25.000 Euro und die Zulassung weg: Die SPD will Ärzte hart bestrafen, die Privatpatienten bevorzugen. Epidemieartig regt sich Widerstand.
Die Reaktionen kamen prompt und sie fielen äußerst harsch aus. Die Kassenärzte sprachen von Kontrollwut, die Kollegen vom NAV-Virchow-Bund vom Aufbau eines Spitzelsystems und der Hartmannbund von Planwirtschaft.
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Wer gesetzlich Versicherte warten lässt, soll dafür bestraft werden. (© dpa)
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Selten waren sich die ansonsten oft auch untereinander zerstrittenen Ärzteverbände so einig wie in ihrer Ablehnung der jüngsten Vorschläge, mit denen die SPD die Versorgung der Patienten schneller und besser machen möchte.
In einem der Süddeutschen Zeitung vorliegenden Gesetzesentwurf spricht sich die SPD-Bundestagsfraktion für harte Strafen gegen Ärzte aus, die Privatpatienten besser und schneller behandeln als gesetzlich Versicherte. Bis zu 25.000 Euro Bußgeld und zwei Jahre Entzug der Zulassung sollen demnach fällig sein, wenn ein niedergelassener Mediziner seine Kassenpatienten beispielsweise länger als fünf Tage auf einen Termin warten lässt.
Nach dem Willen der Sozialdemokraten soll es künftig sogar umgekehrt sein als bislang: Gesetzlich Versicherte sollen von Vertragsärzten bevorzugt behandelt werden. Den Kassen will die SPD erlauben, die korrekte Vergabe von Terminen etwa durch Testanrufe in den Praxen zu kontrollieren.
Obwohl Ärzte und Kliniken in den vergangenen zwei Jahren gut 8,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen haben, sieht die SPD nach wie vor zahlreiche Qualitäts- und Serviceprobleme in der medizinischen Versorgung.
So führt die Partei an, dass Kassenpatienten zu lange auf Facharzt-Termine warten müssten oder trotz schwerer Krankheiten in Drei- oder Vierbettzimmern untergebracht würden. Eine ähnliche Bestandsaufnahme hatte zuvor auch der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn erstellt.
Statistiken sagen, was die Auftraggeber hören wollen
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, wies die Vorwürfe zurück. Eine von seiner Organisation beauftragte Befragung von 6000 Versicherten habe im vergangenen Jahr gezeigt, dass sich gerade einmal acht Prozent der Befragten über zu lange Wartezeiten auf einen Termin beklagten.
Eine Untersuchung des vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach geleiteten Instituts an der Kölner Universität kam hingegen zu einem völlig anderen Ergebnis. Dreimal länger müssen Kassenpatienten auf einen Termin warten als Privatpatienten, ermittelten die Wissenschaftler.
Nicht nur bei den Ärzten, auch im politischen Raum fand die SPD-Initiative wenig Anklang: CDU-Experte Spahn warf den Sozialdemokraten vor, die Ärzteschaft unter Pauschalverdacht zu stellen. "Eine bessere Versorgung der Patienten werde nur mit der Ärzteschaft gelingen und nicht gegen sie."
Lauterbachs Angebot einer Zusammenarbeit bei den Wartezeiten und der Abschaffung von Drei- und Vierbettzimmern schlug Spahn aus. "Die SPD zeigt damit, dass sie Ärzte nur als Abzocker sieht, die mit der staatlichen Knute auf Linie gebracht werden sollen", sagte FDP-Fraktionsvize Ulrike Flach. Auch würden Ärzte, um Strafzahlungen zu entgehen, ihren Patienten weniger Zeit widmen können.
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(SZ vom 08.02.2011/ema/mel)
Eine Spalte mit den Ärzten die bei der terminnachfrage fragen lassen: " privat versichert?" einmal wöchentlich als streiflicht würde genügen!
Das Problem v o r der Zeit der Budgetierung war , dass es kein Mittel gab , die niedergelassene Ärzteschaft am Ausplündern der Kassentöpfe zu hindern . Ohne die Budgetierung hätte das Modell GKV vor dem Aus gestanden . Die "Abzocker"-Ärzte bestimmten vor der Budgetierung ihr Einkommen selbst : durch zum Teil betrügerisches "Auslasten" der Krankenscheine , zum Teil durch freihändigen Einsatz ihres Geräteparks . Letzteres können und tun sie auch jetzt noch bei Privatversicherten , die das nicht merken oder zu feige es anzusprechen . Und man komme einem nicht mit dem Spruch "Nur schwarze Schafe , Einzelfälle !" .
Berechtigte Frage, was den Spahn zum Experten macht. Vielleicht seine Ausbildung zum Bankkaufmann? Oder sein Fernstudium der Politologie und Rechtswissenschaft? Vielleicht auch, dass er katholisch und ledig ist? Oder doch das gewonnene Pöstchenschieben .....
Ich stell mir das witzig vor, wenn ich auch den Arbeitsmarkt"experten" Vogel von der FDP sehe (vielleicht sollte der lieber Gesundheitsexperte werden, der ist wenigstens Rettungssanitäter..). Ich könnte mir gut vorstellen, dass da derjenige den Zusatz ......experte kriegt, der am schnellsten "Ich" ruft, wenn gefragt wird: "Wer spielt denn in dieser Legislaturperiode die Experten?"
Ich würde mir wünschen, dass die Herrn Politiker der SPD genau mit den gleichen Mitteln gegen die GKV's vorgehen, bei denen die Verwaltugskosten Jahr zu Jahr explodieren. Die die Patienten wie Bittsteller behandeln. Die eines nach dem anderen neu Verwaltungsgebäuden bauen lassen. Deren Vorstände in der Welt herumreisen. Auf Kosten der Patienten.
Was kann der Arzt dafür, dass das Krankenhaus Vierbettzimmer hat?
Ich würde mir auch wünschen, dass manche Politiker ihr Gehirn einschalten, eher sie etwas sagen.
Weil er ungefragt redet? Weil sein ZWeibettzimmervorschlag so toll ist? Weil er die Spirituosenhersteller in die Verantwortung nimmt (Sein Vorschlag 2006? Weil er die USt für Arzneimittel nicht gesenkt hat?
"Spahn Experte" bei Google gibt lustige Ergebnisse.
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