Preissteigerung Mini-Inflation: Preise stiegen 2015 nur um 0,3 Prozent

Der sinkende Ölpreis ist einer der Hauptgründe für die niedrige Inflation.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Das Leben in Deutschland wird kaum teurer. Autofahrer freuen sich - die EZB ist besorgt.

Die Inflation in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009 gesunken. Vor allem billigeres Öl und günstige Energie sorgten dafür, dass die Verbraucherpreise im Schnitt nur um 0,3 Prozent stiegen, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Im vergangenen Jahr kostete Energie deutlich weniger, was auch den Autofahrern zugutekam. So verbilligte sich etwa im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen das Tanken um knapp zehn Prozent. Heizöl kostete im Jahresschnitt rund ein Viertel weniger als noch 2014.

Der Ölpreis war im Dezember so niedrig wie seit sieben Jahren nicht mehr. Hintergrund ist ein Preiskrieg der Opec-Staaten, die um Marktanteile kämpfen. Für deutsche Verbraucher wurde das vor allem an den Tankstellen sichtbar. Der Preis für Diesel-Kraftstoff sank im Dezember auf unter einen Euro. Zudem machen sich die gesunkenen Energiepreise auch auf den Nebenkostenabrechnungen bemerkbar.

Auch in der gesamten Euro-Zone klettern die Preise kaum noch, was der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgen bereitet. Denn die EZB spricht nur bei Werten von mittelfristig knapp zwei Prozent von stabilen Preisen. Seit März pumpen die Währungshüter über den Kauf von Staatsanleihen Monat für Monat Milliarden in das Finanzsystem. Das mittlerweile auf 1,5 Billionen Euro angelegte Kaufprogramm, das auch Pfandbriefe und Hypothekenpapiere umfasst, soll bis mindestens Ende März 2017 laufen. Ziel ist es, die niedrige Inflation anzuheizen und als Hilfe für die Konjunktur auch die Kreditvergabe anzuschieben.