"Buy Chinese": Mit einer Protektionismus-Klausel entsetzt Peking seine Handelspartner - und spielt ein gefährliches Spiel. Auch für China selbst.
Den Bumerang hat China nicht erfunden, anders als den Kompass, das Schießpulver und das Papier. Und doch wird gerade der Einschlag eines rhetorischen Bumerangs in Peking erwartet. Als in Washington kürzlich von "Buy America" die Rede war, sprachen chinesische Politiker von einem "Gift" für den Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise. Nun aber hat Peking seinen eigenen "Buy China"-Ukas erlassen. Chinesische Produkte seien strikt zu bevorzugen, wenn Anschaffungen im Rahmen des nationalen Konjunkturpaketes getätigt werden, so die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
China bevorzugt inländische Produkte - und spielt damit ein gefährliches Spiel. (© Foto: Reuters)
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Möglicherweise hat da irgendein chinesischer Journalist aus Versehen die interne und externe Sprachregelung durcheinander gebracht. Chinas Nationale Reformkommission, eine dem ehemaligen japanischen Superministerium MITI vergleichbare Zentrale des Dirigismus, hat seit einigen Jahren ohnehin eine unsichtbare chinesische Mauer errichtet, allen WTO-Verpflichtungen zum Trotz. Nur wird das selten so öffentlich artikuliert.
Der neue Erlass wird in Kreisen ausländischer Geschäftsleute in China neue Verärgerung auslösen. Wieviel schwieriger "Buy China" das Verkaufen von Gütern in der Volksrepublik wirklich machen wird, muss zwar abgewartet werden.
Aber dieser Reflex des Protektionismus verschärft die ausländerfeindliche und reformfeindliche Stimmung, die in China auf dem Vormarsch ist. Warum dreht ausgerechnet ein Land wie China, das so sehr vom Export abhängig ist, an dieser gefährlichen Spirale? Könnte es sich um eine Panikreaktion handeln, die auf einen stärkeren wirtschaftlichen Einbruch verweist, als bisher angenommen? Dann könnte der Bumerang weiter hin- und herfliegen.
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(SZ vom 18.06.2009/tob)
... in größerem Umfang Immobilien in den USA zu kaufen ? Oder Euronen ?
Oder will die "Wertpapiere" keiner mehr haben ?
Falls Letzteres : Warum sollte China weiterhin seine Waren im Export verschenken , Herr Bork ?
Billige Konsumgüter für Technologie. Und China ist heute mehr denn je in der guten Position, dass Amerika und Europa geradezu abhängig von der fernöstlichen Ramschware sind, weil die eigenen Industrien für diese Güter seit Jahrzehnten verschwunden sind.
Amerika hat den Billigkonsum geradezu auf die Spitze getrieben, indem sie sich nicht nur die Waren sondern selbst das Geld für den Konsum von den Exportgiganten China und z. B. Deutschland geholt haben. Well done, gut gelebt und die Wechsel platzen zu einem Gutteil im Ausland.
Wie auch immer - wenn sich einer Protektionismus erlauben kann, dann ist es China. Sie sind es, die den billigen Konsum der Welt aufrecht erhalten. Wenn die Politik in Europa oder in Amerika sich bei China revanchieren würden, hätten sie schnell Ärger mit dem Volk, das plötzlich erkennen würde, was ein T-Shirt oder eine Unterhose kostet, wenn sie von einem Arbeiter kommen, der ähnliche Sozialstandards kennt, wie sie selbst.
Die Ungleichverteilung des Wohlstands in den kapitalistischen Staaten sorgt für weiter Abhängigkeit von China. Wenn die derzeit noch nicht Armen bei einem Wegfall der chinesischen Billigwaren plötzlich merken würden, dass sie eigentlich auch zu den Armen gehören, die sich vieles nicht mehr leisten können, würde das zu einer gefährlichen politischen Destabilisierung führen. Das wird sich jede Regierung doppelt und dreifach überlegen, ob sie das riskieren wollen. Bei uns ist derzeit alles noch ganz ruhig, weil die Leute weiter billig konsumieren können, wenn die ganzen Hartz IVer und Prekären plötzlich merken, dass es wirklich eng wird, wird sich das schnell ändern.
Natürlich dürfen die westlichen Politiker feste den Beleidigten raushängen, aber viel mehr können sie sich gar nicht erlauben, wenn sie im Volk die Illusion vom billigen Wohlstand nicht zerstören wollen.
In Anlehnung an die Erhardschen 50er Jahre Werbefilmchen für die Marktwirtschaft heißt es heute: soziale Marktwirtschaft ist, wenn der Chinese fleißig buckelt und der Westler billig konsumiert.
Westlicher Protektionismus würde diese Illusion instantan zerstören.
alles wird wieder gut! Dass Sie nicht verstanden haben, welche Strategie China als einer der Top Warenverschenker (Exportvizeweltmeister) jetzt fährt, braucht Sie nicht zu beunruhigen. Wir hier werden auch weiterhin versuchen unsere Waren gegen hochwertige Finanzpapiere zu verkaufen. Also nur keine Aufregung. Deutschland bleibt auf Kurs. Und China ist ja nicht unser Nr.1 Handelspartner, gell?
Es wäre ganz gut für Deutschlands Verbraucher, wieder mehr Qualitätsware kaufen zu müssen., Durch die dadurch erhöhte Nachfrage werden die Waren auch schnell günstiger.
Bie Kaffeeröstern gibt es dann halt wieder Kaffee, und Ein-Euro-Läden verschwinden.eben.
China versteht sich gut darauf, den Westen in jeglicher Hinsicht zu kopieren und so Abhängigkeiten zu schaffen. Nachdem es dem "Hightech-Entwicklungsland" USA soviel Kredit eingeräumt hat, ohne dafür ausreichende Sicherheiten zu verlangen, wendet es sich jetzt verstärkt den Entwicklungsländern zu und schafft sich dort neue Märkte.
Angola hat es z.B. den Kredit gegeben, der dem Land vom IWF verweigert wurde und bekommt wenigstens Öl dafür. So leicht kann die Weltwirtschaft verändert werden.
Deshalb sollten wir endlich die Niedriglohnpolitik in Deutschland beenden und unsere Porsches, BMW's etc wieder selber fahren, mit Elektromotor versteht sich, dessen Batterien natürlich mit Saharasonnenstrom aufgeladen werden.
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