Privatisierung gestoppt Griechenland stellt Flughäfen-Verkauf an Fraport infrage

  • Griechenland stoppt vorerst den geplanten Verkauf von 14 Regionalflughäfen an den Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport.
  • Fraport hatte im November für rund 1,2 Milliarden Euro den Zuschlag für den Betrieb der Flughäfen von unter anderem Thessaloniki, Korfu, Mykonos, Rhodos und Santorin bekommen.
  • Die endgültigen Verträge müssen aber noch ausgehandelt werden.

Verkauf griechischer Flughäfen an Fraport nochmals auf dem Prüfstand

Der geplante Verkauf von 14 Regionalflughäfen in Griechenland an den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport steht auf der Kippe. Die neue Regierung stellte das 1,2 Milliarden Euro schwere Vorhaben wieder auf den Prüfstand.

Der Verkaufsprozess sei noch nicht besiegelt, sagte Staatsminister Alekos Flabouraris am Samstag im griechischen Fernsehen. "Wir haben gesagt, dass wir ihn stoppen und überprüfen werden."

Endgültige Verträge müssen noch ausgehandelt werden

Fraport und der griechische Partner Copelouzos Group hatten von der alten Regierung den Zuschlag für den Kauf der Flughäfen erhalten. Die endgültigen Verträge müssen aber noch ausgehandelt werden.

Die neue Regierung, die vom Spar- und Reformkurs abkehren will, hat allerdings bereits eine Reihe von Privatisierungen abgeblasen, darunter den Verkauf des Hafens von Piräus und eines Energieversorgers. Fraport hatte sich noch vor einer Woche zuversichtlich gezeigt, dass der Abschluss des Vertrages zustande kommt.

Es geht vor allem um Airports auf Urlaubsinseln

Der Kauf der Regionalflughäfen sollte eigentlich im Herbst stehen. Dabei geht es unter anderem um Airports auf Urlaubsinseln wie Rhodos, Korfu, Mykonos und Santorin. Aber auch der Flughafen der Stadt Thessaloniki gehört zu dem Paket. Fraport will mindestens zwei Drittel der Anteile an dem Flughafen-Konsortium halten.

Damit entfielen mindestens 800 Millionen Euro vom Kaufpreis auf das Unternehmen. Es ist eines der größten Privatisierungsvorhaben in Griechenland seit Beginn der Schuldenkrise vor sechs Jahren.