Befreiung von der Kfz-Steuer, längere Laufzeit für das Kurzarbeitergeld und zusätzliche Mittel für das CO2-Gebäudesanierungs- programm: Das milliardenschwere Konjunkturpaket der Regierung ist unter Dach und Fach.
Das Kabinett billigte das Programm am Mittwoch. Es soll in den kommenden zwei Jahren bis zu 50 Milliarden Euro an Investitionen auslösen und eine Million Jobs sichern.
Wann findet sich ein Käufer? Bei den Händlern stehen die Neufahrzeuge derzeit auf Halde. Die Folge: Die Hersteller drosseln die Produktion. (© Foto: dpa)
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Die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden werden bis zum Jahr 2012 mit 23 Milliarden Euro zusätzlich belastet, davon muss der Bund rund elf Milliarden Euro schultern.
Der Gesetzentwurf trägt den Namen "Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" und enthält unter anderem drei Milliarden Euro zusätzlich für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm, einen höheren Steuerbonus für Handwerkerrechnungen und einen befristeten Erlass der Kfz-Steuer für Neuwagen bis längstens Ende 2010.
Die KfW-Bankengruppe soll darüber hinaus mit einem Kreditprogramm von 15 Milliarden Euro dem Mittelstand aus der Kreditklemme helfen. Unternehmen sollen befristet auf zwei Jahre mit günstigeren Abschreibungsmodalitäten zu Investitionen motiviert werden.
Verkehrsprojekte schneller anschieben
Weiter beschloss die Ministerriege, dringende Verkehrsprojekte beschleunigt anzugehen; unterlegt wird dies mit je einer Milliarde Euro zusätzlich in den Jahren 2009 und 2010. Um ein "zusätzliches Sicherheitsnetz für Beschäftigte" zu knüpfen, wird unter anderem das Kurzarbeitergeld von zwölf auf 18 Monate verlängert.
In dem Kabinettsbeschluss heißt es, die Maßnahmen seien langfristig sinnvoll, kurzfristig umsetzbar und rasch wirksam. "Sie geben kräftige Impulse für öffentliche und private Investitionen. Bürger und Unternehmen werden entlastet, der Konsum wird belebt, und die Beschäftigungserfolge werden gesichert."
Das zentrale Sparziel der Regierung, 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt ohne neue Schulden aufzustellen, wurde bereits am Dienstag verschoben. Ein neues Zieldatum wurde nicht genannt.
In dem Kabinettbeschluss heißt es dazu, wegen der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werde dies "aus heutiger Sicht nicht zu realisieren sein". Aufgegeben wird das Ziel aber nicht, vielmehr will die Regierung alles tun, um einen Etat ohne frische Kredite "baldmöglichst" zu erreichen.
Die zusätzlichen Ausgaben für den Bund belaufen sich nach Angaben des Finanzministeriums in den kommenden beiden Jahren auf rund 5,9 Milliarden Euro, bis 2012 ergeben sich knapp 10,9 Milliarden.
Der Schuldenberg wird größer
Damit dürfte der Schuldenberg der öffentlichen Hand weiter wachsen. Bislang plant der Bund, kommendes Jahr 10,5 Milliarden Euro an neuen Krediten aufzunehmen und 2010 dann 6,0 Milliarden.
Mit ihrem Hilfspaket fördert die Bundesregierung in den Jahren 2009 und 2010 nach eigenen Angaben Investitionen und Aufträge von Unternehmen, privaten Haushalten und Kommunen von rund 50 Milliarden Euro. Darüber hinaus sichern die Maßnahmen für eine bessere Unternehmensfinanzierung demnach Investitionen von gut 20 Milliarden Euro.
Weiter rechnet die Regierung in ihren neuesten Angaben vor, dass zusammen mit den vom Kabinett Anfang Oktober beschlossenen Maßnahmen allein in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt rund 32 Milliarden Euro aus den öffentlichen Gesamthaushalten zur Verfügung gestellt werden.
Gemeint ist die Erhöhung von Kindergeld, Kinderfreibetrag und Wohngeld, die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung auf 2,8 Prozent sowie die Absetzbarkeit der Krankenkassenbeiträge ab 2010.
- Deutschland Ausgeglichener Haushalt rückt in weite Ferne 04.11.2008
- Konjunkturprogramm Misserfolg garantiert 03.11.2008
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(sueddeutsche.de/AP/mel/hgn)
Berliner Zeitung
Wäre es zusätzlich zum geplanten Konjunkturprogramm nicht sinnvoll, ähnlich der befristeten Aussetzung der KFZ-Steuer, auch die Mehrwertsteuer befristet zu senken?
Vorteile:
Sehr schnell wirksam, vielleicht bereits im Dezember. Investitionen in die Infrastruktur sind gut, dauern aber zu lange, sie müssen geplant werden und werden oftmals von "Anwohnern" und anderen erbittert bekämpft.
Anders als Entlastungen bei direkten Steuern wandert diese Entlastung nicht gleich in den Sparstrumpf
Es hilft allen Branchen, nicht nur der Autoindustrie
Konjunkturbelebung durch "Vorzieheffekte" durch die Befristung, z.B. auf das Jahr 2009
Die Auto-Terminologie hat sich in den letzten Jahren (0- und Minusrunden bei exorbitant gestiegenen Fixkosten) gewandelt. Von Neu- und Jahreswagen zu gut gebraucht und sparsam und billig bis Dacia.
Schuld ist die Politik, die Wirtschaft und Schuld haben die unterstützenden Medien auf sich geladen und allesamt stehen sie nun vor einem Scherbenhaufen.
Das die Politik die Bürger für blöd hält, ist unbestritten. Aber wie tief muß man moralisch gesunken sein, diese Maßnahmen als wirksam anzupreisen? Normalerweise reicht dieser Geisteszustand um erfolgreich eine Entmündigung durchzusetzen.
Wir Bürger müssen leider noch bis zum September 2009 warten, bis wir diesem Gesindel einen Lehrzettel verabreichen können.
... ist wohl zutreffender für diese Mogelpackung.
Das hat der Autor der Überschrift sicherlich auch so gemeint.
Das geistige und moralische Niveau unserer re-Gier-enden in Berlin ist erschütternd.
Es wird immer schlimmer. Die glauben echt, sie können uns vera..., äh.. verhöhnen.
Wie die Wahlergebnisse und etliche Kommentare zeigen, ist dieser Glaube offenbar leider auch gerechtfertigt.
Rhinelander:
Super - wenn ich vierhundert Euro KfZ-Steuer spare, dann kauf ich mir sofort einen Neuwagen für zigtausend. Wo leben denn "unsere" Abgeordneten??
Da haben welche in Berlin ein Brett vor dem Kopf, damit man das Stroh nicht sehen kann
Paging