Die Pleite der Kaufhauskette Woolworth zeigt: Investoren fehlt häufig ein tragfähiges unternehmerisches Konzept.
Es gibt drei mögliche Ansätze, um die Pleite von Woolworth zu erklären. Erstens könnte man die strukturelle Krise der Kaufhausketten ins Feld führen, für die Woolworth nach Arcandor und Hertie ein weiteres Beispiel ist.
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Woolworth-Filiale in Berlin: Kein tragfähiges Geschäftsmodell. (© Foto: Getty Images)
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Als zweite Ursache mag die Rezession gelten, die zunehmend auch dem Einzelhandel zu schaffen macht. Besonders beliebt dürfte auch diesmal die Argumentation sein, die Finanzinvestoren, denen Woolworth seit zehn Jahren gehört, hätten die Firma ausgesaugt und leblos zurückgelassen.
Zwischen Discountern und Fachhändlern zermahlen
Tatsächlich kamen alle drei Ursachen zusammen. Warenhausketten leiden seit Jahren darunter, dass sie zwischen Discountern und Fachhändlern zermahlen werden. Finanzkrise und Rezession haben diese Probleme nur verschärft. Die Nachfrage sinkt, vor allem aber sind wegen der Krise Banken und Eigentümer klamm und nicht mehr so leicht bereit, frisches Geld zu geben.
Und die Finanzinvestoren Argyll und Electra? Sie haben es nicht geschafft, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Außer dem Verkauf der Immobilien fiel ihnen wenig ein. Jetzt ist das Tafelsilber weg.
Die Woolworth-Pleite zeigt erneut, dass Finanzinvestoren häufig Geld aber kein unternehmerisches Konzept haben. Bei anderen Firmen kommt ein Problem hinzu, das bei Woolworth nicht den Ausschlag gab: Sie werden die hohen Schulden nicht bedienen können, mit denen die Finanzinvestoren den Kauf finanzierten. Das wird noch viele Pleiten auslösen.
Cinemaxx-Chef Gisy über Rivalen, 3-D-Filme und den fehlenden Mut der hiesigen Regisseure. Jetzt lesen ...
- Woolworth ist zahlungsunfähig Furcht vor dem Jobdesaster 14.04.2009
- Hertie, Schiesser & Co. Abschied von alten Bekannten 08.04.2010
- Woolworth Der Bauer als Millionär 04.04.2009
- Nach der Pleite Woolworths ist zurück 13.03.2009
- Opfer des Konjunktureinbruchs Woolworths ist pleite 27.11.2008
(SZ vom 15.04.2009/pak)
Schuldenkrise in Griechenland
"Die Woolworth-Pleite zeigt erneut, dass Finanzinvestoren häufig Geld
aber kein unternehmerisches Konzept haben. Bei anderen Firmen kommt
ein Problem hinzu, das bei Woolworth nicht den Ausschlag gab: Sie werden
die hohen Schulden nicht bedienen können, mit denen die Finanzinvestoren
den Kauf finanzierten. Das wird noch viele Pleiten auslösen"
Nanu, sind das nicht jene Finanzinvestoren die von den neoliberalen
Ideologiefunktionären der SZ-Wirtschaftsredaktionnoch noch vor kurzem hofiert
wurden, weil sie `verkrustete Stukturen aufbrechen' und mit ihrem super
know-how Unternehmen zurück in die Gewinnzone bringen können?
Und jetzt dieser Defätismus, ja wo gibt's denn sowas, Herr Beise, Herr Piper,
hier hetzt einer gegen die UNSICHTBARE HAND - geheiligt sei IHR Name und
gepriesen IHRE unendliche Weisheit - hier müssen Sie wirklich dringend mal
nach dem Rechten sehen!
BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!! BEISE!!!.............
eine investion muss sich lohnen, damit alle etwas davon haben. ich kenne zumindest keine firma, die ohne fremdkapital auskommt. nur ohne fremdkapital (und zins) keine firma. eventueller krankheitsfall muss mit in die kalkulation aufgenommen werden. das ist aufgabe des unternehmers (kreditnehmer) und nicht die der bank.
j.
Und wo ist das Konzept bei Opel und bei HRE und der Commerzbank? Da will der Staat ja super helfen. Danke für Ihre Steuergelder.
Wo bleibt den Steinmeier? Wo Müntefering? Wo Rüttgers? Wo Koch?
Hier handelt es sich bei der Menge von Arbeitsplätzen um ein "systemrelevantes Unternehmen" wie Opel, die HRE, Commerzbank, etc. Und zu einer sozialen Marktwirtschaft gehört doch, dass der Staat einsteigt und die rettet...........oder ist Opel ein Zyniymus, oder doch eine Ironie?
Gewinne bleiben bei den Eigentümern, Verluste zahlen alle!
Paging