"Das ist aber teuer geworden!" - Ob der gefühlte Preis der tatsächlichen Entwicklung entspricht, können Verbraucher für häufig gekaufte Produkte jetzt im Internet verfolgen.
Ob und gegebenenfalls welche Produkte vor oder nach der Mehrwertsteuererhöhung teurer werden, können Verbraucher seit einigen Wochen selbst am Computer verfolgen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat einen Preismonitor ins Internet gestellt (Link siehe unten).
Brötchen gehören zu den Produkten, deren Preis auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamts verzeichnet ist. (© Foto: AP)
Anzeige
Auf dieser Internet-Seite können interessierte Nutzer die Preisentwicklung von 42 häufig gekauften Produkten wie Brötchen, Schokolade, Duschgel und Jeanshosen verfolgen. Aufgeführt werden nicht nur Produkte, die vom kommenden Jahreswechsel an mit 19 Prozent Mehrwertsteuer - auch Umsatzsteuer genannt - besteuert werden, sondern auch solche, die wie die meisten Lebensmittel weiter unter den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent fallen.
Lebensmittel und Bekleidung billiger
Die Grafiken zeigen unter anderem, wie sich die Preise in den einzelnen Segmenten seit dem Jahr 2000 verändert haben. Dabei wird deutlich, dass Artikel im Bereich Lebensmittel und Bekleidung in dieser Zeit sogar eher billiger als teurer geworden sind. Ursache dafür ist der hohe Wettbewerbsdruck, der von Discountern ausgeht.
Der Preisverfall gilt allerdings nicht bei Schokolade, die inzwischen mehr kostet, was aber auch an den höheren Preisen für den Rohstoff Kakao liegen dürfte. Deutlich teurer geworden sind zudem Gaststättenbesuche oder Hotelübernachtungen. Wer also häufig Essen geht, könnte hin und wieder die eigene Küche nutzen, um Kosten zu sparen. Auch im Dienstleistungsbereich müssen Kunden mehr zahlen, zum Beispiel fürs Haareschneiden.
"Versachlichung der Diskussion"
Die Statistiker wollen nach eigenen Angaben mit dem Preismonitor zur "Versachlichung der Diskussion der Steuererhöhungen beitragen", vor allem nach den schlechten Erfahrungen bei der Euro-Umstellung.
Bekanntermaßen stieg damals bei vielen Deutschen die gefühlte Inflation, eine Entwicklung, die von der Realität nicht gedeckt wurde. Ein Amtssprecher räumt aber auch ein, dass der Preismonitor letztendlich keine Auskunft darüber gibt, ob höhere Preise tatsächlich auf die höhere Mehrwertsteuer zurückzuführen sind oder andere Ursachen haben.
Die Seite wird bis Mitte 2007 regelmäßig aktualisiert. Die Daten des Amtes basieren auf Beobachtungen in 40.000 Geschäften in ganz Deutschland.
(SZ vom 17.8.2006)
Drogeriekette wird abgewickelt