Toyota prahlt schon wieder. Angesichts der Pannenserie um defekte Gaspedale und Bremsen klingt das geradezu bizarr.
Die E-Mail des Toyota-Managements dürfte amerikanische Autohändler am Donnerstag eher verwirrt als motiviert haben. Schecks sollen sie in den nächsten Tagen bekommen, über bis zu 75.000 Dollar. "Tun Sie das Richtige für die Kunden von Toyota", so der Appell des Konzerns an seine Vertriebsleute. Das Richtige tun - nur was? Wenn nicht einmal die Konzernspitze so genau weiß, was jetzt zu tun ist? Der Versuch Toyotas, seine Händler mit Schecks bei Laune zu halten und so das eigene Image aufzupolieren, dürfte im allgemeinen Rückruf-Chaos untergehen.
Der japanische Autobauer Toyota kommt seit Wochen nicht aus den Schlagzeilen: Wegen Problemen mit Gas- und Bremspedalen mussten der Konzern eine gewaltige Rückrufaktion starten. (© Foto: dpa)
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Die Mail passt zum konfusen Kommunikationsstil Toyotas dieser Tage. Millionen Autos müssen zurückgerufen werden, das Image leidet, die Kosten für das Desaster werden auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt - und der Autobauer prahlt schon wieder damit, im bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahr besser abzuschneiden als erwartet.
In früheren Prognosen war man noch von höheren Verlusten ausgegangen. Warum es nun besser läuft als erwartet? Weil man aggressiv die Kosten gesenkt habe und die Nachfrage nach Hybrid-Autos groß sei, heißt es. So weit, so gut.
Beide Argumente werden nur eine kurze Halbwertszeit haben. Denn ob die Nachfrage bei Hybrid-Modellen nach den jüngsten Bremsproblemen beim Vorzeigeauto Prius anhält, ist fraglich. Und auch Kostensenkungen dürften nach den verheerenden Pannen der letzten Zeit ihren Charme verloren haben - selbst wenn der Konzern stets behauptet, Qualität und Sparen schlössen sich nicht aus. Wirklich messbar werden die großen Probleme erst in den nächsten Monaten sein. Zurzeit geht es daher um mehr als Gewinne - es geht um Vertrauen.
(SZ vom 05.02.2010/jbc/mel)
Urteil am Bundesverfassungsgericht
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Ich muss Sie leider Korrigieren. Toyota hat auch große Probleme (weil ein Schlüßelteil des Autos) mit den Bremsen bei den Hybridautos. Das vor allem in den USA und Japan. Vielleicht wird auch noch Lexus davon betroffen sein. In sofern hat die Aussage hier im Text schon recht. Toyota wäre besser dran, wenn man diesen Problemen nachgehen und nicht mit den alten Ergebnissen "prahlen" würde. Dieses Verhalten kann schnell zu sehr schlechten Ergebnissen in diesem und nächsten Jahr führen.
soso.
Müssen die jetzt den Fromm fragen, was sie tun dürfen und wsnicht?
Wie sieht denn das vor der eigenen Tür aus?
"Seien Sie anspruchsvoll" und jeder zweite Beitrag auf dem Niveau der Regenbogenpresse.
Für *mich* ist es bizarr, angesichts des eigenen Qualitätsniveaus über jemanden zu polemisieren, der unbestritten und nachweislich momentanter Klassenprimus im Automobilbau ist, was "Qualität" angeht. Das bedeutet natürlich *nicht*, dass Toyota hier kein Problem (im Übrigen mit einem Zuliferer) hat. Die *Art und Weise* der Berichterstattung ist es, die mir Würgen bereitet. Das in einer Zeitung zu lesen, in der Auto"tests" von Grundhoff & Co. veröffentlicht werden, ist schon herb.
DW
Ich mag eigentlich das Konzern. In Zeiten von Dinosaurierautos, hat dieses Unternehmen auf eine Technik, die man früher belachte, gesetzt, die in Punkten Umwelt und Geldersparnis ein großer Schritt ist.
Die Menschen haben es gemerkt und deswegen dem Konzern einen satten Zuwachst auf dem Automarkt beschert. Und das war vielleicht das Problem. Zu schnell ist Toyota gewachsen und die Manager (wie immer) wurden genauso schnell Hochmütig und dazu noch geizig. Eine Kombination, die wirklich nichts gutes verheißt. Kein wunder also, dass jetzt Probleme aufkommen. Nicht um sonnst gibt es den Spruch: "Hochmut kommt vor dem Fall". Ich hoffe nur, dass das Unternehmen nicht ganz zu tief fallen muss, bis die Manager sich wieder an die alten Werte von Toyota besinnen, auf die Qualität und Innovation. Ich hoffe es deswegen, weil es immer noch das einzige Unternehmen ist, dass die Hybrid Technik ernsthaft anbietet.
Das haben die beim Daimler gelernt: Nach dem Elchtest-Desaster bei der A-Klasse hat der Konzern mit dem sinkenden Stern die Fluch nach vorn angetreten und werbetechnisch so richtig auf den Putz gehauen, obschon die Ka..e am dampfen war. Toyota reagiert nicht anders.