Pharmakonzern Bayer-Chef Dekkers kritisiert zu hohe Strompreise

Marijn Dekkers, Vorstandschef der Bayer AG

(Foto: dpa)

Er ist Chef des Pharmariesen Bayer und nun auch Präsident des deutschen Chemieverbands: Marijn Dekkers. Der Niederländer hält erneuerbare Energien für zu teuer - und schlägt eine Alternative vor, die hierzulande heftig kritisiert wird.

Von Caspar Busse und Helga Einecke

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer kritisiert die hohen Energiepreise in Deutschland. "Die Preise müssen sinken", sagte Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers der Süddeutschen Zeitung. Dekkers ist auch der neue Präsident des Verband der Chemischen Industrie (VCI) und kündigte eine neue Initiative der Branche an.

"Der Verband der Chemischen Industrie wird sich in den kommenden Monaten mit einem eigenen Vorschlag zur Gestaltung des Strommarktes an der politischen Debatte beteiligen", sagte er. Das Problem seien vor allem die hohen Kosten für die Energiewende, die Ausnahmeregelungen für einige chemische Unternehmen würden nicht mehr reichen. Dekkers: "Die Idee der Energiewende war gut, die Umsetzung dagegen nicht. Die Förderung der erneuerbaren Energien kostet zu viel."

Als Alternative könnte sich Dekkers hierzulande die Förderung von Schiefergas, das sogenannte Fracking, vorstellen, das derzeit in den USA praktiziert wird, um das es in Deutschland aber eine große Diskussion gibt. "Fracking wäre eine Alternative für Deutschland. Man sollte es wenigstens erproben und nicht, wie so oft, immer gleich alles kategorisch ablehnen. Als Chemiker weiß ich, dass wir nur mit kontrollierten Experimenten weiterkommen", sagte Dekkers der Süddeutschen Zeitung.

Dekkers hatte gerade einen grundlegenden Umbau des Bayer-Konzerns bekannt gegeben. Die Kunststoff-Sparte soll eigenständig werden. "Wir wollen Material Science in den kommenden zwölf bis 18 Monaten als selbständiges Unternehmen an die Börse bringen. Wie, das hängt von der Verfassung des Kapitalmarkts ab", betonte er und machte klar, dass ein Verkauf über den Aktienmarkt die präferierte Lösung wäre.

Die Sparte mit dem Namen Material Science mit neuen Investoren über die Börse Zugang zu neuem Kapital zu geben, wäre "die bevorzugte Variante", sagte Dekkers. Das würde Milliarden in die Kasse bringen. Es sei aber noch kein Entscheidung gefallen, das hänge von der Entwicklung der Aktienmärkte ab, so Dekkers.

Das vollständige Interview finden Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung oder unter sz.de/ipad

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