Porsche treibt den alten Plan weiter voran: Der Sportwagenhersteller will den 30-mal größeren VW-Konzern übernehmen - und sich ohne Hilfe aus Wolfsburg aus der Finanzklemme befreien.
Nach der Zurückweisung eines Hilfeangebots von Volkswagen verhandelt der finanziell klamme Sportwagenhersteller Porsche weiter mit dem Emirat Katar. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter waren zu Gesprächen mit dem Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) in Doha, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Unternehmenskreisen. Wann es zu einem Abschluss kommt, ist noch offen. Porsche mochte frühere Meldungen aus Katar nicht bestätigen, wonach sich der Scheich bis Anfang Juli entscheiden wollte.
Porsche bestätigt frühere Meldungen aus Katar nicht, wonach sich der Scheich bis Anfang Juli entscheiden wollte. (© Foto: dpa)
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Die beiden Porsche-Manager treiben damit ihren alten Plan weiter voran, wonach der kleine Sportwagenhersteller den 30-mal größeren VW-Konzern übernimmt. Porsche gehören bereits knapp 51 Prozent der Anteile von VW. Über weitere 24 Prozent verfügt Porsche angeblich in Form von Optionen.
Im Zuge der Finanzkrise verweigerten die Banken Porsche ihre weitere Unterstützung bei der Übernahme. Auch die bundeseigene Bank KfW gewährte keinen Kredit aus dem Deutschlandfonds. Theoretisch könnte Porsche die 1,75 Milliarden Euro erneut beantragen. Darauf verzichtet der Sportwagenhersteller, bestätigte das Unternehmen am Dienstag einen Bericht der SZ.
Jetzt zählt der Preis
Wiedeking und Härter setzen nun voll auf den Staatsfonds aus dem Golfstaat. Nach Angaben von Porsche gibt es ein schriftliches Angebot für den Kauf von Anteilen an der Holding Porsche SE. Sie hält die Beteiligung an Volkswagen und zu 100 Prozent die Stammaktien der Sportwagenfirma Porsche AG.
Außerdem will der Staatsfonds aus Katar auch Optionen auf VW-Aktien übernehmen, heißt es in Stuttgart weiter. Sollte er Porsche alle abkaufen, wäre der Golfstaat nach Porsche der zweitgrößte VW-Aktionär. Erst danach käme das Bundesland Niedersachsen mit seinen im VW-Gesetz verbrieften Sonderrechten. Zurzeit werde noch vor allem der Preis für das aus zwei Teilen bestehende Geschäft verhandelt, verlautet aus Verhandlungskreisen.
Katar unterbreitete demzufolge sein Angebot dem aus Wiedeking und Härter bestehenden Vorstand der Holding Porsche SE. Der müsse dann für sein Verhandlungsergebnis die Zustimmung der Familien Piëch und Porsche einholen, in deren Besitz sich zu 100 Prozent die Stammaktien des Unternehmens befinden, so lautet der Plan in Zuffenhausen.
Während Wolfgang Porsche als Aufsichtsratsvorsitzender trotz aller Finanzierungsnöte von Porsche weiter hinter dem Plan seiner Manager Wiedeking und Härter steht, hält sein Cousin, der Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch den umgekehrten Weg für vorteilhafter, um beide Unternehmen zusammenzuführen.
Piëch gilt zusammen mit dem VW-Management und dem Aktionär Niedersachsen als Initiator einer als Kompromissangebot deklarierten Offerte, die in zwei Schritten die Eingliederung von Porsche in den VW-Konzern vorsieht. Zunächst soll VW dabei die Porsche SE teilweise entschulden, indem sie ihr die knappe Hälfte der Sportwagenfirma abkauft. Zwischen drei und vier Milliarden Euro sollen die Wolfsburger dafür geboten haben. Viel zu wenig - empört man sich in Zuffenhausen, wo man den Wert der Porsche AG auf "mindestens elf Milliarden Euro" taxiert.
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(SZ vom 01.07.2009/hgn)
Ja alles was Geld bringt bitte sofort ins Ausland verkaufen. Gibts denn in DE keine Investoren mehr? Sind die alle in die Schweiz und nach LIchtenstein?
"...das Bundesland Niedersachsen mit seinen im VW-Gesetz verbrieften Sonderrechten"?
Lieber Herr Kuntz. Schauen Sie doch mal in das sog. VW-Gesetz. Dort ist mit keinem Wort vom Land Niedersachsen und etwaigen Sonderrechten die Rede. Es ist lediglich geregelt, dass qualifizierte Mehrheiten in der Hauptversammlung 80% der Stimmen bedürfen, also nicht gegen einen Großaktionäre beschlossen werden können, der 20%+X hält. Dieses vermeintliche "Sonderrecht" gilt für Niedersachen, Porsche, ein Scheichtum oder jeden anderen Großaktionär.
Die Fakten sprechen gegen Porsche.
Das Management - Herr Wiedeking hat die Marke Porsche wieder da hingebracht wo er sie am Anfang seiner PKW Karriere abgeholt hat - nämlich am Boden.
Nun stellt sich die Frage welche Perspektiven hat der Kleinserienhersteller, und wie steht Porsche tatsächlich im Wandel der Antriebstechnologie da.
In der Zukunft haben Spritsparkonzepte wie Hybrid-Fahrzeuge, Twin-Charger, und Elektroantrieb, in weiterer Zukunft sogar die Wasserstofftechnik eine Zukunft.
Derzeit bietet Porsche nichts auf diesen Feldern.
Die Firma hält zudem an einem veralteten rundlichen Design fest, welches nicht der aktuellen Mode entspricht. Alle Porsche wirken inzwischen langweilig und technisch zurückgeblieben. Die Verluste der marke Porsche sind insbesondere in den USA (der wichtigste Markt für die Spritschleudern) auf Rekordniveau.
Im Gegensatz dazu hat VW weitaus modernere Motortechnik, wie die Twin-Chager mit reduzierten Hubraum und sparsame CR-Diesel im Programm. Auch die moderne Direkteinspritzung hat VW ein halbes Jahrzehnt früher eingesetzt als die träge Firma Porsche, die nichts anderes kennt als Hubraumvergrösserung und noch mehr PS.
Von daher ist es absolut unverständlich warum Porsche nicht unter den Technologiekonzern VW schlüpfen möchte.
Vermutlich ist die Angst bei Porsche zu groß vom Lehrmeister VW zum Lehrling Porsche degradiert zu werden.
Daher versucht man es bei den Scheichs (wie originell ...), früher hätte man den Onkel aus den USA angepumpt. Dort ist bekanntlich aber nichts mehr zu holen.
Was wegen der Sperrminorität des Staates fast aussichtslos ist.
Porsche ist inzwischen ein ziemlich lahmer und bedauerliche Haufen geworden - traurig ...
Größenwahn? Ach was, ist doch Porsche & Wideking. Wirtschaftskriese? Was ist das? An die Belegschaft denken? Wofür denn, wenns "mir" gut geht und die Kasse klingelt! Das moderne Raubrittertum kennt keine Grenzen. Selbst wenn die Wirtschaftswelt völlig zusammenbricht, werden sie versuchen Gott zu spielen. Das wird nie ein Ende haben, weil es mittlerweile auch eine persönliche Note von Wideking und Piäch ist. Das der Krieg auf dem Rücken von 100.000 Mitarbeiter und deren Familien ausgetragen wird, interessiert offensichtlich niemanden!
"Peanuts"-Kopper als Kommentator. Na servas.
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