung.
Das Agrarministerium sprach von einem "guten Zeichen" für die Milchbauern. "Der bisher zu niedrige Milchpreis deckte bei vielen Betrieben nicht einmal die Betriebskosten", sagte der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Gerd Müller (CSU). Für die Verbraucher sei die im Verhältnis geringfügige Preissteigerung verkraftbar. Mehr als 20 000 Milchbauern hatten in der vergangenen Woche bundesweit für höhere Preise demonstriert.
Die Molkereien setzten nach Angaben der Milchindustrie höhere Abgabepreise zum Beispiel beim führenden deutschen Discounter Aldi durch. "Das ist ein Durchbruch", sagte der Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes, Michael Brandl, der dpa. Zum Abschluss lägen ihm aber keine Zahlen vor. Der Vertrag gelte nur für wenige Milchprodukte wie Trinkmilch.
Davon gehe jedoch eine Signalwirkung aus, so dass auch bei anderen Unternehmen und anderen Milchprodukten wie Käse höhere Preise zu erwarten seien. Aldi Nord lehnte eine Stellungnahme ab, Aldi Süd bestätigte Abschlüsse mit den Molkereien, wollte dabei jedoch keine Einzelheiten nennen. Der Preis für die 250-Gramm-Packung Butter sei bei Discountern bereits Anfang Mai um 4 auf 79 Cent gestiegen, teilte die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle der Agrarwirtschaft (ZMP) in Berlin mit.
Bis Anfang 2005 habe der Preis aber noch bei 85 Cent gelegen. Da die Haushalte im Schnitt 25 Euro pro Jahr für Butter ausgeben, bedeute die jüngste Anhebung Mehrkosten von elf Cent pro Monat. Auch REWE prüft Preiserhöhungen bei Milchprodukten. In Asien, Australien und Neuseeland sei die Nachfrage nach Milchpulver durch Klimafolgen stark gestiegen, sagte ein Unternehmenssprecher. Ob und in welchem Umfang Preissteigerungen an Verbraucher weitergegeben werden müssten, werde sich in der nächsten Zeit zeigen.
Die Discounter, die einen Marktanteil von insgesamt rund 40 Prozent im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel haben, gelten als wichtiger Signalgeber bei der Preisentwicklung in der Branche. Die Margen sind sehr niedrig. Der Abschluss höherer Milchpreise ist nach Angaben des Bauernverbandes bereits bei Butter spürbar. Mit der höheren Nachfrage und möglichen Preissteigerungen gibt es für die deutsche Milchindustrie nach Verbandsangaben Erleichterung nach einer langen Durststrecke. "In den letzten fünf Jahren haben wir 15 Prozent gegenüber dem deutschen Lebensmittelhandel verloren", sagte Brandl.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter begrüßte die höheren Abgabepreise. Die Bauern müssten Kosten deckende Preise erhalten, das bedeute derzeit mindestens 40 Cent pro Kilogramm Milch statt bisher 27 Cent, sagte der Vorsitzende Romuald Schaber in Freising. Es bleibe aber abzuwarten, wie viel davon bei den Bauern ankomme. "Das allein ist entscheidend."
(dpa)
Die Aufregung über teure(re) Milch und die armen Bauern in Deutschland kommt für deutsche Politiker wohl wie gerufen....
Seehofer "zeigt Verständnis"...
Jahrelang wurde und wird subventioniertes!!! Milchpulver nach Afrika gekarrt und damit deren Existenz beraubt, so dass sie eigene Milcherzeugnisse nicht an den Mann _ Frau bringen konnten und immer noch nicht können.
Lasst doch die Milch im Lande und zwingt nicht die armen Kreaturen (Kühe) noch mehr aus sich heraussaugen zu lassen!!!!!!
Dann hätten alle was davon. Der Staat müsste nicht Geld für "Subventionen" verschleudern und eher den Bauern zugute kommen lassen, so, dass die auch zufrieden sind mit ihrer "Vermarktung".
Alles nur Dummverkäuferei für den dummen deutschen Michel, der alles schluckt, was die Herren, die sich für solche halten (Politiker) "oben" verzapfen.
Will der versklavte und geknechtete Steuerzahler denn nicht endlich aufwachen ????
Es sind ja nicht nur die Milch und die übrigen kaputtdiscounterten Lebensmittel. Wenn ich "auf Aldi" einen Winkelschleifer ("Flex") für 14,99 EUR "schieße", entwerte ich doch im gleichen Atemzug die Arbeit, die hinter so einem Gerät auch in China noch steckt. Genauso, wie ich die Lebensmittel entwerte, die nicht billig genug sein können. Und wenn die Arbeit nichts mehr wert ist, wird sie auch keiner mehr anbieten, denn er hat ja nichts davon.
Stimmt schon: Billig kommt teuer zu stehen.
Matthäus 5, Vers 3 ...
... ist von jeher der Spruch auf den Aldi-"Warentrennern" an den Kassen, der "Qualität zu fairen Preisen" verspricht zumindest, wenn man an die Preise denkt, die Aldi (et cetera) den Lieferanten zahlt.
Übrigens: Mit der jetzt angekündigten Erhöhung um 15 Prozent erhöht sich meine "Milchquote" um rund 16 Euro. Pro Jahr. Das sind 4,3 Cent pro Tag. Ob ich das wohl verkraften werde?
Überlasst E.ON die Milchproduktion. Dann klappt's auch mit den Margen.
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