Zugeständnisse, aber keine Einigung: Lidl erhöht den Milchpreis je Liter um zehn Cent, dennoch demonstrieren die Bauern weiter.
Am Donnerstag treffen sich die Milchbauern zu einem bundesweiten Aktionstag zwecks Unterstützung der Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel. Der Deutsche Bauernverband (DBV) rief alle Milchbauern zur Teilnahme an dem nationalen Milch-Aktionstag auf. Dabei sollen die Demonstrationen vor den Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels ausgeweitet werden.
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Zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin erwartet der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) mehrere tausend Demonstranten. Am Donnerstag sei auch ein Gespräch mit dem Milchindustrieverband über die künftige Preisgestaltung vorgesehen, sagte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber in Berlin.
Der Verband will den Lieferboykott trotz erster Erfolge im Kampf um höhere Milchpreise zunächst fortsetzen. Der Discounter Lidl hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass vom kommenden Montag an in seinen Filialen der Verkaufspreis je Liter Milch um zehn Cent erhöht werde. Butter wird um 20 Cent teurer. Die Rewe-Gruppe will diesem Schritt voraussichtlich folgen. Die erste Molkerei erhöhte am Mittwoch den Preis, den sie den Landwirten zahlt, auf 43 Cent pro Liter Milch.
Andere Ketten sollen nachziehen
Die Bereitschaft zur Beteiligung am Milch-Boykott ist aus Sicht des Verbandes der privaten Milchwirtschaft bei Landwirten außerhalb Deutschlands nur gering. Nach Erkenntnissen der in dem Verband zusammengeschlossenen Unternehmen gebe es in anderen europäischen Ländern kaum Unterstützung für den Lieferstopp der Milchbauern, sagte Verbandsgeschäftsführerin Susanne Nüssel und trat damit anderslautenden Einschätzungen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter entgegen.
Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller (CSU) forderte unterdessen den Lebensmitteleinzelhandel auf, dem Beispiel des Discounters Lidl zu folgen. "Die Ankündigung von Lidl, den Verkaufspreis für Milch um zehn Cent pro Liter und für Butter um 20 Cent pro Päckchen anzuheben, ist ein wichtiges Signal für die Bauern, dass frische Produkte aus heimischer Landwirtschaft ihren Preis haben müssen", sagte Miller.
Die übrigen Handelsunternehmen seien nun gefordert, rasch nachzuziehen. Entscheidend sei aber, dass die Preissteigerung auch in vollem Umfang bei den Landwirten ankomme. Angemessene Preise für die Bauern seien "unverzichtbare Voraussetzung für den Erhalt einer wettbewerbsfähigen, bäuerlichen Landwirtschaft", betonte der Minister.
(sueddeutsche.de/dpa/ddp-bay/mel)
Berliner Zeitung