Der schwäbische Autohersteller Porsche hat sich in der Finanzwelt fürchterlich verfahren. Die Folgen sind ernst.
Wie gebannt starrten am Freitag viele Aktionäre und Beobachter auf die Börsenkurse von Porsche und VW. Es war "Hexensabbat", also einer jener vier Freitage im Jahr, an denen an Terminbörsen die Optionsgeschäfte verfallen, bei denen ein Wertpapier oder ein anderes Produkt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorher vereinbarten Preis gekauft oder verkauft wird.
Porsche ist kein normales Unternehmen (mehr). (© Foto: AP)
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Und Porsche hat Milliarden Euro in Optionsgeschäften stecken. Lange war unklar, inwieweit das Verfallsdatum für diese riskanten Geschäfte für die glorreichen Wertpapierakrobaten aus Zuffenhausen relevant sein würde, manche Experten unkten von einer bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit.
Verstrickt sich in Scharmützel
Am Ende ging der Tag ohne größere Blessuren zu Ende, dafür kam die Nachricht auf den Markt, dass die Förderbank KfW staatliche Garantien verweigert. Übrigens zu Recht - schließlich sind die Probleme des Unternehmens hausgemacht.
Angesichts der diversen Finanzierungsprobleme wird kaum beachtet, dass Porsche, wenn es gerade nicht an der Börse spekuliert, auch noch hochwertige Autos baut, von denen sich aber in der aktuellen Wirtschaftskrise immer weniger verkaufen lassen.
In einer normalen Firma würde man sich jetzt Gedanken machen, wie man Kunden (zurück-)gewinnt und die Wirtschafts- und Autokrise meistert - aber Porsche ist kein normales Unternehmen (mehr). An diesem Fall kann man beinahe lehrbuchhaft zeigen, wie eine gute Unternehmensführung (Corporate Governance) gerade nicht funktioniert.
Der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking muss seinen trickreichen Finanzchef stützen, kämpft mit dem Zocker-Image in der Öffentlichkeit, buhlt um staatliche Bürgschaften - und verstrickt sich in Scharmützel mit den Eigentümern des Unternehmens. Eigentlich sollten Vorstandschefs ihre Zeit anders nutzen. Aber auch Halbeigentümer und Volkswagen-Gründer-Enkel Ferdinand Piëch spielt eine dubiose Rolle.
Zurecht kritisiert er das Management für waghalsige Geschäfte, die nicht einmal er als Eigentümer und Aufsichtsrat noch durchschaut. Dennoch ist Piëch unglaubwürdig - weil er sein spezielles Spiel betreibt.
Er will Porsche unter das Dach von VW zwingen - ein Konzern, bei dem er wiederum Aufsichtsratschef ist. Das ist eine unerträgliche Interessenkollision. Beide zusammen, der Zocker Wiedeking und der Egomane Piëch sind gerade dabei, den stolzen Ruf des Sportwagenbauers zu ruinieren.
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(SZ vom 20.06.2009/hgn)
Ist es nicht das, was man den Beises dieser Welt zurufen möchte?
Vor 3 Monaten hat er noch eine Generalamnesie für die Anzugträger gefordert und davor Steuersenkungen für Gutverdiener. Aber waren es nicht gerade die anzugtragenden Mittel- bis Gutverdiener, die einen erheblichen Beitrag zur Krise leisteten? Sind nicht sie es gewesen, die ihr Geld steueroptimiert und möglichst gewinnbringend angelegt hatten? Waren nicht sie es, die über jeden anderen lachten, der sich mit den geringen Zinsen für Festgeld begnügte und keine Anlageform fand, bei der der Staat durch Steuergeschenke das angelegte Geld noch vermehrte? War für sie nicht jeder doof, der sein Geld nicht "arbeiten" ließ?
Sollten solche Journalisten nicht die Hauptschuldigen der Krise ausfindig machen und an den Pranger stellen? Nur so können wir einen echten Neuanfang hinkriegen, bei dem nicht wieder die alten Seilschaften am Drücker sind! Sollten solche Journalisten nicht dafür sorgen, dass jetzt die Gesetzgebung in eine Richtung geht, die durch ausreichende Aufsicht solche hausgemachten Krisen in Zukunft vermieden werden?
Schreibt einfach gute Artikel, dann werden sie auch nicht nur in der kommentarfreien Zeit in der SZ-Online veröffentlicht um dann ganz schnell wieder in der Versenkung zu verschwinden!