Milliardenschwere Hängepartie: Die Porsche-Eigner müssten sich endlich einigen - um dem lächerlichen Treiben ein Ende zu setzen.
Was sich die Porsche-Eigentümer-Familien Porsche und Piëch im Zusammenhang mit dem Zusammengehen der Autohersteller Porsche und VW leisten, hat Seltenheitswert. Wohl noch nie haben die privaten Eigentümer eines hoch angesehenen Unternehmens einen so trostlosen Eindruck hinterlassen. Wer nach Gründen sucht, warum Familienunternehmen einer Kapitalgesellschaft unterlegen sind, bekommt bei Porsche ganz neues Anschauungsmaterial.
Porsche hat sich verzockt - und wird sich wohl nun VW fügen müssen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Der Grund für den wohl bizarrsten Familienstreit auf einer offenen Bühne ist der Plan des kleinen Sportwagenherstellers Porsche, VW zu übernehmen. Diese verwegene Idee hat große Aufmerksamkeit auf sich gezogen, nicht zuletzt, weil ein kleines Unternehmen, das etwa 100.000 Autos im Jahr baut, einen Riesenkonzern schlucken will, der weltweit über sechs Millionen Fahrzeuge von seinen Bändern rollen lässt.
Anfangs sah es gut aus. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der seit 19 Jahren an der Porsche-Spitze steht, hatte die Attacke begonnen. Man darf annehmen, dass er alle fünf Familienstämme hinter sich hatte. Dass ein hochehrgeiziger Manager ein so verrückt anmutendes Vorhaben angeht, ohne alle Gesellschafter im Boot zu haben, ist kaum anzunehmen.
Doch der Familienfriede ging zu Bruch. Die Finanzkrise ließ die Übernahme ins Stocken geraten. Porsche hat sich bei dem Schritt über die 50-Prozent-Grenze bei VW hoch verschuldet. Zu hoch, wie jetzt aus Wolfsburg genüsslich verbreitet wird. Die Übernahme von VW durch Porsche wird daher zur peinlichen Schlammschlacht auf offener Bühne, die allen Beteiligten schadet, nicht zuletzt den beiden hoch angesehenen Autokonzernen Porsche und Volkswagen.
Der Grund dafür, dass diese Übernahme zum Machtkampf wird, liegt darin, dass sich die beiden wesentlichen Familien-Vertreter Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche nicht einig sind. Porsche ist Aufsichtsratschef des Zuffenhauser Sportwagenherstellers. Piëch war früher mal Chef von VW, ist heute Vorsitzender des Aufsichtsrates von Volkswagen und betrachtet VW schon lange als eine Art Privateigentum. Wolfgang Porsche unterstützt den Kauf von VW durch Porsche, Piëch will die Sache anders herum machen. Den 400.000 Mitarbeitern beider Unternehmen kann es egal sein, wer in diesem Übernahmekampf wen übernimmt. Aber wichtig wäre es, dass die Porsche-Eigentümer ihr Gezerre um die Macht schnell beenden.
Dabei ist einfach zu erklären, wer in diesem lächerlichen Spiel der Gewinner ist: Es ist der Clan Porsche/Piëch. Diese Sippe wird am Ende des Streits wahrscheinlich die Hälfte von VW besitzen und damit einen Wert in Händen haben, der mehr als 30 Milliarden Euro ausmacht. Die Familie streitet aber trotzdem.
Es ist kaum nachvollziehbar, dass Wolfgang Porsche es bisher nicht geschafft hat, seinen Vetter Ferdinand Piëch auf Linie zu bringen. Wahlweise kann man Ferdinand Piëch vorhalten, dass er Wolfgang Porsche nicht einfangen kann. Diese merkwürdigen Cousins streiten öffentlich auch darüber, ob Wendelin Wiedeking, der Mann an der Spitze des Porsche-Managements, noch eine Zukunft hat, obwohl er sie alle durch seine Zeit an der Porsche-Spitze so reich gemacht hat, dass sie überhaupt in die Lage kommen konnten, sich an dem Riesen VW zu vergreifen.
Jetzt wo - auch durch Fehler von Wiedeking - einiges schief gegangen ist und ihr Milliarden-Vermögen ein wenig geschmolzen ist, werden sie offenbar unkontrollierbar. Wolfgang Porsche scheint überhaupt nicht mehr zu wissen, was er will. Jedenfalls hat er nicht die Stirn, seinem Vetter Ferdinand Piëch entgegenzutreten. Und dieser nutzt das Vakuum für Äußerungen, die mehr als fragwürdig sind. So redet er den Preis, den VW für Porsche zu zahlen hätte, öffentlich herunter.
Dass er sich mit solchem Gerede als Gesellschafter von Porsche selbst schadet, wäre noch zu verschmerzen. Aber hier werden auch Vorzugsaktionäre in Mitleidenschaft gezogen, die sich sicher schon lange fragen, warum sie diesem Clan ihr sauer verdientes Geld anvertraut haben.
- Porsche in Not "Einige sind da blass geworden" 17.05.2009
- Volkswagen und Porsche Das große Schweigen 17.05.2009
- Übernahmekampf Porsche, VW und die "Dolchstoßlegende" 16.05.2009
- Der Fall Wiedeking Neues aus Zoffenhausen 13.05.2009
(SZ vom 18.05.2009/mel)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Und genau da liegt des Pudels Kern!
Die menschliche Psyche ist einfach so ausgerichtet, das ein immer mehr und mehr
verlagt wird wenn etwas erstmal "gut läuft". Mein Banker nennt das :" wenn die Gier einsetzt"
"Die können den Hals nicht voll kriegen " sagt der Volksmund.
Und das war es hier auch wohl wenn man die letzten Monate zurüchdenkt.
Das unmäßige Auftreten von WW war das Eine. Die schwer zu durchschauende Position von Ferdinand Piech ist das Andere. Er steht für mich auf beiden Seiten der Fehde. Und ich könnte mir denken, das dieser Zirkus nur für die Normalsterblichen bestimmt ist. Hinter den Kulissen ist vielleicht alles schon in trockenen Tüchern - oder doch nicht?
Man kann über Piech denken was man will, er ist ein durchtriebener Stratege, ein Genie in der Art und Weise wie er alle Wiedersacher aus dem Feld schlägt : Von Ex VW-Chef Hahn über verschiedene Konzernvorstände bis zu WW.
Besonders ist mir der coup mit der 29 Std Woche in erinnerung Ich wohne im Einzugsgebiet von WOB und die Region hängt mit Wohl und Wehe am "WErk".
Piech und sein Peronalvorstand Hartz haben in einer Zeit in der das Werk 20000 Beschäfigte zuviel hatte ein Zeitmodell erfunden, das allen Mitanbeitern ein normales Auskommen gewährleistete. Um die verkürzte Arbeitszeit zu finanzieren mussten die MA auf alle zuschläge zum Grundlohn verzichten.
Der Hintergrund für die Aktion war : Fast 30 % der Produktion gingen an die eigene Belegschaft. Wenn in einer Krisensituation ie besten Kunden verschreckt werden ist das gesamte Gefüge am wanken.
Die Aktion war ein großer erfolg wie allgemein bekannt. Nach wenigen jJahren erhöhte sich die Produktion wieder und die vorher überschüssigen Arbeitskräfte wurden wieser gebraucht.
Ein solches vorgehen nenne ich "genial"
Volkswagen und Porsche ihre jeweilige Marktführerschaft zu verdanken? Den fähigen Arbeitern,Angestellten Ingenieuren? Natürlich, aber das ist nicht die ganze Wahrheit. Wäre es nämlich so, dann hieße dies im Umkehrschluss, dass bei Opel alle Arbeiter, Angestellte und Ingenieure Pfeiffen sind. Also: Es gibt wohl doch Unterschiede, die im management und bei den Eigentümern festzumachen sind. Und noch eins: Schreibt Herr Büschemann bessere Kommentare, wenn die SZ eine AG wäre? Ja? Dann bin ich doch dafür
Brilliante Analyse!
Respekt.
à propos Trauerspiele in der SZ: Was ist eigentlich aus der so intensiv herbeigewünschten Schweinehusten-Pandemie geworden? Damals hat sich auch die ganze Redaktion auf das Thema gestürzt und in jedem dritten Artikel Tamiflu erwähnt. Man konnte schon den Eindruck gewinnen, daß die Müllabfuhr ihre Fahrzeug umrüstet, um all die Leichen von den Straßen zu räumen.
Gut, diese Sau hat sich nur zweimal die Nase geschneutzt und lebt munter weiter. Seit zwei Wochen wird nun die Porsche-Piëch-Sau durchs Dorf getrieben bis die Treiber wohl vor Ermattung liegen bleiben.
Mal gucken, wer die nächste Mediensau geben darf.
reinste Anarchie herrscht in der Wirtschaft vor
das schlimmste sind wie so oft die Multimilliardäre (egal ob Einzelpersonen oder ganze Familien), die vor lauter Gier nicht genug bekommen können, deren Droge ist nicht Kokain, sondern Geld, Geld und nochmals Geld, dafür ist jedes Mittel recht, auch der totale Untergang (hatten wir das nicht schon mal in einem anderen Zusammenhang???) mitsamt den Aktionären und Mitarbeitern, die auch von Gier getrieben die Probleme nicht erkennen
es ist doch vollkommen egal, ob, Porsche, Piäch, Schaeffler, Merkle, usw, zuerst Geld scheffeln, auf Kosten der Allgemeinheit, dann geht das auch noch alles den Bach runter und dann soll auch wieder die Allgemeinheit mit dem Geld gerade stehen für diese Zocker, die den Hals nie genug voll bekommen
wo ist denn das Risiko, das diese Menschen eingehen?? wer Zockt der muss auch mal verlieren können, und daher sollen die Personen zuerst verkaufen, egal zu welchem Preis und eventuell von Hartz 4 leben, so wie andere auch - keine Staatshilfen für Milliardäre
Paging