Regierungsplan gegen die Kreditklemme: Der Bund übernimmt, was die Banken derzeit nicht leisten können - doch das Vorhaben birgt Risiken für den Steuerzahler.
Die Geldhäuser machen es sich einfach. Sie tun so, als sei alles normal. Sie kämen, behaupten die Kreditinstitute, ihrer Aufgabe nach, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen.
Die Banken geben keine leichtfertigen Kredite mehr - sondern schauen auf die Risiken. (© Foto: ddp)
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Tatsächlich ist die Kreditversorgung ins Stottern geraten. Vor allem große Mittelständler haben es in der Krise schwer, bei ihren Hausbanken Kredite für ihre Investitionen zu bekommen. Es ist deshalb richtig, dass der Staat jetzt eingreift, auch wenn dies reichlich spät geschieht.
Die Banken knausern derzeit nicht, sie handeln rational. Statt wie in der Vergangenheit leichtfertig viel zu viele Kredite zu billig auszureichen, schauen sie stärker auf die Risiken. Und da sich die Geschäftsaussichten vieler Kunden verschlechtert haben, sinkt die Bonität dieser Unternehmen und damit die Bereitschaft der Kreditinstitute, ihnen Kapital vorzustrecken. Hinzu kommt, dass die Banken umso mehr Geld zurücklegen müssen, je schlechter ein Schuldner ist.
Außerdem ist es für die Banken oft lukrativer, das von der Zentralbank geborgte Geld selbst anzulegen als es auszuleihen. Diese Situation dürfte sich im Herbst verschlimmern: Wegen der Rezession werden viele Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bezahlen können und pleitegehen. Wenn die Banken dann noch vorsichtiger bei der Kreditvergabe werden, droht die Gefahr, dass ein möglicher Mini-Aufschwung abgewürgt wird.
Die Bundesregierung will nun über die staatseigene KfW-Bank den Banken mehr Geld pumpen, welches diese an die Firmen weiterverleihen sollen. Dies kann im Kampf gegen die Kreditklemme helfen. Das Risiko liegt dann allerdings überwiegend beim Staat und nicht bei den Banken. Fallen die Kredite aus, ist das Geld der Steuerzahler verloren.
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(SZ vom 31.08.2009/tob)
"Außerdem ist es für die Banken oft lukrativer, das von der Zentralbank geborgte Geld selbst anzulegen als es auszuleihen."
Diese finanzielle Schattenwirtschaft und exakt dieses Vorgehen gehört verboten. Kredite sind für Investitionen und Konsum da, nicht um finanzielle Traumschlösser aufzupumpen und hinterher den eigenen Hintern nebst Boni vom Steuerzahler retten zu lassen.
"Vor allem große Mittelständler haben es in der Krise schwer, bei ihren Hausbanken Kredite für ihre Investitionen zu bekommen. Es ist deshalb richtig, dass der Staat jetzt eingreift,...."
Gilt das jetzt generell? Jedem , der sich in der beschriebenen Situation befindet, wird nun geholfen?
Nach dem GG sind wir gegenüber dem Staat alle gleich,....ich spare mir den Spruch von denjenigen, die gleicher sind.
Und wie ist das bei Opel? Die staatlichen Gelder fließen nur nach Auflagen, was ich begrüße. Und bei den Banken, ihnen gegenüber wird großes Verständnis für das Ausschaten von Risiken entgegengebracht.
Fein. Kann nun jede Firma kommen und sagen, sie werde nur die rsikoarmen Geschäfte tätigen, die anderen möge der Staat (= wir alle) übernehmen?
Oder gilt das nur für Banken ? Sind die auf einmal alle systemrelevant?
Jedenfalls führt das Einspringen des Staates in bestimmten Fällen, nach -im Vergleich zu anderen "Bedürftigen"- nicht nachvollziehbaren, noch weniger vorhersehbaren, Kriterien das von Guttenb. und dem Rest der CDSUFDP- Gruppe vertretene Dogma ad absurdum, wonach Staat und Wirtschaft strikt zu trennen seien.
Das gilt insbes. bei der Enteignung von Banken.
Sie wissen schon:Sonst Staatswirtschaft, DDR, Untergang des Abendlandes.
Nicht , dass ich denen das Wort reden will, man muss nur zugeben, dass es Felder gibt,auf denen sich der Staat eben doch tummeln muss ,und zwar zum Vorteil der Gsamtevölkerung , was nicht mit dem der Banken identisch ist.
"Außerdem ist es für die Banken oft lukrativer, das von der Zentralbank geborgte Geld selbst anzulegen als es auszuleihen."
Das Problem liegt meiner Ansicht an den Investoren - diese wollen natürlich kurzfristig soviel Gewinn aus den Geldhäusern herauspressen wie möglich. Volkswirtschaftliche und langfristige Effekte welche die Profitmaximierungsstrategie hat, werden selten bedacht. Wichtig ist der Profit, die Rendite. "laterale Schäden" - unwichtig.
Das Geschäftsmodell ist richtig aus der Sicht der Investoren, vollkommen falsch aus der Sicht einer gesunden Volkswirtschaft.
Erstere: Eher wenige Reiche
Letzter: Der arme Rest, viele viele viele
Dies sollte ausschliesslich die Sache des Staates sein. Somit wären auch Start-ups vermehrt im Fokus und könnten sich endlich billiges Geld beschaffen. Wieso die Banken auf Gesetzesebene immer bevorzugt behandelt werden ist mir völlig schleierhaft! Das Aktienrecht gilt doch eigentlich für alle Betriebe, also auch für Banken...
Eigentlich muss eine Kreditvergabe genau so funktionieren wie der Einzelhandel. Diverse Artikel sind Ladenhüter und werden rigoros abgeschrieben und in einer Mischkalkulation wird dies ausgeglichen. Die Banken sollen ihre Hausaufgaben machen, dann sind auch Risikokredite locker abgesichert. Dazu gehört natürlich auch eine grosszügige Eigenkapitaldecke und genau da liegt der Hund begraben. Mit lausigen 10% Eigenkapital können Risiken kaum mehr abgedeckt werden und dies muss unbedingt geändert werden. Damit schützt man ja sogar den Anleger vor Verlust...
"Außerdem ist es für die Banken oft lukrativer, das von der Zentralbank geborgte Geld selbst anzulegen als es auszuleihen."
So streng "der Staat" bei unseren Steuererklaerungen ist, so freigiebig ist er bei Unternehmen / Banken.
Wieso bekommen die billiges Geld OHNE AUFLAGEN ? Es war doch fuer Kreditvergabe gedacht und nicht als billiges Spielgeld !
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