Preissteigerung Inflation sinkt auf Vierjahrestief

Benzin und Energie werden billiger - die Inflation in Deutschland fällt auf nur noch 0,9 Prozent. Das verschafft der Europäischen Zentralbank Spielraum.

Die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückzug: Im Mai fiel die jährliche Teuerungsrate auf 0,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit fast vier Jahren. Den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge wurde der Preisauftrieb erneut vor allem durch sinkende Energiepreise gebremst. Kraftstoffe und Haushaltsenergie waren um 0,8 Prozent günstiger als vor einem Jahr. Nahrungsmittel verteuerten sich nur noch unterdurchschnittlich um 0,5 Prozent, nachdem sie zuvor lange wichtigster Preistreiber gewesen waren.

Die niedrige Inflation gibt der Europäischen Zentralbank Spielraum. Die EZB könnte am Donnerstag die Zinsen weiter senken. Sie sind bereits so niedrig wie nie. Auch andere Maßnahmen stehen zur Diskussion. Die EZB könnte Banken zu Strafzinsen zwingen, wenn sie Geld nicht verleihen - oder sogar selbst zum Kreditgeber für kleine und mittlere Unternehmen werden.

In den Krisenstaaten bekommen besonders diese Firmen nur schwierig Kapital von den Banken. All diese Maßnahmen bringen mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf. Das treibt prinzipiell die Inflation. Wenn sie hoch ist, halten sich Zentralbanken typischerweise mit solchen Maßnahmen zurück.

Unter Ökonomen besteht die Sorge vor einer Deflation, einem für die Konjunktur gefährlichen Preisverfall auf breiter Front. In Erwartung stetig weiter fallender Preise halten sich die Verbraucher dabei mit Käufen zurück, mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft. Deshalb deuten führende Notenbanker an, dass die EZB den bereits historisch niedrigen Leitzins im Kampf gegen die zu niedrige Inflation noch unter die Marke von 0,25 Prozent senken könnte.

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