Streit liegt in der Luft: Bund und Länder favorisieren den kanadischen Autozulieferer als Käufer für Opel. Das könnte zu einem Machtkampf mit General Motors führen.
Im Bieterkampf um den angeschlagenen Autohersteller Opel droht ein Streit zwischen dem amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM) und der deutschen Politik.
Bild vergrößern
Werbung für das Modell Insignia beim Opel-Werk in Rüsselsheim: (© Foto: Getty)
Anzeige
Der Bund und die vier Länder mit Opel-Standorten favorisieren eine Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna. Die Regierung habe nach Prüfung der Angebote weiter eine "gewisse Präferenz" für Magna, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Mittwoch.
GM liebäugelt dagegen mit dem Konzept der Investorengruppe RHJ. Wilhelm schloss deshalb "möglicherweise kontroverse" Verhandlungen nicht aus.
Alle Beteiligten sind aufeinander angewiesen: Verkäufer von Opel ist General Motors. "Umgekehrt wird aber ein Verkauf nur tragfähig, wenn es auch zu einer Absicherung durch Bürgschaften und Garantien seitens der Regierungen in Europa kommt", sagte Wilhelm. Deshalb können auch die Bundesregierung und die Länder mit Opel-Werken mitbestimmen. "Keine Seite kann mit ihrer Einschätzung allein durchkommen", so Wilhelm. Eine schnelle Entscheidung ist daher nicht zu erwarten.
GM legt Ergebnisse im Kanzleramt vor
Der US-Konzern hatte in den vergangenen Tagen die drei Offerten ausgewertet, darunter auch die des chinesischen Autobauers BAIC, dem aber nur geringe Chancen eingeräumt werden. Am Mittwochnachmittag stellte das GM-Vorstandsmitglied John Smith die Ergebnisse im Kanzleramt der Opel-Taskforce der Bundesregierung vor.
In der nächsten Woche wollen alle beteiligten Parteien sich darauf einigen, an wen das deutsche Traditionsunternehmen spätestens im Herbst gehen soll.
Womöglich sind deshalb auch noch weitere Verhandlungen mit der US-Regierung nötig, die die Mehrheit an General Motors hält. Sollten sich GM, Bund und Länder nicht einigen, muss der Chef des Opel-Treuhandbeirats Fred Irwin die Beteiligten zu einem Konsens bewegen.
Die Treuhandgesellschaft hält derzeit 65 Prozent von Opel. Im Beirat sitzen je zwei Vertreter von GM und zwei aus Deutschland.
Zentrale Kriterien Berlins
Regierungssprecher Wilhelm nannte noch einmal die zentralen Kriterien für eine Zustimmung von Bund und Ländern: Demnach muss der Opel-Käufer ein langfristig tragfähiges Konzept haben. Das Risiko für den deutschen Steuerzahler sollte möglichst gering sein. Außerdem spielt der Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten eine wichtige Rolle.
Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Nordrhein-Westfalen hatten vor den Gesprächen im Kanzleramt sich in einer Telefonkonferenz auf Magna geeinigt.
Der Autozulieferer will zumindest in Deutschland weniger Arbeitsplätze streichen als der Hauptkonkurrent RHJ. Die Rede ist von 2500 Jobs. Bei RHJ wären es bundesweit 3900. Magna will alle vier Standorte erhalten. Der Finanzinvestor hatte dagegen angekündigt, das Werk in Eisenach 2010 und 2011 stillzulegen.
Was danach passiert, ist ungewiss. Außerdem wird befürchtet, dass RHJ Opel nach einigen Jahren und der Sanierung mit deutschem Steuergeld wieder an GM zurückreicht.
"Magna hat ein strategisches Konzept, eigenes Management und mit seinen Partnern die Perspektive des Wachstumsmarktes Russland", sagte der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD). Er sprach sich dafür aus, nun zügig zu Ende zu verhandeln, um die Verunsicherung der Belegschaft zu beenden. Auch der Opel-Betriebsrat hatte sich für den Zulieferer stark gemacht.
(sueddeutsche.de/AP/pak)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Wie unprofessionell kann man denn als Regierung noch agieren? Wenn ich vorher meine Präferenzen so klar äußere, bin ich immer erpressbar. Und man soll nicht glauben, dass bei GM nur Trantüten sitzen! Die spekulieren jetzt natürlich darauf, dass die Bundesregierung (= der Steuerzahler; von mir würden die keinen Cent bekommen!) noch ein paar Scheine drauflegt. Hätte man ganz klar gesagt, dass dass den Staat (= den Steuerzahler!) nix angeht, wäre die ganze Geschichte schon längst gelaufen. Ich mag den Typen mit den elf Vornamen nicht besonders, aber da muss ich ihm recht geben, dass die Insolvenz die bessere Lösung gewesen wäre. Denn die hätte eine Chance auf einen wirklichen Neuanfang bedeutet!
GM braucht eine neue Produktlinie die Opel bereits entwickelt hat, also was kann man tun. Man verkauft an RHJ die dann das Unternehmen neu strukturieren, (Stichwort: Gewinnmaximierung auf kosten der Arbeitnehmer) um es dann "gesäubert" wieder an GM zu Veräußern, und GM macht sich nicht einmal die Finger schmutzig. Zudem gibts noch frisches Bares vom Deutschen Steuerzahler das dann irgend wie ja auch den Amis zugute kommt.
Im Kanzleramt bevorzugte man von Anfang an die Russen, die Eigentümerfirma GM favorisiert offenbar die Belgier, aber die Chinesen machten die für den deutschen Steuerzahler bei weitem günstigste Offerte.
Wer glaubt ernsthaft, dass die Entscheidung der Kanzlerin im Interesse der Steuerzahler erfolgen wird? Man kann die Milliarden ja jederzeit durch weitere Erhöhungen der Steuern wieder herein bringen.
oder ganz dumme Frage gestellt - was würde geschehen wenn die Bundesregierung von jetzt auf nachher erklären würde - WIR steigen aus mit den Staatsgarantien ...
...weil keiner der Bieter ein absolut überzeugendes, über einen langen Zeitraum sicheres Zukunftskonzept vorzuweisen hat ...
Dann könnte GM die Opeltochter doch wie Sauerbier ...
Keiner der Bieter würde Opel geschenkt haben wollen ...
Die Staatsgarantien beinhalten neben dem Muß an good will eben auch die geduldige Solidargemeinschft an Steuerzahlern welche mit den Endprodukten von morgen absolut nichts am Hut haben.
Ganz gleich welcher Bieter den Zuschlag erhält - die Prokura bewegt sich dann weiter
auf Messers Schneide...
Die deutsche Politik kann lediglich sagen, wir unterstützen dieses Konzept mit Steuergeldern, jenes aber nicht. Die Entscheidung wie mit Opel verfahren wird trifft aber immer noch der Eigentümer alleine. Und das ist nun mal GM. Soviel zu Mitspracherecht. Strategisch sehr geschickt war es auch Opel zu stützen bis GM wieder aus Chapter 11 entlassen wurde. Für dieses Geld bekam der deutsche Staat exakt gar nichts in punkto Mitspracherecht.
Paging