Warten auf "Sex and the City": Im Mai kommt der Film in die Kinos. Für den wichtigsten Werbepartner Mercedes-Benz ist der Streifen eine gute Gelegenheit, etwas für seine weibliche Zielgruppe zu tun - durch umstrittenes Product-Placement.
Kaum eine Fernsehserie war weltweit bei Frauen erfolgreicher als die Staffel "Sex and the City", die in Amerika in den Jahren 1998 bis 2004 lief. Der Renner soll nun durch einen Kinofilm weiterverwertet werden: Ende Mai ist der weltweite Start von "Sex and the City - The Movie". In Deutschland läuft der Film am 29. Mai an.
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Für Unternehmen, die auf die Zielgruppe Frauen schielen, ist der Film vermutlich ein lukratives Geschäft. Schließlich spielen alle Serienhauptdarsteller auch im Film ihre Charaktere: Carrie, Samantha, Charlotte, Miranda und Mr. Big können damit für werbliche Maßnahmen eingespannt werden.
Und genau dies soll in großem Stil geschehen: Acht Werbepartner haben mit dem Filmproduzenten New Line Cinema einen Vertrag abgeschlossen, um sich gegenseitig maximal zu vermarkten.
Von beiden Seiten aufgeschaukelt
Der Hype wurde dabei von beiden Seiten kräftig aufgeschaukelt: So sollen die acht Unternehmen - unter ihnen Marken wie Camparis Wodka Skyvy oder die Juwelierkette H. Stern - in dem Film gezeigt werden oder in den Filmdialogen auftauchen. Im Gegenzug macht etwa Campari Werbung für den Film, indem Skyvy-Cocktails mit Namen wie Carrie oder Samantha in einer US-Restaurantkette ausgeschenkt werden.
Werbespots, Wettspiele, Poster und Produkte, die nach "Sex and the City" benannt sind, sollen ihr Übriges tun. Dass es sich bei der Zielgruppe eindeutig um Frauen handelt, wird allein durch die Auswahl der meisten Werbepartner klar: Coca-Cola promotet sein Vitaminwasser Glaceau und der weltgrößte Parfümkonzern Coty bewirbt Duftmarken wie Chloé oder Cerruti.
"Wir haben den Film von Beginn an als die 'Super Bowl für Frauen' positioniert", sagte Chris Carlisle, Marketing-Chef bei New Line Cinema zur New York Times. Sein Unternehmen wolle nur mit solchen Marken zusammenarbeiten, die zur "Sex and the City"-Marke passten.
Langjähriger Sponsor bei der Modewoche
Dass den Filmmachern unter diesen strengen Kriterien auch die Marke Mercedes-Benz geeignet erschien, verdankt der deutsche Autohersteller seiner langjährigen Sponsorentätigkeit bei der Modewoche im New Yorker Bryant Park. Filmproduzent John Melfi entschloss sich sogar, die Schlüsselszene des Films bei dem Modeevent abzudrehen: Mr. Big und Samantha begegnen sich dort in einem S-Klasse-Modell und dem neuen Luxus-Sports-Utility-Vehicle GLK.
Lesen Sie auf der zweiten Seite, wann aus Product-Placement Schleichwerbung wird.
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@fhellner
sind sie so beeinflussbar, dass Werbung in Filme für sie schädlich ist? Müssen sie unbedingt das Fahrzeug des Protagonisten fahren?
Interessant finde ich das höchstens in älteren Filmen, wenn man wieder ältere Fahrzeuge sieht.
Das ist nun wirklich kein Phänomen, dass nur auf Frauen abzielt. Forest Gump trank schon nur Dr. Pepper und lief auf Nike-schuhen durch die Gegend...und Will Smith treibt es in I am Legend auf die Spitze (dort stößt man auch auf eine Szene von fragwürdiger dramaturgischer Notwendigkeit mit einem roten Sportwagen). Will Smith vermarktet nicht nur Musik, und Autos (Audi in I-Robot, Ford in I am Legend und ist es nicht ein Porsche SUV, den er durch das ausgestorbene New York lenkt) und Schuhe (Converse in I-Robot), und sogar sich selbst als Sex-symbol, indem man ihn mit freiem eingeöltem Oberkörper Klimmzüge machend zeigt, mit dem natürlich so, dass seine Muskeln noch größer wirken.
Es ist zwar nicht gerade reizvoll, Geld dafür zu bezahlen um sich einen 1,5stündigen Werbespot anzusehen, aber ganz soweit ist es ja auch noch nicht gekommen. Gehen Sie in Herr der Ringe. Da machen höchstens Pferdezüchter, Juweliere und Zauberstabhersteller Productplacement.
... sondern eine reine Werbeveranstaltung. Alles nach dem Motto: Frauen werden schon blöd genug sein, es nicht zu merken, daß sie manipuliert werden sollen?