Porsche-Betriebsratschef Hück über den Zoff in Zuffenhausen, den "Revolverhelden" Wulff und das doppelte Spiel von VW-Aufsichtsratschef Piëch.
Der hoch verschuldete Sportwagen-Hersteller Porsche steht unter Druck. Porsche soll diese Woche eine Fusion mit VW akzeptieren, die faktisch einer Übernahme gleichkäme. Uwe Hück ist Gesamtbetriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratschef von Porsche.
Porsche-Betriebsratschef Hück: "Ein intelligenter Politiker sollte wenigstens mit der Belegschaft und der Gewerkschaft reden." (© Foto: dpa)
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SZ: Herr Hück, ist Porsche als eigenständiges Unternehmen am Ende?
Uwe Hück: Da sind Machtspiele im Gange, die nicht in Ordnung sind. Hinter dem Ultimatum steckt offenbar auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff, der dem Aufsichtsrat von VW angehört. So verhält sich kein verantwortungsvoller Politiker. Wir kämpfen in Stuttgart für die Eigenständigkeit von Porsche und lassen uns nicht erpressen. Hier wird mit aller Gewalt versucht, Porsche kaputt zu machen. Das lassen wir nicht zu.
SZ: Wulff ist um Niedersachsen und Volkswagen besorgt, und er agiert ja nicht alleine.
Hück: Ich verstehe nicht, was Wulff, der Porsche-Aktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und VW-Chef Martin Winterkorn eigentlich wollen. Warum soll Porsche jetzt unter Zeitdruck entscheiden, warum wird uns über´s Wochenende über die Medien ein Ultimatum gesetzt? Die Herren spielen mit unseren Arbeitsplätzen.
SZ: Porsche war noch nie so hoch verschuldet wie jetzt, weil Vorstandschef Wendelin Wiedeking unbedingt VW übernehmen wollte. Hat er sich verzockt?
Hück: Porsche hat zehn Milliarden Euro Schulden, denen 40 Milliarden Euro Vermögen gegenüber stehen.
SZ: Aber Porsche muss liquide bleiben und die Banken sind offenbar nicht dazu bereit, weitere Kredite zu gewähren.
Hück: Dann erwarte ich, dass wenigstens keine Störmanöver von VW kommen. Warum setzt Wulff ein Ultimatum, ohne ein einziges Mal mit uns im Porsche-Betriebsrat zu reden? Ein intelligenter Politiker sollte wenigstens mit der Belegschaft und der Gewerkschaft reden. Er hat auch nicht mit dem Vorstand und den Aktionären gesprochen.
SZ: Was ist daran auszusetzen, dass Wulff sich um VW sorgt und sagt, jetzt muss eine Entscheidung her?
Hück: Dass er sich um VW sorgt, ist ja in Ordnung. Es geht aber nicht, dass er wie ein Revolverheld aus der Hüfte schießt. Das wird bei den Vorzugsaktionären von Porsche eine Klagewelle auslösen, weil Wulff, Piëch und Winterkorn es in Kauf nehmen, Porsche schwer zu schaden. Was da geschieht, ist unter der Gürtellinie und hat mit den gesetzlich vorgeschriebenen Vorgehensweisen bei Aktiengesellschaften nichts zu tun.
SZ: Nach den Plänen aus Niedersachsen soll Winterkorn den gemeinsamen Konzern führen. Hat Wiedeking ausgespielt?
Hück: Das gehört in den Aufsichtsrat bei Porsche, und dort ist das noch niemals diskutiert worden. Wenn die drei Herren Wiedeking killen wollen, dann sollen sie das offen ankündigen. Was da läuft, ist unanständig und verstößt gegen die Mitbestimmung.
SZ: Welche Rolle spielt Ferdinand Piëch, dessen Familie mit der Familie Porsche das Unternehmen beherrscht?
Hück: Sicherlich keine gute Rolle für Porsche. Er ist Aufsichtsratschef bei VW und Aufsichtsrat bei Porsche. Das ist eine fragwürdige Doppelrolle.
SZ: Wäre Porsche gerettet, wenn die Familien Porsche und Piëch das Eigenkapital des Unternehmens um mehrere Milliarden Euro erhöhen würden?
Hück: Ich fordere mit dem Betriebsrat und der Belegschaft seit Monaten eine solche Kapitalerhöhung. Die Familien haben das Geld. Warum kämpft Wulff nicht zusammen mit uns für eine solche Lösung? Ich befürchte, dass Piëch nicht in seinen eigenen Geldbeutel greifen möchte, um Porsche zu helfen. Sondern dass er lieber zusammen mit Wulff und den VW-Vorständen das Vermögen von VW plündern will, um Porsche zu entschulden. Das ist nicht in Ordnung. VW braucht das Geld doch selbst, um neue Autos zu entwickeln und um gerade in der jetzigen Krise am Markt zu bestehen.
(SZ vom 29.06.2009/mel)
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....der ja den ehrbaren Beruf des Auto Lackierers erlernt hat, besondere intime Kenntnisse auf dem Gebiet Options Geschäfte mit Call - und Put Optionen hat.
Wenn es dann so gewesen wäre dann hätte er sicher als Aufsichtsratsmitglied einmal rechtzeitig nachgefragt wie riskant diese Geschäfte ja in Wirklichkeit sind und das aus sprudelnden Gewinnen ganz schnell dramatische Verluste entstehen können.
Erinnert mich so an die Politiker in den Aufsichtsräten der fast bankrotten Landesbanken !
Was die Verweigerung des Staates an KFW Krediten anbetrifft so glaube ich dass man hier seitens der Regierung wohl inzwischen die Linie des Ministers Guttenberg verfolgt, wobei wohl im Hintergrund die Meinung steht dass diese stinkreichen Milliardäre dieser fast bankrotten Firmen auch einmal selbst in ihre Privatkassen greifen sollen um Ihr Risiko behaftetes Eigentum selbst zu retten !
Herr Hück präsentiert eine Milchmädchenrechnung, wenn er angibt, die Porsche SE habe ein Vermögen von 40 Mrd., denen angeblich nur 9 Mrd. Verbindlichkeiten gegenüberstehen.
Zu Veranschaulichung:
Der Wert der Porsche AG dürfte bestenfalls bei 6-8 Mrd. liegen, wie das jüngste Angebot von VW zeigt. Berechnet man die 50 % an den VW-Stämmen nicht mit den derzeitigen spekulativen Mondpreisen, sondern an dem tatsächlichen Unternehmenswert, der wohl eher bei 50 je Aktie liegen dürfte (die Vorzugsaktien spiegeln den inneren Wert mit rund 50 wohl unbestritten eher wider), ergibt sich bei den von Porsche gehaltenen rund 150 Mio. Stammaktien ein Wert von 7,5 Mrd. aus der VW-Beteiligung. Hinzu kommt gegebenenfalls noch ein Paketaufschlag. Das macht zusammen etwa 15,5 Mrd.
Dagegen stehen die offen ausgewiesenen Verbindlichkeiten von 9 Mrd. Erhebliche verdeckte Verbindlichkeiten dürften noch in den Optionen liegen. Wie mittlerweile bekannt ist, besitzt Porsche nicht nur cash settled Calloptionen auf rund 20 % der Stammaktien von VW, sondern ist auch Verpflichtungen durch cash settled Putoptionen eingegangen, für die von Analysten ein Ausübungspreis von 130 vermutet wird. Orientiert man sich wieder am wirklichen Wert, anstatt der derzeitigen künstlichen Mondbewertung, drohten Porsche bei geschätzten 60 Mio. Putoptionen verdeckte Verpflichtungen in Höhe von rund 4,8 Mrd. ( 130 50 * 60 Mio.) als Ausgleichszahlungen für cash settled Putoptionen. Rechnet man die 1,75 Mrd., die Porsche noch von der KfW als Betriebsmittelkredit für das operative Geschäft benötigt, und das 700 Mio. Darlehen von VW hinzu, könnten offene und verdeckte Verbindlichkeiten das Vermögen von Porsche sogar übersteigen. Zugegeben, die Werte sind geschätzt, zeigen aber, dass die 40 Mrd., die Herr Hück angibt, völlig unrealistisch scheinen und offenbar das Ergebnis einer Milchmädchenrechnung sind, die sich an künstlichen Kursen orientiert und Risiken aus den Optionen völlig ausblendet.
Vermutlich rechnen die Banken einschließlich der KfW ebenfalls anders und realistischer als Herr Hück, sonst dürfte es ja keine Finanzierungsprobleme geben.
....Aktiengesellschaften und deren Vorstände / Aufsichtsräte ( Piech und Porsche z.B. ) dürfen nicht mit dem Ihnen anvertrauten Vermögen Wetten auf Aktienkurse abschließen wie es ja bei Aktien Optionen nun mal der Fall ist weil das Verlust Risiko zu Lasten der Eigentümer und der Belegschaft nicht abschätzbar ist und mit Konzern eigenen Aktien wie z.B. Rückkauf etc. darf ja auch nicht manipuliert werden.
Diese Vermutung, oder den Verdacht dazu gab es ja bei PORSCHE auch !.
Es gab da schon mal einen, den Herrn Merckle, der hat sich zwar, warum auch immer, vor den Zug geworfen, aber das erwarte ich von Herrn Wiedekind natürlich nicht obwohl der Unterschied beim Ergebnis eigentlich gar nicht so groß ist !
Sorry, aber sowas passiert, wenn man im Bekanntenkreis jemanden mit diesem Namen hat.
*schäm*
@eslipart: Der Mann fühlt sich als King und heißt auch so...
Paging