Obwohl die jüngste Kursentwicklung der Aventis-Aktie eine feindliche Übernahme erschwert, gibt Sanofi-Chef Dehecq keinen Deut nach. Weder will er sein Angebot nachbessern, noch über eine Fusion unter Gleichen nachdenken.

Sanofi-Synthelabo-Chef Jean-Francois Dehecq will keine Fusion unter Gleichen mit dem Pharmakonzern Aventis. Dehecq sagte der Financial Times Deutschland: "Eine Fusion unter Gleichen schließe ich aus. Wir können nicht Monate warten, bis wir alle Befindlichkeiten geklärt haben. Wir müssen schnell agieren."

Bleibt in der Offensive: Jean-Francois Dehecq. (© Foto: AP)

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Vergangene Woche hatte Sanofi den Aventis-Aktionären ein Kaufangebot über insgesamt 47,8 Milliarden Euro unterbreitet. Das feindliche Übernahme-Angebot wurde von Vorstand und Aufsichtsrat von Aventis zurückgewiesen, Aventis-Vorstandschef Igor Landau bezeichnete es als "lächerlich".

Dazu sagte Dehecq laut Financial Times Deutschland: "Es gibt überhaupt keinen Grund, das Angebot zu verbessern. Ich muss ja nicht nur die Aktionäre von Aventis überzeugen. Wenn ich das Angebot erhöhen würde, würden mich meine Aktionäre fragen, warum ich das tue."

Zur Frage, ob er das Angebot später erhöhen würde, wollte Dehecq indes nichts sagen.

"Kein politisches Thema"

Der Sanofi-Chef dementierte zudem, dass er seinen Übernahmeplan mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac abgesprochen habe. "Ich spreche mit Jacques Chirac über viele Themen. Ich habe mit ihm aber niemals über das Angebot an Aventis gesprochen. Das ist auch kein politisches Thema."

Der große Widerstand gegen die Übernahme in Deutschland beruht laut Dehecq auf einem Missverständnis, schrieb die Zeitung weiter. "Wir wollen keine Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Ich will die Forschung in Deutschland stärken."

In der französischen Tageszeitung Le Figaro betonte Dehecq zudem, dass er mit dem Auftauchen eines "weißen Ritters", der das Übernahmeangebot an Aventis abwenden könnte, nicht rechne.

Für eine amerikanische Firma "dürfte es sehr schwierig sein und in Europa sind die Unternehmen rar und zur Zeit zu beschäftigt", sagte Dehecq dem "Figaro".

Konflikt zwischen Aventis-Aufsichtsrat und Vorstand

Gleichzeitig berichtet die Tageszeitung Die Welt über einen Konflikt zwischen Aufsichtsrat und Vorstand von Aventis. Vorstandschef Igor Landau habe bereits Anfang Januar von feindlichen Übernahmeplänen des Konkurrenten Sanofi-Synthélabo gewusst, schrieb die Zeitung unter Berufung auf einen Bericht von Sanofi an die US-Börsenaufsicht SEC. Mitglieder des Kontrollgremiums fühlten sich von Landau schlecht informiert.

Bereits drei Wochen vor dem feindlichen Angebot, das am 26. Januar in Paris vorgelegt wurde, habe der Vorstand des Straßburger Konzerns von den Angriffs-Planungen gewusst. Die Konzern-Kontrolleure seien darüber aber nicht informiert worden.

Zudem seien die Vorbereitungen für einen Abwehrkampf nur schleppend begonnen worden, hieß es. Der Aufsichtsrat fordert nun eine klare Strategie, um die feindliche Offerte abzuwehren.

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(sueddeutsche.de/AP/dpa)