In der Auseinandersetzung um Lohnuntergrenzen für die Briefträger vergessen die Beteiligten offenbar, das am 1. Januar das Briefmonopol fällt. Gibt es bis dahin keine Lösung, beginnt ein gnadenloser Preiskampf - auf Kosten aller Post-Beschäftigten.
Es ist, als würden sich auf einem Floß die Passagiere um das letzte Paddel balgen und dabei leider übersehen, dass sie unaufhaltsam auf einen tosenden Wasserfall zusteuern. Wann es in den Abgrund geht, ist zeitlich genau einzugrenzen: Es ist der 1. Januar 2008. Dann fällt in Deutschland das Briefmonopol.
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Im Streit um den Post-Mindestlohn könnten alle Briefträger zu Verlierern werden. (© Foto: ap)
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Wenn aber bis zum 1. Januar nicht klar ist, wer das Paddel bekommt, also ob und welchen Mindestlohn es für die Branche geben soll, dann dürften harte Zeiten für die Mitarbeiter der Post und ihrer privaten Konkurrenten anbrechen. Ohne einen Mindestlohn nämlich wird es einen gnadenlosen Preiswettbewerb geben, finanziert auf Kosten der Löhne.
Das mag anfangs nur für die Belegschaft der Privaten gelten. Aber irgendwann wird auch die Deutsche Post die Gehälter ihrer Briefträger an die Marktrealitäten anpassen müssen. Eine Lohnspirale nach unten ist programmiert. Wo sie enden könnte, zeigen Gehälter von unter vier Euro die Stunde, mit denen Floristen und Friseure heute schon auskommen müssen.
An Gehaltstabellen dieser Art sollte niemand Interesse haben. Sie sind ungerecht, unsozial und spiegeln in keiner Weise die Leistung deren wider, die für diesen Hungerlohn Tag für Tag zur Arbeit gehen. Abgesehen davon belasten sie die öffentlichen Kassen. Kaum einer, der bei diesem Einkommen nicht noch ergänzend Hartz IV beantragen muss. Verhindern ließe sich das allein mit einem vernünftigen Mindestlohn.
Doch statt nach einem guten Kompromiss zu suchen, streiten sich die Beteiligten lieber um das Paddel. Da wären die Arbeitgeber, gespalten in Deutsche Post AG und die privaten Anbieter Pin und TNT. Da wären die Gewerkschaften, allen voran Verdi, die die Besitzstandswahrung der Postmitarbeiter für wichtiger hält als neue Arbeitsplätze. Und da ist nicht zuletzt die Politik: Die SPD hält Post und Verdi die Stange. Die CDU will mehr Wettbewerb.
Dabei wäre eine Lösung gar nicht so schwer. Die Beteiligten müssten sich lediglich die eigentliche Bedeutung des Wortes Mindestlohn vergegenwärtigen. Der Mindestlohn beschreibt die untere Grenze dessen, was ein Arbeitnehmer verdienen sollte. Der zwischen Post und Verdi ausgehandelte Mindestlohn-Kompromiss aber beschreibt mit knapp zehn Euro die Stunde ziemlich unverhohlen einen Konkurrenz-Verhinderungslohn.
Die Union tut sicher gut daran, dagegenzusteuern. Kein Mindestlohn ist aber auch keine Lösung. Wer hier den Marktkräften einfach freien Lauf lässt, der muss sich tatsächlich als Lohndrücker bezichtigen lassen.
Bis zum 1. Januar muss deshalb eine Lösung her. Das ist im Sinne aller Beschäftigten, derer bei der Post und derer bei den privaten Konkurrenten.
Nebenbei bemerkt: Dies wird nicht der letzte Streit um einen Branchenmindestlohn sein. Die Union wäre deshalb gut beraten gewesen, der SPD-Forderung nach einem allgemeinen Mindestlohn zuzustimmen. In anderen Ländern ist das Modell "Ein Mindestlohn für alle" sehr erfolgreich. Die SPD dagegen kann sich für die christdemokratische Sturheit bedanken. Sie hat jetzt ein veritables Thema für den anstehenden zweijährigen Dauerwahlkampf.
(Süddeutsche Zeitung Audio /tbc/mah)
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Leider beteiligen sich die privaten Kassen kaum am Grundsicherungssystem. Krankenhäuser werden von der öffentlichkeit und damit quasi allen getragen, wenns dir richtig dreckig geht werden dennoch Privatpatienten durch die höheren Verrechnungssätze bevorzugt behandelt. Siehe auch freie Arztwahl bei den Privaten, quasi Zwangseinweisung ins nächstgelegene für Kassenpatienten.
Irgendwie ein Hohn dass Beamte, die den Staat verwalten nicht in die Sozialsysteme des Pöbels müssen. Weder bei der Kranken- noch bei der Altersvorsorge. Stattdessen wird mit den Pensionszusagen ein ungedeckter Scheck ausgestellt, der irgendwann einzulösen sein wird.
Das liegt wohl in der Natur der Sache, dass sich aus allgemeinen Fleischtöpfen alle bedienen wollen, letztlich die stärkeren auch mehr abbekommen.
Ok, Beamte könnte man noch mit dem Argument verteidigen, sie leisten ja Dienst am Staate. Aber auch dieses zeigt doch einmal mehr, wie sinnlos und überholt dieses gesamte umlagefinanzierte Sozialversicherzungsmodell mittlerweile ist.
Gesetzliche KV kontra private KV, die einen verdienen, die anderen verwalten. Ich kann mich da nur wiederholen, früher oder später muss die Grundversorgung jedes einzelnen auf seine eigenen Schultern gelegt werden. Allerdings mit einer Kontrolle durch den Staat, damit man nicht übers Ohr gehauen werden kann. Dann wäre ich auch dafür, die gesetzlichen KV´s dahingehend abzuschaffen, dass diese in öffentlicher Hand sind. Dann müssen sich zwangsläufig alle an den Gesamtkosten beteiligen. Für Bedürftige muss eine Grundversorgung bestehen, vor allem für Kinder.
Der Staat muss lenken und wachen, er soll sich aber aus den Geschäften weitestgehend heraushalten und das den Spezialisten überlassen.
Die sich daraus ableitende Frage ist doch, wohin gehen die Milliarden des Sozialsystems? Sind diejenigen, die diese Milliarden einzahlen auch die, die von diesen Geldern profitieren? Können wir ggf. fürs gleiche Geld mehr Leistung bekommen oder kann man die selbe Leistung preiswerter erhalten?
Irgendwie scheinen sich Politiker um eine leidlich neutrale Einnahmen/Ausgabenbilanz und Vergleich dieser Daten mit dem umliegenden Ausland zu drücken. Ich finds z.B. beschämend, dass öffentliche Krankenhäuser im wesentlichen von den Kassen bezahlt werden und Privatpatienten dort durch die höheren Sätze bevorzugt behandelt werden. Ein Beitrag der PKVs zum allgemein verfügbaren Gesundheitswesen geht gegen Null, die zahlen praktisch nur im Versicherungsfall. Ein Krankenhaus um die Ecke will jeder haben "falls man mal krank wird", aber dafür zahlen - eher nicht. Gleiches bei Beamten - ein Hohn dass die sich privat versichern dürfen/müssen statt ins Sozialsystem einzuzahlen.
Ich wäre gespannt, was unser Staat kostet, wenn man die Ausgaben für innere und äußere Sicherheit (Polizei, Justiz und Armee), Bildung (Schulen & Unis), Gesundheit sowie soziale Grundsicherung in Relation zu den gesamten Staatsausgaben setzt. Es werden sich definitiv optimierungsfähige Positionen finden. Es kann nicht sein, dass die Pfründe einzelner Lobbygruppen unangetastet bleiben und zugleich dem Durchschnittszahler eine angemessene Gegenleistung seiner Beiträge verwehrt wird.
Ziemlich gut erkannt, ohne leider zu sagen, wo denn der Hebel angesetzt werden muss.
Ich gehöre zu den Verfechtern von H4 und Reformen der Sozialversicherungen, die mehr als dringend nötig sind. Andere sind der Meinung, das Kapital ist zu ungleich vereint und konzentriert sich auf ein paar wenige. Dem stimme ich zum Teil sogar zu, allerdings ist diese Sichtweise viel zu einseitig, da, so wie Sie das Problem beschrieben haben, die Globalisierung auch im Kleinen stattfindet, siehe Baugewerbe, Pflegedienste etc. da kann nun kein Börsianer was für.
Die Politik hat es bis heute versäumt, entsprechend darauf zu reagieren, geschehen müssen hätte dies schon in den 90ern. So durfte sich Schröder also was einfallen lassen, um wenigstens das allerschlimmste zu vermeiden. Kohl war dazu nicht mehr in der Lage.
überall auf der Welt wächst der Lebens- und der Bildungsstandart, aber auch die Leistungsbereitschaft. Während wir Jahrzehnte versuchen, unsere Pfründe und die 40 Std. Woche zu retten, fangen andereeinfach an zu arbeiten. Das tun sie natürlich mit Vorliebe dort, wo es am Meisten bringt. Für Erfolgsmenschen ist die USA sicher ein perfektes Pflaster.
An der Börse wird mit Geld gehandelt, sicher. Dieses Geld arbeitet natürlich nicht, es füttert. Jeder kann in irgendeiner Form an die Börse und sich dort, unter Risiken, die für jeden Anleger bestehen, in Firmen einkaufen, die Erfolge abwarten und die Rendite einstreichen. Das ist Handel. Die Firmen profitieren von den Investitionen und sind im Optimalfall innovativ und schaffen Arbeitsplätze, und zwar gute. Manchmal werden Arbeitsplätze zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit abgebaut. Das darf nicht aus reiner Raffgier geschehen, wie es auch in eher seltenen Fällen geschieht. gerade hier in Deutschland sind alle erstmal sozial abgesichert, wenn sowas geschieht. Die Telekom hatte garkeine andere Chance, um das Unternehmen zukunfstsicher zu machen. Da mussten alte äste abgesägt werden.
Die wahren Probleme sind und bleiben die enormen Schulden, das viel zu teure Sozialsystem, die mangelde Bereitschaft zu guter Bildung und richtig arbeiten zu wollen, die ewig fortwährende Jammermentalität, immer die Schuld auf andere schieben, die Unfähigkeit der Politik, sich den Dingen zu stellen, Energiekosten und Umweltproblematik. Erst dann kommen irgendwann irgendwelche "Heuschrecken", die aus reine
Da könnt ihr noch so eifern und euch gegenseitig Uneinsichtigkeit vorwerfen.
Deutschland hat immer noch nicht begriffen (und wird es wohl so schnell auch nicht), dass ihre Rechnung "Hohe Preise = hohe Löhne = hoher Lebensstandard" nicht mehr aufgeht.
Durch die weltweite Verflechtung der Märkte und der Beweglichkeit des Faktors Arbeit und Kapital kann man sich so einen (nationalen) Luxus eben nicht mehr leisten. Nun könnte man einfach sagen, man schließt das Ausland aus (was ja auch gemacht wird mit der Dienstleistungsrichtlinie), das funktioniert jedoch nur zum Teil und vor allem müßte man dann ja auch den Export ausschließen. Und wir wissen ja (oder auch nicht) wie sehr die deutschen Arbeitsplätze vom Export abhängen.
Die Arbeitskräfte, die wir in Zukunft dringend brauchen, um die marodierenden Sozialsysteme einigermaßen mit frischem Geld (und nicht auf Pump) zu versorgen, machen heute schon einen großen Bogen um Deutschland. Nicht nur die Erntehelfer aus Polen, auch die Hightec-Leute gehen nicht nach Deutschland, wie auch unsere Kanzlerin hören konnte bei ihrem letzten Besuch in Indien.
Dieses Land ist einfach nicht interessant für Leute, die in ihrem Leben etwas leisten wollen. Diese schütteln nur den Kopf, wie man so hohe Sozialausgaben verschleudern kann. Deutschland ist nur interessant für Beamte und Hartz IV-Bezieher. Der Rest geht dahin, wo sich was dreht, um den Spruch von der Fußball-WM aufzunehmen.
Wenn Deutschland denn angeblich so toll ist, warum wollen so viele intelligente Menschen nicht dahin, sondern gehen lieber in die so verachtenswerte, unsoziale und degenerierte USA (wie hier so viele über das Land behaupten)?
Leute lernt schnell, ansonsten überrollt euch die Wirklichkeit!
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