Eine weitere Tendenz: Es handeln zunehmend Semiprofessionelle, also Privatpersonen - eben auch bedingt durch die gestiegenen Verkaufsmöglichkeiten im Internet über Plattformen wie Ebay. Im kommenden Jahr, so vermutet der Zoll München, wird sich das Geschäft mit den falschen Produkten durch die Krise wohl noch einmal verstärken.

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Verwunderlich ist aber, dass das Thema Plagiate bei vielen Unternehmen trotz der hohen Zahlen kaum auf der Tagesordnung steht. "Alarmierend ist, dass der Großteil der Unternehmen nur punktuell auf bekanntgewordene Plagiatsfälle reagiert und keine kontinuierliche Strategie verfolgt", sagt Christian Pott von der PR-Agentur Fischer-Appelt in Stuttgart. Seine Firma hat in diesem Jahr eine große Befragung unter 800 Unternehmen zum Thema organisiert.

APM-Rechtsanwalt Lennart Röer schlägt einen ähnlichen Ton an: "Insgesamt nimmt das Bewusstsein der Unternehmen für die Problematik zu. Aber vor allem Mittelständler sollten dem Schutz geistigen Eigentums noch mehr Aufmerksamkeit widmen."

Der Kampf von Adidas

Adidas ist eine bekannte und beliebte Marke und damit geradezu prädestiniert für Fälschungen. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als acht Millionen gefälschter Produkte der Adidas-Gruppe beschlagnahmt. Die wirkliche Zahl der Fälschungen? Ungewiss. Adidas kämpft mit einer internen Abteilung für Markenschutz gegen die Piraten an und arbeitet mit Verbänden, Behörden und dem Zoll zusammen. "Für uns ist der Imageschaden, der entsteht, wenn Käufer unbewusst gefälschte Produkte erwerben und von der minderwertigen Qualität enttäuscht sind, gravierend", sagt eine Sprecherin des Konzerns zu sueddeutsche.de.

Und die Verbraucher? Viele Menschen bringen aus ihrem Urlaub ein Plagiat mit. Aber aufgepasst: Die falschen Freunde können gefährlich sein - aus gesundheitlicher und strafrechtlicher Sicht.

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(sueddeutsche.de/mel)