Die Konkurrenten der Post behaupten, dass sie mit dem neuen Mindestlohn in vielen Regionen keine Briefträger einstellen können. Dies ist einer der Wettbewerbsnachteile der privaten Anbieter.
Warum sind 9,80 Euro Stundenlohn für einen Briefträger eigentlich zu viel? Bei einer 40-Stunden-Woche bekommt er knapp 400 Euro pro Woche, was nicht üppig ist.
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Die neuen Briefdienstleister schimpfen trotzdem darüber, dass es zu viel Geld sei, das die Große Koalition den Postboten in der vergangenen Woche als Mindestlohn zugesprochen hat, nachdem die Deutsche Post und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Summe zuvor für die Angestellten im Westen vereinbart hatte. Die Konkurrenten hatten monatelang eine Grenze von 7,50 Euro gefordert - und behaupten, dass sie sonst in vielen Regionen keine Briefträger einstellen können, weil es sich nicht rechnet.
Inzwischen hat TNT Post angekündigt, zu seinen 6000 Stellen keine weiteren mehr zu schaffen, Konkurrent Pin Group will sogar kurzfristig weit mehr als 1000 seiner 9000 Angestellten entlassen, was die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi grimmig kommentiert: "Der Mindestlohn liegt immer noch 20 bis 40 Prozent unter dem, was die Deutsche Post im Durchschnitt zahlt. Diesen Spielraum haben die Konkurrenten weiterhin. Es sieht eher so aus, als wolle Pin damit Politik machen."
"Es gibt überhaupt keinen politischen Grund", sagte Pin-Chef Günter Thiel am Mittwoch. "Dieser Lohn ist ein Blockadelohn, den wir uns schlicht nicht leisten können." Tatsächlich kämpfen die jungen Postunternehmen wegen hoher Personalkosten mit Verlusten.
Während ein Zusteller der Deutschen Post meist für fast jeden Haushalt einen Brief dabei hat und so 160 in einer Stunde beliefern kann, müssen die Boten der neuen Konkurrenten zur Zeit zehn Prozent aller in Deutschland versandten Briefe unter sich aufteilen und schaffen wegen der weiteren Wege durchschnittlich 20 Haushalte pro Stunde.
Profitabel in Berlin
Der Anteil der Personalkosten an jedem Brief ist deshalb ungleich höher. "In Berlin haben wir heute einen Durchschnittsverdienst von 8,20 Euro. Da beginnen wir profitabel zu arbeiten. Wenn wir den Lohn nun um 20 Prozent erhöhen müssen, sind wir wieder auf dem Stand zu Beginn der Teilliberalisierung des Postmarktes", sagt Thiel.
Welche Schwierigkeiten der Mindestlohn neuen Unternehmen machen kann, erfährt ausgerechnet die Deutsche Post auf dem Heimatmarkt des Konkurrenten TNT, den Niederlanden. Ihre Tochter Selektmail zahlt dort den landesweiten Mindestlohn von 308,10 Euro pro Woche, der für alle Arbeitnehmer gilt, die mindestens 23 Jahre alt sind.
Während die frühere königlich-niederländische Post TPG und heutige TNT dort so üppig verdient wie die Deutsche Post zuhause, verliert Selektmail Geld. Inzwischen fordert TNT-Konzernchef Peter Bakker eine Verschiebung der zum Jahresbeginn geplanten vollständigen Liberalisierung des niederländischen Postmarkts, vor allem, weil den Niederländern das Mehrwertsteuerprivileg der Deutschen Post auf deren Heimatmarkt stört. Die Post soll in Deutschland von der 19-prozentigen Steuer befreit bleiben, weil sie die Grundversorgung sicherstellt.
(SZ vom 6.12.2007/mako)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
1 Postbote bringt 6 Briefe zu mir
Wieviel Briefe bringen 3 Postboten?
Dazu
1 Postbote verdient 12 Euro in der Stunde und der Brief kostet 55 Cent
Wieviel kostet der Brief wenn drei Postboten zu je 6 Euro in der Stunde die Post bringen?
Also, kann mir mal einer den wirtschaftlichen Vorteil erklären? Ich komm nicht drauf.
Also wenn den privaten Postdienstleister erst jetzt merken, dass sich ihre Geschaeftsmodelle wegen der hohen Zustellkosten nicht rechnen, dann
haette ihnen das jedes Milchmaedchen vorher sagen koenen, dass es keinen
Sinn macht, wenn das Dutzend Briefe pro Woche, die ein Privathaushalt bisher
von dem boesen gelben Monopolzusteller bekommt, nunmehr von einen halben
Dutzend Briefzustellern ausgetragen werden. Das wurde sich wohl nur rechnen,
wenn die Ziusteller fuer jeden einzelnen Brief die volle Kilometerpauschale geltend
machen koennten (also von jeder Steuer berfreit sind).
Wundert mich nur, dass solch scharfsinnige Rechner nicht schon auf folgendes Geschaftsmodel gekommen sindl: Jeder aergert sich ueber die hohen Kanalgebuehren der Staedte und Gemeinden. Also nichts wie her mit privater Konkurrenz.
Jeder Kanalanbieter muss halt nur die Strassen aufreissen und sein eigenes Abwassernetz samt Klaerwerken aufbauen, bis hin zum letzten Einoedhof, aber dann rechnet sich das sicher, der oeffentlichen Hand das (Ab)Wasser abzugraben.
da hat micafarha aber recht.
Ich geb ja zu: ist schon blöd, wenn man sich grade den Einstieg in den Milliardenmarkt Brief zurecht geexcelt hat. Und dann kommt der Wettbewerber daher und zwingt dich dazu, deinen grössten Kostenblock (ähm, tschuldigung, deine Human Capital-Kosten) um 20 Prozentpunkte nach oben zu lupfen.
Da hilft nur ein radikaler Umbau des Geschäftsmodells.
Variante 1: Customer Self Care. Banking machen wir inzwischen ja auch selbst. In Zukunft müssen wir eben auch unsre Briefe selbst bei Absender abholen.
Variante 2: Umbau der PIN AG in eine selbstverwaltete Kooperative. Dann müssen die geldgierigen Zusteller selber zu sehen, wie sie die knappen Kröten verteilen.
Ich tendiere zu Variante 2 light: Die Mitarbeiter stunden der klammen PIN-Friede einen zweistelligen Millionenbetrag (per anno), verzinst nach Basiszins plus Risikozulage, konvertierbar in Unternehmensanteile. Springer kriegt den Zugang zum Milliardenmarkt. Zumwinkel einen Konkurrenten. Und alle sinds zufrieden.
Langsam bekomme ich den Eindruck, hier agieren nur noch lauter Verückte.
Soll der Staat vielleicht mit unseren Steuergeldern den Briefträger eines weiteren Priv,. Anbieteres bezahlen, damit der dann auf den Einödhof den einen Brief bringt,
der von der derzeitigen Post den anderen, und wieder ein weiterer liefert das Paket dort ab - also fahren 3 Autos dort hin, nur weil jeder seine Boten dafür subventioniert bekommt?
Sagt mal, habt ihr sie noch alle.?
Oder ist Deutschland auf dem Weg zur geistigen Verwirrung?
Da sind wohl einige wiklich von allen guten Geistern verlaseen.
Das Prinzip des Wettbewerbs dafür zu verwenden ist ja wohl schon von einer Wettbewerbsmanie gekennzeichnet.
Was hat das denn noch mit Wettbewerb zu tun?
Das ist pure Schizphrenie.