VW und Porsche lassen die Frist für ein Zusammengehen verstreichen: Porsche-Chef Wiedeking handelt, als habe sich nichts geändert.
Die Schaffung eines integrierten Autokonzerns aus Volkswagen und Porsche klang ganz einfach. Nach ihrem Familientreffen in Salzburg ließ der Unternehmerclan Porsche und Piëch die Information Nr. 09/09 verteilen: "Ziel ist es, in den nächsten vier Wochen eine entsprechende Entscheidungsgrundlage über die zukünftige Struktur der gemeinsamen Gruppe zu entwickeln."
Wiedeking und Härter müssen bei den oft selbst schon klammen Banken betteln gehen - die einst so begehrten Kreditkunden wurden zu Bittstellern degradiert und gegrillt. (© Foto: Reuters)
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Das war am 6. Mai. Nun haben wir den 6. Juni, und einiges ist seitdem geschehen - nur nichts Konstruktives: Das Ziel wurde verfehlt.
Der kleine Sportwagenhersteller Porsche schluckt den 30-mal größeren Volkswagen-Konzern, nach Toyota und General Motors die Nummer drei weltweit.
Ein bisschen Rache
So lautete der Plan, mit dem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter seit September 2005 erst die Aktienmärkte und nun auch ihre Familienaktionäre in Atem hielten. Sie wetteten gegen die Banken und machten die Familien Porsche und Piëch von Millionären zu Milliardären.
Dann kam die Krise. Wiedeking und Härter mussten nun bei den oft selbst schon klammen Banken betteln gehen - die einst so begehrten Kreditkunden wurden zu Bittstellern degradiert und gegrillt. Ein bisschen Rache mag im Spiel sein bei manchem Banker, der von den Porsche-Finanzartisten geradezu lustvoll vorgeführt worden war.
Falls nicht noch ein Scheich in die Zuffenhausener Finanzwüste reitet und Porsche möglichst bedingungslos mit Petrodollars überschwemmt oder sonst ein Wunder geschieht, dann wird es wohl genau anders herum kommen als geplant.
Volkswagen gliedert den Sportwagenbetrieb Porsche bei sich ein - als zehnte Automarke. Bezahlen könnte der Konzern das locker, denn er hat - anders als Porsche - auch in der Krise eine volle Kasse.
In Stuttgart hängt man freilich noch am Dogma der völligen Selbständigkeit. Nahezu täglich kommuniziert Porsche kleinste Teilerfolge auf dem Weg zur Finanzierung des ursprünglich so schwungvoll gestarteten, ganz großen Abenteuers.
Da kann es niemanden wundern, dass beim Zusammengehen von VW und Porsche nichts vorangeht. Wiedeking und Härter agieren, als ob es den Salzburger Beschluss ihrer Aktionäre nicht gegeben hätte.
Und ihr Aufsichtsratsvorsitzender lässt sie gewähren. Für den freundlichen Erben Wolfgang Porsche ist es offenbar nicht ganz einfach, seinen langjährigen Erfolgsmanagern die neuen Grenzen aufzuzeigen. Doch auch Porsche wird eines Tages auf die Bremse treten - müssen.
- Arcandor, Porsche & Co. Der Staatsleistungswettbewerb 05.06.2009
- Von Arcandor bis Porsche Holt uns hier raus! 18.05.2009
- Finanznot bei Porsche In der Falle 31.05.2009
(SZ vom 06.06.2009/hgn)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Ich habe zur Zeit den Eindruck: Viele der aktuellen Probleme sind ein Ergebnis des Größenwahns von etlichen Wirtschaftsführern und -politikern. Irgendwie haben viele die Bodenhaftung verloren und bewegen sich im rechtsfreien Raum, den eine kleine, feine zur Zeit so geliebte Partei mit konstruiert hat.
Es kommt aber nach meiner Meinung eine zusätzliche Geisteshaltung zur Gewinnmaximierung hinzu: Die Technik heißt legaler Betrug. Man kann auch von der "Trojan Horse Companiekiller Maffia" reden, kurz T.H.C.M.
Und das geht so: Man bringt über Finanzverbindungen Mitstreiter in die Geschäftsführung und Aufsichtsräte von großen Konzernen hinein und diese schaffen eine Mehrheitsclique, die sich bei Gehaltsbemessungen und Immobilienverkäufen gegenseitig absichert.
Dieses verkaufte Tafelsilber wird dann zurück gemietet zum Schaden der Kompanie.
Bei solchen Transaktionen bleibt immer irgendwo ein Provision oder Prämie oder ein anderer geldwerter Vorteil zu Gunsten der Beteiligten hängen. Wenn dann die Firma beerdigt wird, ist sogar am Konkurs noch heftig, wohlgemerkt legal , zu verdienen.
Auch deshalb sind viele sogenannte Traditionsmarken in Deutschland verschwunden. Es ist nicht immer Unfähigkeit, sondern schlicht ein Firmenbeerdigungsgeschäft.
Die Mitarbeiter sind doch nur lästige Kostenstellen. Oder wie ist es zu erklären, das in einer ausgelagerten Tochterfirma die Belegschaft um 10 Prozent vermindert! wird und statt einer Lohnerhöhung eine Gewinnbeteiligung eingeführt wird. Der tatsächlich erwirtschaftete Gewinn wird dann zwischen Führung und Belegschaft aufgeteilt, nicht einmal 5 Prozent der Mitarbeiter bekommen 90 Prozent und die restlichen 95 Prozent den Rest von 10 Prozent des Gewinns, nur dumm wenn dann doch eine undichte Stelle das publiziert.
Das bringt "Corporate Identity"! Doch die ist heute bei Großbetrieben leider nur für Doo...