Die Milchbauern machen Ernst: Aus Protest gegen zu niedrige Preise liefern die Landwirte vorerst keine Milch mehr. Stehen die Kunden bald vor leeren Regalen?
Für einen Liter Milch bekommen deutsche Bauern derzeit zwischen 27 und 35 Cent. Zu wenig, klagen die Landwirte - und liefern daher erst einmal keine Milch mehr aus. "Wir sind entschlossen erst dann wieder zu liefern, wenn wir die Zusage erhalten, dass kostendeckende Preise bezahlt werden", sagte Romuald Schaber, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Der Verband fordert einen Milchpreis von 40 Cent pro Liter.
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Protestierende Milchbauern: "Wir richten uns mal auf eine Woche bis zehn Tage ein." (© Foto: AP)
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Die Protestaktion ist nach Angaben des Verbandspräsidenten mit einer "überwältigenden Beteiligung" bundesweit gestartet. In einigen Regionen beteiligten sich rund 80 Prozent der Milchbauern. Wie lange der Lieferboykott dauern werde, sei unklar. "Wir richten uns mal auf eine Woche bis zehn Tage ein." Da Deutschland der größte Milchproduzent in Europa sei, könnten Kunden schon bald vor leeren Regalen stehen, sagte Schaber.
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) erklärte sich mit der Branche solidarisch. Am Rande eines Treffens der EU-Agrarminister in Maribor sagte Seehofer: "Die Bauern haben meine volle politische Unterstützung im Kampf um diesen fairen Preis." Die Forderung nach 40 Cent je Liter sei gerechtfertigt. Er kündigte Widerstand gegen eine Erhöhung der Milchproduktion in der EU an, um einen weiteren Preisverfall zu verhindern.
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(sueddeutsche.de/dpa/tob/mel)
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... schließlich sind es die Molkereien, die bei der Milch den größten Reibach machen.
und ich komme noch aus einer Zeit als die Landwirte noch auf Hof und Markt verkauft haben. Sollte es also so ausgehen, daß die Landwirte in jedem Dorf oder Stadtteil ein Milchhäusl eröffnen, dann wäre ich nicht abgeneigt wieder mit der Milchkanne loszuziehen.
Früher hat es auch ohne Milchkonzerne geklappt, früher hatten die Konzerne froh zu sein das zu kriegen was am Abend zuvor übrig geblieben ist. Und wenn die Konzerne sich heute in falscher Allmacht wähnen und die Zulieferer ohne die die Konzerne pleite gehen vergrätzen, dann muß man den Konzernen die Grenzen aufmalen.
Das muß man eben dich und fett sagen: die Bauern können auch ohne Konzerne verkaufen. Aber die Konzerne nicht ohne die Bauern.
a) Wie im voherigen Kommentar bereits geschrieben geht es hier nicht um Subventionen, die sollten Sie mal aus Ihrer Argumentationskette streichen.
b) Hat die technische Entwicklung durchaus ihren Beitrag zur Erleichterung der Arbeit auf einem Bauernhof geleistet. Allerdings sind die Höfe im Zuge dieser Entwicklung auch immer grösser geworden zudem wird diese Arbeit in der Regel auch durch weniger Arbeiter (keine Bedienstete auf Höfen mehr) geleistet. Die Früchte dieser technischen Entwicklung schlagen sich daher weniger in Arbeitszeit der Bauern, sondern in den Verbraucherpreisen wieder. Sie sollten auch mal vergleichen, wie viel % des Einkommens vor 50 Jahren für Lebnsmittel benötigt wurde und wieviel % es noch heute sind.
c) Der Zukauf von Futtermitteln findet mit Sicherheit statt. Dies heisst allerdings nicht, dass es keine landwirschaftlichen Flächen zur Bearbeitung gibt. Die EU reguliert nämlich auch wie viele Tiere ein Landwirt halten darf, durch die Fläche die dem Landwirt zur Verfügung steht. Nutzviehhaltung ohne Nutzfläche funktioniert also nicht.
d) Ausserdem scheinen Sie noch immer nicht verstanden zu haben, dass ein Traktor für einen Landwirt ein betriebsnotwendiges Vermögen ist. Er benötigt ihn um seiner Arbeit nachzugehen, nicht zum puren Vergnügen.
Worauf warten wir? Bis diejenigen, die wertvolle Nahrungsmittel herstellen und schon lange den Pleitegeier zum ungeladenen Frühstücksgast haben, nicht mehr können.
Oder: Machen wir uns die Mühe und gehen zum Wochenmarkt und in die Läden, wo die Waren unserer Bauern stehen.
Ein bischen teurer wird eine ganze Menge mehr Wert heißen.
Wir sind gefragt und nicht - wie sich so einfach anhört- die Politik. Es wird eine Weile noch dauern, bis die Herrschaften fertig geredet haben.
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