Enttäuschte Aktionäre, irritierte Mitarbeiter, Milliardenverluste und Schubladen voller Klagen: Porsche wird noch lange unter den Folgen der Übernahmeschlacht leiden.
Eigentlich waren es gar nicht mal schlechte Nachrichten, die da am Freitag aus Zuffenhausen kamen: Porsche scheint die ganz harte Zeit hinter sich zu haben; in den vergangenen sechs Monaten verkauften die Sportwagenbauer nur noch 3,1 Prozent weniger Autos als im Vorjahr. Es ist erst ein paar Monate her, da brach der Absatz noch um ein Viertel ein. Eigentlich also könnten die Kleinaktionäre zufrieden sein. Eigentlich.
Porsche wird in den VW-Konzern integriert, doch die Folgen der Übernahmeschlacht sind noch nicht endgültig ausgestanden. (© Foto: Getty)
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Dass sie es nicht sind, hat nichts mit dem Autogeschäft zu tun, sondern mit der zermürbenden Übernahmeschlacht des vergangenen Jahres. Ihr Unternehmen hatte zunächst Volkswagen angegriffen, gekämpft - und den Kampf gegen den weitaus größeren Konzern aus Wolfsburg verloren. Jetzt wird Porsche in den VW-Konzern integriert - Verlierer sind die Kleinaktionäre. Selbst eine Mini-Dividende ist nur noch möglich, weil der Konzern in seine Rücklagen greift.
Heute gehört das Unternehmen VW, den Eigentümerfamilien Piëch und Porsche und dem Scheichtum Katar. Derjenige, der all dies mit initiiert hatte, ist längst über alle Berge, und mit ihm 50 Millionen Euro Abfindung: Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.
Am Ende des wahnwitzigen Übernahmeversuches bleiben zurück: enttäuschte Aktionäre, irritierte Mitarbeiter, Milliardenverluste und Schubladen voller Klagen, deren Ausgang zur Stunde vollkommen ungewiss ist. Zuletzt hatten eine Reihe von amerikanischen Großanlegern Porsche in New York auf Schadenersatz in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar verklagt. Das Unternehmen habe unter der Ägide von Wiedeking und Härter angeblich zu spät über die geplante Beherrschung von VW informiert und so den Kurs der Volkswagen-Aktie manipuliert, so der schwere Vorwurf. Die juristische Aufarbeitung des vergangenen Jahres wird möglicherweise Jahre dauern. Für Porsche und auch für Volkswagen.
Insofern waren es erwartbare Botschaften, die die neuen Porsche-Herren bei der ersten Hauptversammlung unter Wolfsburger Ägide verkündeten. Licht am Ende des Tunnels, Kräfte bündeln, Porsche und die neue Konzernmutter VW ziehen ab sofort an einem Strang. Was hätten sie auch sonst sagen sollen - dass die schwere Hypothek des Jahres 2009 den Konzern noch lange beschäftigen wird? Das aber ist die Wahrheit.
Dass der frühere Porsche-Chef Wiedeking und sein damaliger Finanzvorstand Härter nicht zur Hauptversammlung gekommen waren, ist eigentlich schade. Aber verständlich.
(SZ vom 30./31.01.2010/mel)
Berliner Zeitung
Dass die Staatsanwaltschaft in Stuttgart in Sachen möglicher Marktmanipulationen ermittelt, schließt aus, dass es Menschen gegeben sein könnte, und sei es eine Berühmtheit wie Hans Dampf in allen Gassen, je real Einfluss auf Marktmechanismen gewinnen zu können.