Verzögerungen, Probleme, Stornierungen: Der Pannen-Flieger A400M reißt schon jetzt ein tiefes Loch in die Kasse von Airbus. Und nun springt auch noch ein wichtiger Auftraggeber ab.
Wenige Wochen vor dem geplanten Erstflug des Militärtransporters A400M hat das Milliardenprojekt von Airbus einen schweren Rückschlag erlitten. Südafrika hat am Donnerstag acht Maschinen im Wert von etwa 3,5 Milliarden Euro abbestellt und begründete diesen Schritt mit zu hohen Kosten und der Lieferverzögerung. Beim Airbus-Mutterkonzern EADS herrscht nun blankes Entsetzen - das Unternehmen kündigte an, die möglichen finanziellen Folgen zu prüfen.
Computersimulation des Pannen-Fliegers A400M: Südafrika hat seine Bestellung storniert. (© Foto: dpa)
Anzeige
Airbus kämpft beim Bau des A400M seit langem mit Produktionsschwierigkeiten. Südafrika ist das erste Land, das wegen der immer wieder verschobenen Auslieferung nun die Reißleine zieht. "Die Kündigung des Vertrags erfolgt wegen des starken Kostenanstiegs und weil es der Hersteller nicht schafft, das Flugzeug innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens auszuliefern", sagte Südafrikas Regierungssprecher Themba Maseko. Verteidigungsminister Lindiwe Sisulu erklärte, Südafrika schaue sich nun nach Alternativen um. Dies könnte ein weiterer Rückschlag für Airbus sein, da sich das Land nun auch an Rivalen wie Boeing oder Lockheed Martin wenden dürfte.
Europäer halten zu Airbus
Die europäischen Besteller halten dagegen zu Airbus - noch zumindest. Im Juli hatten sie sich trotz der Verzögerungen mit EADS auf ein Festhalten an den Aufträgen geeinigt. Der Konzern verhandelt derzeit abschließend mit ihnen über ein Hilfspaket für das 20 Milliarden Euro teure Vorhaben. Eine endgültige Entscheidung soll bis Jahresende fallen.
Einige Länder wie Großbritannien hatten bereits mehrfach mit dem Ausstieg aus dem größten europäischen Verteidigungsprojekt gedroht. Deutschland hat 60 der schweren Transportflugzeuge bestellt, die FDP hatte allerdings in den Koalitionsverhandlungen auf Einsparungen bei den Rüstungsausgaben gedrängt. Der A400M, an dem rund 4000 Arbeitsplätze hängen, soll noch in diesem Jahr zum Jungfernflug abheben - wegen technischer Probleme und Mehrkosten zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan.
Der A400M soll als "Superflugzeug" einzigartige Flug-, Transport-und Landeeigenschaften kombinieren. Er soll bis zu 37 Tonnen Fracht bis hin zu Hubschraubern und Panzern fassen und als Lufttanker dienen können. Inklusive Südafrika wurden bisher 192 Maschinen bestellt. Die Bundeswehr ist der wichtigste Kunde. Wegen der Programmverzögerung sollen die ersten A400M statt 2010 jetzt 2013 die alternden deutschen Transall ablösen.
EADS hat wegen der Mehrkosten bereits 2,3 Milliarden Euro zurückgestellt. Wenn die Partnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, die Türkei, Belgien und Luxemburg das Projekt kippen, müsste EADS 5,7 Milliarden Euro Anzahlungen zurückzahlen. Doch damit rechnet niemand. Die beteiligten Nato-Länder hatten sich jüngst hinter das Projekt gestellt.
- Boeing vs. Airbus Angst um Milliarden-Aufträge 07.09.2009
- Airbus und Boeing Der dreißigjährige Handelskrieg 02.09.2009
- Militärflugzeug A400M Der Pannen-Airbus 24.07.2009
- Milliardenrisiko A400M Engelsgeduld für Airbus 24.07.2009
- Superjumbo A380 Debüt in Hamburg 30.10.2009
(sueddeutsche.de/dpa/tob/mel)
Drogeriekette wird abgewickelt
Er soll bis zu 37 Tonnen Fracht bis hin zu Hubschraubern und Panzern fassen und als Lufttanker dienen können.
Ich denke im allgemeinen von "Panzer" zu reden in dem Artikel ist zu verwirrend.
Es betrifft hier keine (Echte) Kampfpanzer sondern nur vom Typ Schuetzenpanzer. Mehr kann dieses schwache Flugzeug nicht. Nicht zu vergleichen mit dem C17 oder gar An124.
Es ist also in erster linie ein taktisches Flugzeugkonzept fuer einen vielseitigen Einsatz. Mit Militaertransporten im Sinne eines strategischen Einsatzes hat es recht wenig zu tun, da nutzt man doch lieber die echte Arbeitspferde der Russen oder Amis :) Ich vermute mal es ist es nicht Wert ueberhaupt zu erwaehnen das 1 ganzer Schuetzenpanzer da rein passt. Wohl kaum zu glauben das jemals wirklich so ein panzer transportiert wird mit dieser Maschine, ausser als PR-spielerei. Nutzt man ein An124 den man billig bei den Ukrainer ausleiht schafft man statt nur einem Schuetzenpanzer ein echtes Kampfpanzer plus noch 2-3 schuetzenpanzer.
Wozu wir in Europa solche Maschinen also brauchen, ausser als getarnte Subvention an Airbus, ist mir bis heute nicht klar. Koenne man doch billig bei den Ukrainer echte Militaertransporter ausleihen.....
... wir schon jahrzehntelang ohne ausgekommen sind ??? Wollen wir etwa an künftigen "Enduring Freedom"- Beglückungseinsätzen der Amis "robust" teilnehmen ???
Tja , und die Arbeitsplätze bei Airbus ? Die Kriegsspielzeuge werden mit Steuergeld bezahlt , oder nicht ? ! Aber - wir haben's ja !
8 Maschinen für 3,5 MILLIARDEN = 3.500.000.000,00 EUR.
Das heißt ein Flugzeug kostet 437.500.000,- EUR
Zum Vergleich der Luxus-Flieger A380 kostet 228.000.000,- EUR und hat dafür sogar eingebaute Fernseher.
Noch eine Zahl:
48.782.756, soviele Einwohner hat Südafrika, man könnte also von dem Geld JEDEM einzelnen 71,74 EUR in die Hand drücken. Was das bedeutet für jemand der von einem Dollar pro Tag leben muss kann sich wohl jeder denken.
Ich weiss jetzt nicht wieviele von den Dinger Deutschland bestellt hat, aber da mach ich mich schlau und werde meine Steuerzahlung entsprechend kürzen Jawoll!
Jetzt müssen sich die Südafrikaner selbst einen Lufttransporter bauen! Viel Glück.
Die US-Modelle sind technisch veraltet. Andererseits fragt man sich natürlich, ob Südafrika nicht sowieso ganz andere Probleme hat. Für das gesparte Geld kann man z.B. gaaaanz viele bunte Kondome kaufen.