Die Post bereitet den Einstieg ins Zeitungsgeschäft vor. Eine Gratiszeitung würde insbesondere Springer und die "Bild"-Zeitung treffen.
Noch zehn Wochen, dann fällt in Deutschland das Briefmonopol der Deutschen Post. Von Anfang 2008 an können alle Post-Konkurrenten, vor allem Pin Group und TNT, Briefe aller Art transportieren. Die Nervosität steigt bereits jetzt.
In den meisten europäischen Ländern (im Bild eine Szene aus Frankreich) sind Gratiszeitungen als Pendlerzeitungen konzipiert. (© Foto: dpa)
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Insbesondere der Streit zwischen der Deutschen Post und der Axel Springer AG, die die Mehrheit an Pin kontrolliert, wird schärfer, der Ton rauer.
Einmal mehr hat jetzt Post-Chef Klaus Zumwinkel mit der Einführung einer bundesweiten Gratiszeitung gedroht. Angeblich gebe es bereits Gespräche mit Verlegern, heißt es. Die Rede ist von mindestes drei Interessenten.
"Die Phalanx wird nicht halten"
"Es wird alles mögliche an uns herangetragen", sagt Zumwinkel der Süddeutschen Zeitung. Er sei sich sicher, "die Phalanx deutscher Verlage gegen die Einführung einer Gratiszeitung wird nicht halten".
Er rechnet eher mit einem inländischen als einem ausländischen Partner bei diesem Projekt. Genannt wurde zuletzt auch der Münchner Burda-Verlag. Ein Sprecher gibt keine Bestätigung und sagt lediglich: "Jeder spricht hier mit jedem."
Burda ist zuletzt aus dem Geschäft mit Tageszeitungen ausgestiegen. Ein Experiment mit dem Boulevard-Blatt Super-Zeitung war in den neunziger Jahren grandios gescheitert.
Die Post braucht in jedem Fall einen Partner für den Einstieg ins Zeitungsgeschäft. "Wir können nicht den Verleger machen, selbst wenn wir die klügsten Köpfe holen", sagt Post-Chef Zumwinkel.
Funktionierender Vertrieb
Neben einer Redaktion fehle der Post auch eine Anzeigenorganisation, dafür verfügt sie über einen funktionierenden Vertrieb. Würde die Gratiszeitung zunächst nur in den Ballungsräumen verteilt, dann könnte die Auflage noch immer bei gut zehn Millionen Exemplaren liegen, so Zumwinkel.
Das Problem: Die Postboten könnten die Zeitungen erst im Lauf des Tages zustellen, das Blatt würde also auf Hausfrauen zielen. Bislang sind die meisten Gratisblätter in Europa als Pendlerzeitungen konzipiert. Derzeit verteilt die Post schon das Werbeblättchen Einkauf aktuell. Zudem hat sie gerade erst den ehemaligen WAZ-Manager Lutz Glandt eingestellt.
Eine Gratiszeitung würde insbesondere Springer und die Bild-Zeitung treffen. Ohnehin hat das Boulevardblatt zu kämpfen: Die Auflage von Bild sank im dritten Quartal um 4,5 Prozent auf 3,55 Millionen Exemplare, Bild am Sonntag gab sieben Prozent ab.
"Säbelrasseln"
"Wir haben etwas zu verlieren", heißt es aus dem Konzern. Allerdings gibt man sich in Springer-Kreisen gelassen, die Zumwinkel-Äußerungen werden als "Säbelrasseln" eingestuft.
In der Tat: Die Einführung einer bundesweiten Gratiszeitung würde erhebliche Investitionen erfordern - anders als etwa im relativ kleinen Markt Schweiz. Zudem ist offen, wie die Akzeptanz bei den Lesern sein würde, die in Deutschland auf eine Vielzahl von Regionalzeitungen zurückgreifen können.
Doch es geht nicht nur um Gratiszeitungen: Die Post und Pin streiten auch über den Mindestlohn für Briefmitarbeiter. Deswegen stornierte die Post Anzeigen - auch bei Springer.
(SZ vom 18.10.07)
wenn wir diese renitenten Informationsmaterialannahmeverweigerer nicht in den Griff bekämen. Ich verlange eine gesetzliche Annahmepflicht der Bürger !
Treffliche Vorschläge in den Kommentaren! Danke für die sehr praktischen Hinweise, in denen sich aber unser aller Haltung und Auffassung zum Werbe-Müll bündeln. Auch ich bin rstlos bedient, was da alles so in meinem schönen Briefkasten landet. Und bei genauem Nachdenken kommt man unweigerlich zu dem Schluß, daß es die Arbeitsplätze bei der Müllabfuhr nur deshalb gibt, weil ja dieser Werbe-Müll auch wieder entsorgt werden muß. Eigentlich ist es wie mit allen Dingen in unserem Leben: Es funktioniert nur deshalb, weil wir alle uns nicht einig sind; denn schickte jeder Werbe-Müll-Empfänger seinen Müll an den Absender zurück, wäre ganz sicher mit einem Schlag das Problem gelöst. Das triebe nämlich die Werbe-Müll-Produzenten postwendend in den Ruin, also in die Pleite - und wir hätten das Problem gelöst.
Einerseits bescheinigt man uns, wir wären m ü n d i g e Bürger, andererseits meinen die Werbe-Müll-Fuzzis, wir bedürften ihrer dummdreisten "Angebote", was wir wann und bei wem zu kaufen haben, damit wir uns trefflich übernehmen. Ja, sie drängen uns ihren Ramsch so vehement auf, daß auch der Dümmste merkt, wie er über den Tisch gezogen werden soll.
Noch eine kostenlose Zeitung - diesmal von der Deutschen Post AG ? Und was wohl wird uns da erwarten? Noch ein Angelhacken für die parteipolitischen Manipulationen der Bürger und - natürlich Werbung, vielleicht diesmal bunt verpackt wie bei ALDI, LIDL, REWE u.a.m. Nein, Danke! Uns allen reichts! Denn: Was nichts kostet - das taugt auch nichts!
Da bleibt dann dem Bürger nichts anderes mehr übrig als sich einen Stempel mit "Annahme verweigert ! - Zurück an Absender !" anzuschaffen und den ganzen Post-Telekom-Müll mit diesem versehen wieder in den nächsten Briefkasten zu werfen.
Richtig.
Das geht auch handschriftlich.
Ursprüngliche Anschrift nicht vergessen durchzukreuzen.
Das funktioniert. Siehe meinen anderen Kommentar.
Auch ich schicke all den Reklame-Müll wieder an den Absender zurück; per Post im möglichst großen Umschlag und natürlich "unfrei" als "ANTWORT".
Auch diese kostenlose "Zeitungen" (jede Woche 3 verschiedene) fand ich dann nach etwa einem halben Jahr nicht mehr im Briefkasten.
Es sind nicht die paar Cent Nachporto, die die Reklamefuzzis stört, nein, es ist der Aufwand und ärger der für sie damit verbunden ist und auf den die betreffende Firma ja nicht vorbereitet ist. Quasi: Sand im Getriebe.
Außerdem bin ich natürlich schon lange in der Robinson-Liste und natürlich ist an ALLEN Briefschlitzen hier am Haus ein "KEINE REKLAME"-Sticker dran.
Inzwischen bekomme ich nur noch sporadisch diesen Müll. Als "Zeitungen" getarnten Abfall gar nicht mehr.
Also, in einen Biefumschlag stecken, zukleben, vorne rauf: "ANTWORT" und Name & Adresse des Reklamelieferanten, und ab damit in den gelbenKasten.
Sie haben durchaus etwas mehr Handhabe: Wenn Sie trotz Widerspruch beim Herausgeber des Werbemülls diesen weiterhin im Briefkasten vorfinden, sollten Sie vielleicht mall schlichtweg Anzeige erstatten: wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb.
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